Datendschungel, 3D-Druck und Microservices

Die zehn Technologie-Trends für 2016

Melanie Feldmann

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Die Marktforscher von Gartner schauen jährlich in die Zukunft und prophezeien die zehn strategisch wichtigsten Tech-Trends. Die Trends sollen tief greifende Veränderungen in Unternehmen und Organisation nötig machen und bis 2020 ihr volle Wirkung entfalten.

1. Geräte sprechen direkt miteinander

Obwohl Endgeräte heute immer mehr vernetzt sind, arbeiten sie meist isoliert voneinander. Das soll das Device Mesh ändern. Verschiedene Geräte, wie Smartphones, Wearables, Home Entertainment Systeme oder Autos, werden miteinander direkt kommunizieren. „Der Fokus wechselt zum mobilen Anwender, der von einem Netzwerk an Geräten umgeben ist, das über traditionelle mobile Geräte hinausgeht“, beschreibt David Cearley, Vice President bei Gartner, den IT-Trend. Für Gartner ist das Internet of Things (IoT) Teil des Device-Mesh-Trends.

2. Die Realität anreichern

Das Device Mesh wird die Grundlage dafür sein, dass Anwender ihre Umgebung neu wahrnehmen. Augmented und Virtual Reality haben laut Gartner dafür ein großes Potenzial, sind jedoch lediglich ein Aspekt der neuen User Experience. Cearley erläutert den Knackpunkt für Entwickler: „Das Hauptaugenmerk wird darauf liegen, eine einheitliche User Experience zu bieten, auch über verschiedene Geräte hinweg; seien es IoT-Sensoren, Autos oder sogar Fabriken.“

3. 3D-Druck drängt in neue Anwendungsgebiete vor

Der 3D-Druck nutzt bereits eine große Spannweite an Materialien, wie Nickellegierungen, Kohlenstofffasern oder leitfähige Tinte. Diese Entwicklung wird dazu führen, dass 3D-Druck in neue Bereiche vorstößt. In der Luftfahrt, der Medizin oder auch dem Militär werden sich neue Anwendungsgebiete finden. Gartner prophezeit außerdem, dass die steigende Anzahl an 3D-Druck-Materialien dafür sorgen wird, dass die Zahl der an Unternehmen verkauften 3D-Drucker bis 2019 um 64 Prozent steigen wird.

4. Ordnung ins Datenchaos bringen

Alle Teilnehmer in einem digitalen Netzwerk produzieren, nutzen und übertragen Daten. Diese Informationen gehen über reinen Text, Audio oder Video hinaus. Sensor- und Kontextinformationen gehören ebenso dazu. Ein Trend wird sein, all diese verschiedenen Daten zu verbinden. Fortschritte in Semantik-Tools wie Graphdatenbanken oder andere Methoden, Daten einzuordnen und zu analysieren, werden Ordnung in das Datenchaos bringen.

5. Machine Learning und Deep Learning

Machine Learning wird mit Deep Neural Nets (DNN) über klassisches Computertechnik- und Informationsmanagement hinausgehen. Es werden autonome Systeme entstehen, die lernen, die Welt ohne Hilfe von außen wahrzunehmen.

6. Mit Apps sprechen

Machine Learning macht viele Dinge intelligenter – vom Roboter bis zum selbstfahrenden Auto. Software-basierte intelligente Maschinen haben jedoch bereits jetzt einen weit größeren Einfluss. Virtual Personal Assistants (VPA) wie Google Now, Microsofts Cortana oder Apples Siri werden immer intelligenter und sind die Vorreiter von autonomen Agenten. Adé nervige Formulare und Menüs, hallo Sprachsteuerung.

7. Adaptive Sicherheitssysteme aufbauen

Durch die fortschreitende Digitalisierung steigt für Unternehmen das Risikolevel. Security ist gefragter denn je. Klassische Methoden, die IT zu schützen, werden aber nicht ausreichen. Anwendungen müssen sich selbst schützen und Unternehmen müssen das Verhalten sowohl von den Anwendern selbst als auch von Geräten überwachen und so ein Sicherheitssystem schaffen, das sich adaptiv anpassen lässt.

8. System-Architektur

Das Digital Mesh und smarte Maschinen brauchen leistungsfähige und effiziente sogenannte neuromorphe Architekturen. „Systeme, die auf GPUs und FPGAS aufbauen, werden mehr wie das menschliche Gehirn funktionieren. Sie können besser mit Deep Learning und anderen Mustererkennungs-Algorithmen umgehen, “ erklärt Cearley.

9. Microservices und Container

Monolithische Strukturen werden immer mehr lose gekoppelten Systemen weichen. Microservices und Container sehen die Analysten als unabdingbar für flexible und skalierbare Architekturen, vor allem und aber nicht nur in der Cloud.

10. Die Internet-of-Things-Plattform ist das Herz der Dinge

Iot-Plattformen komplementieren das Netzwerk aus Anwendungen und Service Architektur. Management, Sicherheit, Integration und anderen Technologien und Standards der IoT-Plattform sind die Basis, um Elemente im Internet of Things zu bauen, zu managen und abzusichern.

Aufmacherbild: Tech Trends concept blue text with graphs von Shutterstock / Urheberrecht: ScandinavianStock

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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