Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 2

Diese Tech-Geheimtipps sollten Sie sich ansehen

Redaktion JAXenter

© Shutterstock / Yuliya Evstratenko

Nicht jede Technologie bekommt die Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Deswegen haben wir unsere JAXenter-Experten nach ihren Geheimtipps gefragt. Vor allem Fremdsprachen wie TypeScript, Swift und Go bekamen viel Liebe ab. Und nicht jeder Geheimtipp hat direkt mit Technik zu tun.

Dein Geheimtipp: Welche Technologie hast du 2016 für dich entdeckt, die du auch anderen wärmstens ans Herz legen würdest?

Die JAXenter-Experten

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Joachim Arrasz – Software- und Systemarchitekt bei synyx.

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Lukas Eder – Gründer und Geschäftsführer von Data Geekery.

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Dr. Jonas Helming – Geschäftsführer der EclipseSource München GmbH.

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Ivan Kusalic – Senior Software Engineer bei HERE

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Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

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Steve Naidamast – Senior Software Engineer bei Black Falcon Software.

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Dominik Obermaier – Geschäftsführer bei dc-square

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Kai Spichale – IT-Berater bei innoQ.

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Martin Dilger – Effective Trainings & Consulting

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Uwe Schindler – Consultant bei SD DataSolutions und PMC-Mitglied im Apache-Lucene-Projekt

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Florian Pirchner – Selbstständiger Softwarearchitekt

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Falk Sippach – Software-Entwickler bei der OIO Orientation in Objects GmbH.

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Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

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Andreas Monschau – IT Consultant bei Haeger Consulting

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Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

 

 

Joachim Arrasz: „Weniger ist mehr“ würde ich den anderen ans Herz legen. Technologien sind etwas, das man pflegen muss. Je mehr man davon hat, desto mehr Pflegeaufwand hat man. Aber wenn ich mich auf ein Tool oder vergleichbares festlegen muss, dann würde ich auf Neo4j zeigen, aufgrund der großartigen Verbesserungen, die konkret mit Version 3 aufkamen. Aber auch OpenCypher ist sicherlich einen Blick wert.

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Meine Tochter brachte mir bei nicht von früh bis spät den neuesten technologischen Trends hinterher zu laufen.

Lukas Eder: Ich schummle bei dieser Frage und empfehle eine Nicht-Technologie, die ich dieses Jahr entdeckt habe. Meine süße, kleine Tochter kam im Januar zur Welt und brachte mir bei, alles etwas langsamer anzugehen, weniger zu arbeiten – das heißt mehr Zeit mit ihr zu verbringen – und nicht von früh bis spät den neuesten technologischen Trends hinterher zu laufen.

Man glaubt es kaum, aber 2016 war für mich ein produktiveres und finanziell interessanteres Jahr als das vorangegangene. Obwohl ich definitiv weniger gearbeitet habe!

Jonas Helming: TypeScript, das wir in der Entwicklung von JSON Forms einsetzen. Gerade für Entwickler aus der Java-Welt eine leichtgewichtige Möglichkeit, die Nachteile von JavaScript auszugleichen.

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Wir haben dieses Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Verwendung von Akka Streams gemacht.

Ivan Kusalic: Wir haben dieses Jahr sehr gute Erfahrungen mit der Verwendung von Akka Streams für unseren wichtigsten Scala-Service gemacht. Obwohl das Verfahren noch recht neu ist, ist es bereits ziemlich stabil, entwickelt sich sehr schnell weiter, verfügt über eine immer aktivere Community und ein Kernteam aus Entwicklern, das sehr schnell reagiert.

Man sollte Akka Streams meiner Meinung nach in Betracht ziehen, wenn man auf der JVM Streaming mit Back-pressure benötigt.

Mit TypeScript macht selbst JavaScript wieder Spaß.

Bernhard Löwenstein: So richtig ins Herz schloss ich heuer Angular 2 in Verbindung mit TypeScript. Man glaubt es kaum, aber da macht selbst JavaScript plötzlich – wieder – Spaß! Mit WildFly 10.1 machte ich auch ausgezeichnete Erfahrungen und kann ihn als Java-EE-Applikationsserver nur wärmstens empfehlen.

Weiterhin gefällt mir neuerdings die Gamification sehr gut und ich möchte dieses Prinzip zukünftig mehr in die Technologie-Workshops für Kinder und Jugendliche meiner gemeinnützigen IFIT-Organisation einfließen lassen. Hardwaremäßig reifte das Tablet im Jahr 2016 zu einem treuen Reisebegleiter von mir. Allerdings: Wo ist die verdammte Maus?

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Andreas Monschau: 2016 war für mich stark geprägt von arc42: Ich habe es selbst in Projekten zur Architekturdokumentation verwendet und war mehr als begeistert, als ich es in einem neuen Projekt beim Kunden schon im Einsatz sah. Mehr davon! Darüber hinaus habe ich mich vermehrt mit Microservices beschäftigt und hoffe da auch bald im Projektumfeld vernünftig loslegen zu können.

Apples Swift-Sprache ist seit der Veröffentlichung 2014 merklich erwachsen geworden.

Steve Naidamast: Als Microsoft .NET-Entwickler habe ich seit vielen Jahren keinen Sprachenwechsel durchgemacht, da es keine Gründe dafür gab. Natürlich bleibe ich dennoch, was Sprachfortschritte angeht, auf dem Laufenden.

Apples Swift ist seit der Veröffentlichung 2014 merklich erwachsen geworden und bietet sowohl den aktuellen Apple-Entwicklern als auch denen, die es gerne werden würden, deutlich einfachere Wege, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Swift ist ein Konstrukt aus vielen Sprachen und verbindet ihre Stärken, um eine C#/Java-ähnliche Umgebung zu schaffen. Der Umgang mit ihr ist weit einfacher zu erlernen als der mit Objective-C, was zuvor über Jahre hinweg Apples primäre Programmiersprache war.

Dominik Obermaier: Einer der positiven Entdeckungen in der Softwarewelt 2016 war für mich InfluxDB in Verbindung mit Graphana und Telegraf. Damit ist ein Server-Monitoring in Produktionsumgebungen extrem einfach und klappt auch mit sehr großen Datenmengen.

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Die Sprache Go fand ich 2016 sehr spannend.

Kai Spichale: Die Programmiersprache Go fand ich 2016 sehr spannend, denn sie bietet beispielsweise Objektorientierung ohne Klassenhierarchien und Vorteile für nebenläufige Anwendungen. Eine Go-Distribution umfasst außerdem essentielle Werkzeuge, beispielsweise zum Bau der Binaries, Testausführung und Paketverwaltung.

Martin Dilger: Wir arbeiten im Team mit TypeScript und ich denke, allein dadurch haben wir die typischen „Javascript-Probleme“ im Team schon deutlich reduzieren können. Zusammen mit Angular2 ist das natürlich ein echter Vorteil.

Uwe Schindler: Manchmal will man seine eigene Programmiersprache entwickeln! Ich habe das zwar nicht selbst gemacht, aber ich habe an der Nutzung des invokedynamic Bytecodes in der „Painless“ Programmiersprache für Elasticsearch mitentwickelt. Das ist zwar schon sehr abgedreht, man lernt aber viel darüber, wie Skriptsprachen für die Java VM intern arbeiten und wie man die wirklich performant bekommt.

Florian Pirchner: Ich arbeite zu 99% mit OSGi. Und ich würde jedem die BndTools ans Herz legen. Und nicht nur die Tools, sondern auch die Idee hinter deren Repos: „Was heute gebaut werden kann, soll auch noch in 20 Jahren baubar sein“. Daher checkt bspw. osgi/enroute die Bundles in das Git-Repo ein. Bisher ein absolutes Anti-Pattern. Doch bei genauer Betrachtung des Use Case (auch noch baubar in 20 Jahren) macht das super viel Sinn!

Ich finde das Wiederaufleben der funktionalen Programmierung sehr spannend.

Falk Sippach: Vermutlich kein Geheimtipp mehr, aber ich finde das Wiederaufleben der funktionalen Programmierung sehr spannend. Funktionale Sprachen wie Scala, Clojure oder Frege (Haskell für die JVM) ermöglichen besseren, kürzeren und leichter lesbaren Programmcode. Das Beschäftigen mit den Ideen der funktionalen Programmierung lohnt sich auf jeden Fall, kann man doch auch viele Aspekte mit Java 8, Groovy, Kotlin und anderen JVM-Sprachen umsetzen.

Ebenfalls nicht ganz neu, aber mir in diesem Jahr verstärkt aufgefallen, ist die neue Art zu dokumentieren. Leichtgewichtige Auszeichnungssprachen wie Markdown oder AsciiDoc und bestens in unsere tägliche Entwicklerarbeit integrierte Werkzeuge ermöglichen die effiziente Erstellung einer zeitgemäßen und stets aktuellen Architekturdokumentation.

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Nicolai Parlog: Asciidoctor, vor allem mit reveal.js für Präsentationen.

Thomas Kruse: Ich halte das Potential, das sich durch interaktive Chat-Systeme ergibt, für einen Bereich, den es unbedingt zu erforschen gilt. Der Facebook-Messenger ist dabei ein Kanal, der es ermöglicht, mit der unglaublich großen Nutzergemeinde in direkten Kontakt zu treten und Transaktionen durchzuführen.

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