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Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 1

Die Tech-Highlights 2016

Redaktion JAXenter

© Shutterstock / Saibarakova Ilona

Zum Abschluss des Jahres haben wir wieder unsere JAXenter-Experten gebeten, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Sie haben uns ihre Tech-Highlights für das Jahr 2016 verraten: von Eclipse, über Roboter bis zur Spiele-Engine. Auch der Dauerbrenner Microservices fehlt natürlich nicht. Lob und Tadel bekam Oracle zu hören.

Was war 2016 dein persönliches Highlight in der Technologie-Welt?

Die JAXenter-Experten

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Joachim Arrasz – Software- und Systemarchitekt bei synyx.

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Lukas Eder – Gründer und Geschäftsführer von Data Geekery.

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Dr. Jonas Helming – Geschäftsführer der EclipseSource München GmbH.

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Ivan Kusalic – Senior Software Engineer bei HERE

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Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

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Steve Naidamast – Senior Software Engineer bei Black Falcon Software.

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Dominik Obermaier – Geschäftsführer bei dc-square

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Kai Spichale – IT-Berater bei innoQ.

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Martin Dilger – Effective Trainings & Consulting

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Uwe Schindler – Consultant bei SD DataSolutions und PMC-Mitglied im Apache-Lucene-Projekt

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Florian Pirchner – Selbstständiger Softwarearchitekt

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Falk Sippach – Software-Entwickler bei der OIO Orientation in Objects GmbH.

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Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

 

Joachim Arrasz: Mein Highlight ist leider ein negatives. Aber warum sollten Highlights immer positiv sein? Ich würde sagen, die Tatsache, dass Oracle mal eben ein paar sehr relevante JSRs  gestrichen hat, ist schon ein Highlight wert. Aber die Entwicklung von OpenCypher mit anzusehen, ist einer super Sache!

Die Tatsache, dass Oracle mal eben ein paar sehr relevante JSRs gestrichen hat, ist schon ein Highlight wert.

Lukas Eder: Mein persönliches Highlight war Oracles Entscheidung, dockerbezogene Images kostenfrei auf GitHub zur Verfügung zu stellen. Sicherlich handelt es sich dabei nicht um die spannendste Neuerung der IT-Welt. Aber da ich in der Vergangenheit sehr mit der Installation von Oracle EE zu kämpfen hatte, macht es meine Arbeit viel einfacher. OK, das GitHub-Projekt hat Oracle bereits früher ins Leben gerufen, aber ich habe es erst 2016 für mich entdeckt.

Jonas Helming: Das war zu Beginn des Jahres das erste Release von Eclipse Che, eine ganz neue IDE und Plattform im Eclipse-Ökosystem. Natürlich haben wir uns sofort mit deren Erweiterungsmöglichkeiten beschäftigt.

Lesen Sie auch: Browser-IDEs im Vergleich: Eclipse Che vs. Orion vs. Microsoft Visual Studio Code

Ivan Kusalic: Beruflich war das Jahr für mich wirklich toll: von spannenden Situationen mit der Modellbildung in Scala, über Herausforderungen beim Design von APIs, bis hin zu weitreichenden architektonischen Entscheidungen. Wenn ich mich aber für ein Highlight entscheiden muss, wäre das der Entwurf einer Architektur und die Implementierung eines hochverfügbaren Services, der empfindlich hinsichtlich der Datenkonsistenz ist und mehr als eine Milliarde Abfragen pro Monat verzeichnet.

Gottes wunderbare Geschöpfe sind immer noch um Welten beeindruckender als all die von uns geschaffenen Technologien.

Bernhard Löwenstein: Das ist einfach zu beantworten: Die Anschaffung eines humanoiden Pepper-Roboters und die anschließende Beschäftigung damit. Unser erster gemeinsamer Auftritt war bei der Kinderuni an der TU Wien. Meine beiden Vorträge wurden von über 400 Kindern gestürmt. Die jungen Forscher waren von meinem Roboternachwuchs natürlich sehr angetan. Es ist echt toll, was sich mit dem Pepper alles anstellen lässt. Ein weiterer Höhepunkt war für mich der Besuch des BMW-Produktionswerks in München. Alle reden über Industrie 4.0, dort findet sie statt!

Letztendlich verblassen aber diese Dinge, wenn ich sie mit meinem persönlichen Jahres-Highlight vergleiche: dem Besuch des Krüger-Nationalparks sowie einiger weiterer Tierparks in Südafrika. Damit erfüllte sich ein Kindheitstraum! Gottes wunderbare Geschöpfe – von den Big Five bis hin zu den Ugly Five – sind halt immer noch um Welten beeindruckender als all die von uns geschaffenen Technologien.

Mein persönliches technisches Highlight in diesem Jahr ist die neue Version von MonoGame, eine cross-plattform, XNA-basierte Spiele-Engine.

Steve Naidamast: Nach kurzer Bedenkzeit würde ich sagen, dass mein persönliches technisches Highlight in diesem Jahr die neue Version von MonoGame, eine cross-plattform, XNA-basierte Spiele-Engine war. Sie erlaubt es Entwicklern aller Genres, jede Art von Spiel in fast jeder Hauptprogrammiersprache zu programmieren. Mit dieser Low-Level-Bibliothek – die in etwa einen Schritt über DirectX steht – umgehen zu lernen, ist nicht leicht. Aber es gibt genug Support für die Spiele-Engine, damit sich der Aufwand lohnt.

Dominik Obermaier: Ganz klar MQTT. Das schlanke IoT-Protokoll ist in der Verbreitung 2016 regelrecht explodiert und hat klassische Kommunikationsparadigmen auf den Kopf gestellt.

Kai Spichale: Meine persönlichen Highlights waren dieses Jahr Microservices und PaaS. Konkret war ich positiv von der SAP HANA Cloud Platform überrascht, die viele Vorteile für unsere Microservices-Architektur zeigte, die seit diesem Jahr auch produktiv im Einsatz ist. Zum Thema Microservices möchte ich das Buch von Eberhard Wolff weiterempfehlen.

Martin Dilger: Ich habe mich 2016 sehr stark mit verteilten Systemen und besonders deren Überwachung mit Metriken und Tools beschäftigt. Es ist schon erstaunlich, welche mächtigen Tools wir hier mittlerweile an der Hand haben, wie beispielsweise InfluxDB und Prometheus. Und welche Fehler plötzlich auffallen, wo doch vorher alles (scheinbar) wunderbar funktioniert hat 🙂

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Uwe Schindler: Emojicode 👮 Ich hatte nur bis heute nicht die Zeit damit ein Programm zu schreiben!

Florian Pirchner: Auf der JAX habe ich den Watson von IBM kennen gelernt. Schon echt „groß genial“ dieses Framework. Des Weiteren habe ich mich mit den BndTools beschäftigt – komplett anderer Ansatz als Eclipse PDE. Doch die BndTools funktionieren ohne große Probleme, sodass ich sie in meinem nächsten Projekt einsetzen werde.

Man darf gespannt sein, ob Kotlin im Gegensatz zu Scala oder Groovy ein ernstzunehmender Konkurrent für Java als Sprache werden kann.

Falk Sippach: Ich habe mich darüber gefreut, dass die Entwicklung bei Grails unaufhörlich weitergeht. Nachdem die Zukunft Anfang 2015 durch den Abgang von Pivotal zunächst nicht sehr rosig aussah, hat man doch bald einen neuen Hauptsponsor finden können. Und der hat sogar noch zusätzliche Leute eingestellt. Somit kamen regelmäßig Minor-Releases mit jeder Menge neuer Funktionen heraus.

Im Gegensatz zu Grails ist es zwar um Groovy deutlich ruhiger geworden. Aber der Wechsel zur Apache Foundation war trotzdem eine gute Entscheidung, und die steigenden Download-Zahlen bestätigen das anhaltende Interesse.

Mit Kotlin hat dieses Jahr zudem eine neue JVM-Sprache auf sich aufmerksam gemacht. Man darf gespannt sein, ob Kotlin im Gegensatz zu Scala oder Groovy ein ernstzunehmender Konkurrent für Java als Sprache werden kann.

Thomas Kruse: Mein Highlight war die Ableitung von Informationen und Aussagen aus Facebook-Likes. Ich finde es einerseits faszinierend, wie viele Informationen aus Likes ermittelt werden können. Gleichzeitig zeigt es natürlich aber auch auf, dass die Gesellschaft lernen muss, mit Datenerhebung verantwortungsvoll umzugehen. (Die Story dazu: https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/)

 

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