Thoughtworks Technology Radar präsentiert seine Technologie-Trends für 2014

Selim Baykara

In dem halbjährlich erscheinenden „Technology Radar“ der Softwarefirma Thoughtworks geben die Mitarbeiter des Unternehmens ihre Meinungen zu kommenden Trends im Technologie-Sektor kund. Das ganze ist keine im großen Stil durchgeführte Marktanalyse, aber der Technology-Radar hat sich im Lauf der Zeit doch einen gewissen Ruf in der Szene erarbeitet, da die Mitwirkenden allesamt Experten mit langjähriger Erfahrung sind. Gerade noch in den Januar reingerutscht sind die neuen Trends für 2014.

Entwicklung Nummer 1: Code könne schon im Vorfeld besser ausgewertet und verarbeitet werden, außerdem hätten zunehmend Virtualisierung und Automatisierung dazu geführt, dass die Recovery-Zeiten deutlich geringer seien als früher. Ergebnis: Unternehmen müssen in Zukunft deutlich weniger Zeit für das Testen aufwenden.

Der zweite Punkt betrifft das Dauerthema „Big Data“. Thoughtworks steht den Möglichkeiten, die sich aus dem Sammeln und Auswerten von gigantischen Datenmengen ergeben durchaus enthusiastisch gegenüber, warnt aber auch: das Sammeln von persönlichen Kundendaten zum Selbstzweck sei unnütz und Zeitverschwendung. Unternehmen sollten stattdessen eine Haltung der „Datensparsamkeit“ an den Tag legen.

Für JavaScript sieht Thoughtworks eine goldene Zukunft: Das Öko-System, das sich um JavaScript gebildet habe, würde sich immer weiter entwickeln. Außerdem seien gerade in der letzten Zeit viele neue interessante Tools erschienen, die das Testen, Bauen und Managen von sowohl Server- als auch Clientseitigen JavaScript-Anwendungen erleichtert hätten.

Als letzte Entwicklung steht die Verschmelzung von digitalen und physischen Medien auf dem Programm. Günstige Geräte, offene Hardware-Plattformen und neue Kommunikationsprotokolle würden Computer zunehmend „weg vom Bildschirm, rein in die Realität“ katapultieren. Als Beispiel nennt der Radar hierfür die Tatsache, dass tragbare Geräte zur Messung von biometrischen Daten, zunehmend mit anderen Mobilgeräten kommunizieren könnten.

Übrigens hat es Node.js mit dem Januar-Radar in den Adopt Circle geschafft und leistet dort jetzt den NoSQL-Größen ElasticSearch, MongoDB, Neo4j und Redis Gesellschaft.

Abraten muss Thoughtworks indes vom Einsatz des Web-Frameworks JavaServer Faces und des Java Command-Line-Tool Apache Ant. Trotz Verbesserungen in Version 2.0 sei JSF nicht zu empfehlen, da es Webtechnologien wie HTTP, HTML und CSS außer Acht lasse. Viele Teams würden außerdem JSF wählen, weil es Teil der Java Enterprise Edition ist, ohne ausreichend zu prüfen, ob das Framework für den eigenen Ansatz geeignet ist. Die genaue Begründung findet sich hier. Ähnlich vernichtend ist das Urteil zu Apache Ant. Durch schlecht, ja gar „un-wartbare“ Buildscripts würden Teams zu lange aufgehalten. Im Vergleich zu Build Tools wie Gradle oder Buildr könne Apache Ant nicht mehr mithalten (hier die Erklärung).

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Selim Baykara
Selim Baykara
Selim Baykara studiert Anglistik, Amerikanistik und Soziologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.
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