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News vom ersten Tizen Developer Summit 2015

Samsung forciert eigenes Betriebssystem: Tizen – eine Alternative zu Android?

Michael Thomas

© Shutterstock.com/360b

Der diesjährige, im indischen Bangalore stattfindende, Tizen Developer Summit zeigte vor allem eines: Samsung ist nach wie vor entschlossen, sein Linux-basiertes Betriebssystem Tizen als Android-Alternative zu etablieren.

Mit rund 25 % Marktanteil im ersten Quartal 2015 ist Samsung – rein an den Verkaufszahlen gemessen – der weltweit erfolgreichste Smartphone-Hersteller. Zwar nutzen fast alle Modelle des südkoreanischen Multis als Betriebssystem nach wie vor eine der zahlreichen Android-Versionen. Doch gleichzeitig versucht Samsung, sich durch die Weiterentwicklung des auf Linux basierenden OS Tizen, das geplanterweise auch Tablets, Netbooks und Co. unterstützen soll, von Android zu emanzipieren.

Im Rahmen dieser Bestrebungen werden seit einigen Jahren u. a. in Asien – hier unter dem Namen Tizen Developer Summit – spezielle Entwicklertreffen und -konferenzen abgehalten. Nach Seoul/Korea im Jahr 2013 und Shanghai/China 2014 fand vergangene Woche die dritte Veranstaltung diese Art im indischen Bangalore statt. Wenig verwunderlich, immerhin erfolgte in Indien Anfang des Jahres mit dem Samsung Z1 die Markteinführung des ersten Tizen-Smarthphones überhaupt. Über eine Million Einheiten konnten bis dato abgesetzt werden.

Wachsendes Ökosystem und neue Tizen-Geräte

Der zweitägige Summit, an dem über 1000, größtenteils einheimische, App- und Plattform-Entwickler teilnahmen, sollte das Wachstum und die Verbreitung von Tizen bzw. dessen Ökosystems noch weiter vorantreiben – und das nicht nur auf den günstigen Smartphone-Modellen für den asiatischen Markt, sondern auch auf den bereits genannten Tablets und Netbooks, sowie auf Fernsehern, Kameras, IoT-Geräten und Wearables, wie etwa den spätestens seit Markteinführung der Apple Watch in aller Munde befindlichen Smartwatches.

Insbesondere im Hinblick auf letztere wurden konkrete neue Informationen bekannt: Demnach soll die Gear A, Samsungs erste Smartwatch mit rundem Display, eine Auflösung von 360×360 Pixeln aufweisen und über einen drehbaren Rand zur Steuerung des Geräts verfügen. Als Betriebssystem wird eine angepasste Version von Tizen 2.3.1 zum Einsatz kommen. Bislang unbestätigen Gerüchten zufolge soll die Smartwatch des Weiteren über einen Exynos 3472-Zweikern-Prozessor, 766 MB RAM, 4 GB internen Speicher, einen 250 mAh-Akku, Bluetooth- und Wi-Fi-Schnittstellen sowie u. a. über GPS verfügen.

Ob es Samsung auf lange Sicht gelingen wird, auch außerhalb Asiens mit seinen Tizen-Geräten einen Fuß in die Tür zu bekommen, bleibt allerdings abzuwarten: Ein auf Tizen spezialisierter deutschsprachiger Blog beispielsweise strich erst vor wenigen Monaten die Segel.

Aufmacherbild: FEBRUARY 26, 2014 – BERLIN: the logo of the brand „Samsung“, Berlin. von Shutterstock.com / Urheberrecht: 360b

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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