Neue Tools rund um XML

Tool-Radar

Michael Seeboerger-Weichselbaum

Kaum jemand mag seine XSLT-Stylesheets, XML Schemas oder gar SVGs gerne im Texteditor erstellen oder bearbeiten. Für die täglichen oder im Projekt anfallenden Programmieraufgaben steht jedoch eine immer größere Menge an – häufig sogar kostenfreien – Tools zur Verfügung. In unserer Rubrik „Tool-Radar“ wollen wir in jeder Ausgabe Schlaglichter auf ein paar der interessantesten neuen Produkte bzw. aktuelle Versionen bekannter Tools werfen.

XSL-FO

Rund um das Thema XSL-FO gibt es einiges Neues zu berichten. Am interessantesten dürfte die neue Version 0.92 von FOP [1] sein. Die Fassung ist nach wie vor eine Beta-Version, die offizielle stabile Version ist die vor Jahren erschienene Fassung 0.20.5. Die neue Version bietet viele Erweiterungen im Detail an, u.a. einen Support für XMP Metadata (PDF 1.4) innerhalb des Elements fo:declarations, eine Unterstützung der Eigenschaften font, background-position, white-space und page-break. Viele weitere neue Eigenschaften sind hinzugekommen, die FOP 0.20.5 nicht unterstützt. Eine Liste findet sich unter [2]. Die neue Struktur bei FOP und neue Entwickler machen sich mittlerweile sehr positiv bemerkbar. FOP gehört jetzt zum xmlgraphics-Projekt der ASF und es sind kontinuierliche Updates zu erwarten.
Speziell für .NET gibt es nur einige wenige FO-Renderer. Einen guten Überblick bot hier der Beitrag in [3]. Einen neuen Renderer für .NET bietet jetzt XMLmind an. Die neue Version 2.3 von XFC [4] ist jetzt auch für .NET erhältlich. Ursprünglich war XFC in Java geschrieben und nur als Java-Fassung erhältlich. Die .NET-Fassung benötigt minimal die Version 1.1 des .NET Frameworks. XFC ist allerdings im Unterschied zu FOP kein universeller Renderer, der in mehrere Formate formt. XFC formt nur nach RTF und WordML. XFC existiert in einer kostenlosen Personal Edition und einer kostenpflichtigen Professional Edition. Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, dass bei der Professional Version ein API enthalten ist, damit XFC in eigene Java- oder .NET-Projekte eingebunden werden kann. Die Personal Edition besteht aus zwei Kommandozeilentools und einer grafischen Oberfläche, um eine Formung nach RTF bzw. WordML leicht zu ermöglichen.
Ein weiterer FO-Renderer stammt von Altsoft aus Belgien. XML2PDF wurde jetzt in der Version 3.0 [5] vorgestellt. Das Tool setzt ebenfalls eine Microsoft-.NET-Umgebung ab Version 1.1 voraus. Das Update bietet u.a. eine Ausgabe nach MathML und SVG. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit wurde laut Hersteller erheblich gesteigert. Die Bedienung erfolgt entweder über die Kommandozeile, über eine grafische Oberfläche oder mithilfe eines API, über das XML2PDF in eigene .NET-Projekte eingebunden werden kann. XML2PDF ist kostenpflichtig. Testversionen stehen zum Download bereit.

XForms

Auch bei Tools rund um den Formular-Standard XForms gibt es vier neue Tools zu vermelden. Unter dem Namen „XHTML to XForms converter“ [6] ist ein Stylesheet bei Sourceforge erhältlich, das die klassischen HTML/XHTML-Formulare in XForms konvertiert. Das Stylesheet wurde bereits sehr gut von der W3C XForms Working Group aufgenommen. Der Entwickler Roman Huditsch hat eine Testsuite dazugegeben. Das Stylesheet lässt sich leicht anwenden und lädt förmlich zum „Übersetzen“ der klassischen Formulare ein. Damit entfällt ein komplettes Neuentwickeln der Formulare in XForms.
Firefox ist der erste Browser, der XForms direkt unterstützt. Innerhalb des Mozilla-Projekts wurde jetzt das Update 0.5 von der XForms-Erweiterung für Firefox [7] veröffentlicht. Es handelt sich um eine Extension, die den Formular-Standard XForms in Firefox integriert. Die XForms-Erweiterung für Firefox liegt als xpi-Datei vor, die auf allen Betriebssystemen, für die Firefox zur Verfügung steht, installiert werden kann. Allerdings kann nur Firefox 1.5.x verwendet werden, keine anderen Mozilla- oder Firefox-Versionen.
IBM stellt gleich zwei XForms-Tools vor, die auf dem alphaWorks-Server bereitstehen. Bei dem ersten Tool handelt es sich um einen grafischen Editor für XForms und trägt den Namen Visual XForms Designer [8]. Dieser Editor ist ein Plug-in für die allseits beliebte IDE Eclipse. Benötigt wird neben der IDE das (ziemlich fette) Plug-in WTP (Web Tools Platform). Der Editor kann nur Online über den Update-Manager installiert werden. Anschließend steht der grafische Editor als eigene Perspektive innerhalb von Eclipse bereit. Allerdings ist der Editor etwas buggy: mit der neuesten WTP-Version 1.0.1 konnte nicht gearbeitet werden, es traten reihenweise Fehlermeldungen auf. Man sollte die ältere (aber völlig einsatzfähige) WTP-Version 1.0 verwenden, am besten eine der All-Inclusive-Bundels, die von der WTP-Seite erhältlich sind [9], um die weiteren Abhängigkeiten des WTPs von anderen Plug-ins zu minimieren.
Bei dem zweiten Tool handelt es sich um den XML Forms Generator [10]. Es ist ebenfalls ein Plug-in für Eclipse. Im Unterschied zum Visual XForms Designer ist es kein grafischer Editor, sondern ein Generator auf der Basis von Schema-Dateien. Auch bei diesem Plug-in sollte man sehr genau auf die Eclipse-Version (am besten 3.1.1) und die WTP-Version achten (1.0), da mit anderen bzw. abweichenden Versionen ebenfalls Fehlermeldungen entstehen können. Die Installation erfolgt ebenfalls nur Online über den Update-Manager. Um den benötigten URL für die beiden Plug-ins zu erhalten, ist eine kostenlose Registrierung auf dem alphaWorks-Server nötig.

SVG

Die etwas andere Anwendung für SVG: Labels in SVG [11]. Das US-Unternehmen Worldlabel.Com hat diverse SVG Templates erstellt, die für verschiedene Anwendungszwecke geeignet sind. Darunter befinden sich Templates für die Beschriftung einer CD, DVD, Adressen- und Versandetikette. Die Labels können kostenlos heruntergeladen und im Browser bzw. in OpenOffice/StarOffice eingesetzt werden.
Ein weiteres SVG-Tool nennt sich PDF2SVG und stammt von dem Unternehmen PDFTron aus Kanada. Es liegt in der Version 3.0 [12] vor. Das Tool konvertiert PDF-Dateien in SVG-Dateien. PDF2SVG ist ein Kommandozeilentool und verarbeitet auch das PDF-Format 1.6 von Adobe Acrobat 7. Die Ausgabe erfolgt in unkomprimiertem SVG oder in komprimiertem SVG (SVGZ). Das Programm läuft unter den Betriebssystemen Windows, Linux und Mac OS X. PDF2SVG ist ein kostenpflichtiges Programm und Testversionen für alle drei Betriebssysteme können heruntergeladen werden.

Geschrieben von
Michael Seeboerger-Weichselbaum
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