"JAVA Tools and Technologies Landscape 2016"

Diese Technologien nutzt die Java-Community

Melanie Feldmann

Zeroturnaround hat in einer Umfrage 2.040 Entwickler nach ihren Vorlieben befragt. Wir haben uns die Ergebnisse angesehen und einen Blick darauf geworfen, ob so mancher Trend hält was er verspricht. Außerdem schauen wir, was unsere Community zu den Themen in letzter Zeit so zu sagen hatte.

Von März bis April 2016 lief die Umfrage von Zeroturnaround zu den Tools und Technologien, die Java-Entwickler nutzen. Wir haben ein bisschen Cherry-Picking betrieben und stellen überraschende und weniger überraschende Ergebnisse vor.

Microservices: Was ist das eigentlich?

Auf die Frage wie viele wirklich Microservices im produktiven Einsatz haben antworteten 66 Prozent der Befragten mit „Ja“. Eine Mehrheit von zwei Drittel erstaunt ein wenig. Wenn auf Konferenzen wie der JAX oder W-JAX gebeten wird mit Handzeichen abzustimmen wer bereits Microservices im Einsatz hat, liegt der Anteil bei vielleicht 20 Prozent. Bei einem Quickvote hier auf JAXenter mit 532 Teilnehmern gaben 11 Prozent an weitgehend Microservices einzusetzen, 18 Prozent nutzen sie teilweise. Die stark voneinander abweichenden Zahlen können drauf zurückzuführen sein, dass nicht jeder Teilnehmer das gleiche unter einem Microservice versteht. Trotzdem zeigen die Zahlen, wie wichtig das Thema für die Entwickler ist und das es eben doch nicht nur ein Hype ist.

JVM-Sprache: Java rulez

Die am meisten genutzte Sprache der Java-Entwickler ist mit 93 Prozent wenig überraschend Java. Lediglich 3 Prozent setzen in ihrer täglichen Arbeit auf Groovy und 2 Prozent auf Scala. In der JAXenter-Umfrage Anfang 2016 fragten wir unsere Teilnehmer lediglich wie interessant sie eine Programmiersprache finden und nicht welche sie praktisch nutzen. Hier lag natürlich Java weit vorne. Bei Groovy und Scala waren sich unsere 907 Teilnehmer deutlich uneiniger. Hier hielten sich die „Interessant“- und „Nicht-Interessant“-Stimmen fast die Waage. Trotzdem finden die Sprachen deutlich mehr Entwickler interessant als laut Zeroturnaround damit arbeiten. Auch die kleineren JVM-Sprachen sollte man also nicht zu schnell abschreiben.

Java-Version: Liebe zu Java 8

Welche Java-Version wie weit verbreitet ist, ist auch immer eine spannende Frage. 62 Prozent der Entwickler gaben bei Zeroturnaround an auf Java 8 zu setzen. Das ist zwei Jahre nach dem Release eine ordentliche Zahl, die sicherlich auf die neuen Features von Java 8 zurückzuführen ist. 28 Prozent arbeiten mit Java 7. Immerhin noch 9 Prozent hängen an Java 6. Lediglich 1 Prozent muss sich mit älteren Versionen rumschlagen. Wir fragten die JAXenter-Leser im August 2015 nach den Java-Versionen. Das ist nun schon ein gutes Jahr her, zeigt aber einen ähnlichen Trend: 43 Prozent setzten schon auf Java 8, 37 Prozent auf Java 7, 14 Prozent auf Java 6 und 6 Prozent auf ältere Versionen. Wenn wir heute fragen würde, wären die Zahlen sicherlich deutlich näher an denen von Zeroturnaround. Wir fragten unsere Leser auch zur gleichen Zeit, ob sie die neuen Sprach-Features von Java 8 nutzen. 31 Prozent hatten die neuen Features schon intensiv im Einsatz, 32 Prozent gelegentlich und 36 Prozent gar nicht. Auch diese Zahlen würden heute deutlich mehr in Richtung Einsatz der Java-8-Features zeigen.

Die meist genutzte IDE ist IntelliJ IDEA

Was die meist genutzten IDEs betrifft, zeigen die Zahlen von Zeroturnaround, dass Eclipse in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat. Von 62 Prozent Eclipse-Nutzern in 2012 sank die Zahl auf 41 Prozent. Aufgeholt hat IntelliJ IDEA von 24 Prozent auf 46 Prozent. Die NetBeans-Nutzerzahlen sanken leicht von 14 auf 10 Prozent.

Diese Entwicklung wird auf jeden Fall weiter interessant zu beobachten sein. Im Eclipse-Universum tut sich zurzeit viel. Mit dem aktuellen Release von Eclipse Neon hat die Plattform einen großen Sprung gemacht. Auch Eclipse Che gilt als vielversprechend dem Eclipse-Universum neuen Schwung zu verleihen. IntelliJ IDEA wird aber sicherlich daran arbeiten, den Vorsprung weiter auszubauen. Netbeans scheint als Außenseiter gesetzt. Was aber noch lange nicht heißt, dass man die IDE abschreiben sollte.

Continuous Integration: Jenkins vorne

Wenig überraschen ist beim Thema Continuous Integration Jenkins mit 60 Prozent klarer Sieger. Bamboo, TravisCI und Teamcity kommen zusammen gerade auf 17 Prozent. Magere 3 Prozent nutzen auch noch den Jenkins-Urvater Hudson. Das deckt sich auch mit den Zahlen unserer JAXenter-Umfrage. 77 Prozent der Befragten hielten Jenkins für interessant.

Virtualisierung und Container: Docker, Docker, Docker

Die interessanteste Antwort bei der Frage nach Virtualisierungs-Umgebungen ist eigentlich die Zahl derjenigen, die keine nutzen. 54 Prozent gaben an, ganz ohne VMs oder Container auszukommen. Wer diese Technologien nutzt, nutzt Docker. 32 Prozent setzen auf die Container-Technologie. Kubernetes steht bei vier Prozent. Hier werden erst die Zahlen der kommenden Jahre zeigen, ob der Docker-Herausforderer dem Platzhirsch wirklich Nutzer abjagen kann.

Container

Und sonst so…

Build Tools: Bei den Build Tools liegt Maven mit 68 Prozent klar vorne. Gradle hat sich 16 Prozent erarbeitet, Ant 11 Prozent.

Application Server: Tomcat nutzen 42 Prozent der Befragten sowohl in Produktion als auch als Entwicklungs-Server. Der Rest läuft unter ferner liefen.

Datenbanken: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen MySQL mit 38 Prozent und OracleDB mit 39 Prozent. Hier waren mehrere Antworten erlaubt. Es kann also durchaus sein, dass Entwickler beides im Einsatz haben oder auch zusammen mit einem weniger häufig genutzten wie Redis oder MongoDB.

Der Bericht von Zeroturnauround besteht bisher aus drei Teilen: Java Tools and Technologies Landscape Report 2016Java Tools and Technologies Landscape Report 2016: Pivoting data und Java Tools and Technologies Landscape Report 2016: Trends and Historical data. Das PDF dazu gibt es ebenfalls.

Aufmacherbild: Modern web network and internet telecommunication technology von Shutterstock / Urheberrecht: Scanrail1

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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