Thread, RoboCup, Raspberry Pi B+ [M2M Minutes]

Redaktion JAXenter
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Nest Labs, Samsung und ARM entwickeln gemeinsam IoT-Protokoll | RoboCup: die Roboter-WM beginnt | Raspberry Pi Modell B+ erschienen | Microsoft startet neues IoT-Entwicklerprogramm | Crowdfunding der Woche: Squink, eine Mini-Elektronik-Fabrik

Thread: Neues Protokoll, neues IoT-Bündnis

Die ohnehin schon vielfältige Protokolllandschaft des IoT wird immer bunter: Wie am Dienstag angekündigt, möchte die Google-Tochter Nest Labs gemeinsam mit Samsung, ARM und vier weiteren Partnern ein neues Netzwerkprotokoll für die Heimautomatisierung entwickeln. Thermostate, Rauchdetektoren, Türschlösser und weitere intelligente Haushalts- und Einrichtungsgegenstände der beteiligten Hersteller werden also künftig über diese gemeinsame Sprache miteinander kommunizieren, die bei Nest schon länger im Einsatz ist. „Thread“ soll die Technolgie heißen, für die ein eigener Industrieverband, die „Thread Group„, gegründet wurde. Thread basiert auf den Standards IEEE 802.15.4 und IPv6 und ist nicht nur offen, sondern angeblich besonders leichtgewichtig und energiesparend. Gegenüber VentureBeat sagte Chris Boross, Leiter der Thread-Initiative bei Nest Labs, das neue Thread konkurriere mit den Protokollen Z-Wave und Zigbee IP. Herkömmliche Protokolle weisen seiner Ansicht nach zu wenig Interoperabilität mit anderen Technologien auf. Für seinen Geschmack entsprechen außerdem zu wenige davon dem IPv6-Standard, weisen einen zu hohen Energieverbrauch auf und setzen zu stark auf zentralisierte Infrastrukturen mit einem „Hub“-Gerät, sprich: einem Single Point of Failure.

Erst vergangene Woche hatte sich mit dem Open Interconnect Consortium ein weiteres IoT-Bündnis formiert. Weitere Industrieverbände mit M2M-/IoT-Ausrichtung sind u. a. die M2M Alliance, Eclipse IoT, Brigde Alliance, AllSeen Alliance, Industrial Internet Consortium (IIC) und das Internet of Things Consortium. Ein Paradoxon scheinen alle zu ignorieren: dass das Streben nach gemeinsamen Standards eine immer größere Fragmentierung auf dem IoT-Technologiemarkt bewirkt – zumindest, solange jeder Akteur an der Überzeugung festhält, sein Standard sei der richtige.

Thread

RoboCup: Nach der WM ist vor der WM

Adé, Post-WM-Depression! Wer nach der Euphorie über den Sieg der deutschen Nationalelf in Brasilien bereits den goldenen Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft hinterhertrauert, darf sich auf ein weiteres Event-Highlight rund um den beliebten Ballsport freuen – eines, das den spannenden Spielen von Bastian Schweinsteiger & Co. in nichts nachstehen dürfte: Am 19. Juli startet in João Pessoa, Brasilien, der diesjährige RoboCup, ein internationales Fußballturnier für Roboter jeder Art und Größe. Neben Fußballspielen, in denen z. B. NAO-Roboter gegen Artgenossen aus aller Welt antreten, finden auch Wettbwerbe in den Kategorien RoboCup Rescue, RoboCup@Home, RoboCup@WorkDemo, RoboCup Logistics League und RoboCup Junior statt. Es ist also mehr eine Roboter-Olympiade. Abgerundet werden die Wettkämpfe durch ein Robotik-Symposium am 25. Juli.

Raspberry Pi Model B+: Final Evolution

Zwei Jahre nach Verkaufsstart des Raspberry Pi Model B ist nun eine neue Variante des beliebten Einplatinenrechners erschienen: Der Raspberry Pi Model B+ ist laut seinem Schöpfer Eben Upton keine völlige Neuentwicklung, sondern eher die „letzte Entwicklungsstufe“ („final evolution“) des Original-Pis. Ausgestattet ist er mit dem gleichen Prozessor, der gleichen Software und dem gleichen Arbeitsspeicher (512 MB RAM) wie sein Vorgänger. Zugleich bietet er aber eine höhere Anzahl an Pins (40 Stück, 14 mehr als Modell B) sowie zwei zusätzliche USB-2.0-Ports, so dass jetzt insgesamt vier zur Verfügung stehen. Erneuert wurde außerdem der Micro-SD-Slot. Der Energieverbrauch wurde optimiert, ebenso die Audio-Funktionalität und der Formfaktor. Erhältlich ist der B+ zu einem Preis von 35 US-Dollar.

Windows für das IoT: Neues Entwicklerprogramm von Microsoft

Merken Sie was? Mittlerweile gibt es fast jede Woche IoT-Neuigkeiten aus Redmond zu vermelden. Erst letzte Woche hatte Microsoft seien Beitritt zu zwei IoT-Konsortien erklärt. Vergangenen Freitag dann kündigte Steve Teixeira, bei Microsoft für IoT-Technologien zuständig, ein neues Entwicklerprogramm inklusive Webportal an, das darauf abzielt, Windows für das Internet der Dinge fit zu machen. Vermutlich wird es das drei Jahre alte und etwas verwaiste IoT-Portal Gadgeteer ablösen.

Im Rahmen des neuen Programms sollen Entwickler-Kits verfügbar gemacht werden. Ausgestattet werden diese mit Intels Arduino-kompatiblen Galileo-Boards, einem Windows-Image, das Arduinos Wiring-API unterstützt sowie einem Win32 API. Viele der Technologien, die in diesem Paket enthalten sind, werden demnächst als Open Source auf GitHub zur Verfügung gestellt, etwa die Windows-Implementierung des Wiring-API. Wie im entsprechenden Blogpost auf der Webpräsenz von Microsoft Open Technologies zu lesen ist, möchte Microsoft künftig mehr Brücken zur Maker-Community bauen.

Microsoft Windows IoT

Squink: Elektronisches Prototyping DIY Style

Dank unserem Crowdfunding-Projekt der Woche müssen Elektroniker mit kleinem Geldbeutel ab sofort nicht mehr in der Tinte sitzen. Stattdessen können sie die schwarze Flüssigkeit sinnvoll einsetzen: „Squink“ ist eine Mini-Schaltkreisfabrik, die mit leitfähiger Tinte Schaltkreis-Prototypen für den eigenen Bedarf und auf dem eigenen Schreibtisch herstellen kann – präzise, günstig, schnell und ohne Lötkolben. Am eigenen Rechner lässt sich das gewünschte Board designen und per USB-, Ethernetkabel oder W-LAN an Squink übermitteln. Das Gerät druckt die Tinte dann auf isolierfähiges Material, z. B. Fotopapier, auf. In einem zweiten Schritt wird leitfähiger Klebstoff aufgetragen, bevor in der dritten Phase die elektronischen Komponenten auf dem Board platziert werden. „Elektronik für jedermann“ ist das Motto des New Yorker Startups BotFactory, das diese Technologie entwickelt. Wer dieses Anliegen unterstützen möchte, hat auf Kickstarter noch 34 Tage Gelegenheit dazu.

 

PSA: Auch wenn sich in der lebhaften IoT-Welt kein Sommerloch abzeichnet, machen die M2M Minutes drei Wochen Pause. Ab Mitte August berichten wir dann wieder wöchentlich über spannende Projekte und Neuigkeiten aus dem Internet of Things. Bleiben Sie uns bis dahin gewogen! Und nicht vergessen: Bis 31. Juli gelten noch die Frühbucherpreise für die Internet of Things Conference in Berlin. Mehr Informationen unter http://iotcon.de.
Internet of Things Conference
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