Titan: Die neue Graphendatenbank im NoSQL-Olymp

Hartmut Schlosser

Mit Titan hat sich eine neue Graphendatenbank vorgestellt, die auf hochskalierende Graphen in verteilten Rechen-Clustern zugeschnitten ist. Der Fokus von Titan liegt explizit auf der Verarbeitung von Graphen, die die Speicher- und Rechenkapazitäten einer einzelnen Maschine übersteigen. Mit anderen Worten: Titan zielt auf Big Data ab.

Über das Vergrößern eines Clusters sollen sich mit Titan prinzipiell unendlich große Graphen verarbeiten lassen, ebenso unendlich viele nebenläufige Transaktionen. Grundsätzlich ist Titan Backend-agnostisch, beliebige externe Datenbanken können mit Titan zusammenarbeiten. Die vorliegende Distribution bietet bereits Anschlüsse zu Cassandra und Hbase. Titan unterstützt zudem das Blueprints-Datenbank-Modell, das für Graphendatenbanken so etwas wie ein Analogon zu JDBC darstellt. Der gesamte Technologie-Stack aus dem TinkerPop-Projekt ist verfügbar.

Titan wird maßgeblich vom Software-Anbieter Aurelius vorangetrieben und steht unter der Apache-2-Lizenz auf GitHub quelloffen zur Verfügung. Mitstreiter am Projekt sind willkommen. Unten stehende Präsentation gibt einen umfassenden Einblick in das Datenbank-Modell. Die Projektseite hält bereits eine gute Dokumentation bereit.

Aktuell ist die Version 0.1 Alpha – man sieht also, dass sich Titan noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Dennoch ist Titan schon jetzt voll funktionsfähig, und auch diverse Erweiterungen sind bereits in Planung, beispielsweise Faunus, eine Path Algebra für Hadoop, oder Fulgora, eine In-Memory Graph Engine.

Ob aus dem Datenbank-Neuling tatsächlich ein NoSQL-Titan im Big-Data-Olymp heranwächst, wird interessant zu beobachten sein.

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Hartmut Schlosser
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