Interview mit Benjamin Schmeling

Vom Entwickler zum Teamleiter

Melanie Feldmann

Benjamin Schmeling

Der nächste Schritt auf der Karriereleiter ist für viele Entwickler der Teamleiter. Wir haben mit Benjamin Schmeling, Teamleiter der Softwareentwicklung bei UBL Informationssysteme, über die Stolpersteine für diesen Schritt gesprochen und wie man diese umgehen kann.

JAXenter: Wie bist du Team Lead geworden?

Benjamin Schmeling: Ich habe direkt nach dem Studium einige Jahre als Softwareentwickler für ein mittelständisches Unternehmen gearbeitet. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Kundenprojekte realisiert und Erfahrung in den unterschiedlichsten Bereichen wie Anforderungsanalyse, Implementierung und Beratung gesammelt. Anschließend bin ich zu einem großen Softwarehaus gewechselt, um dort im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte zu promovieren. Am Ende der Promotionszeit bot mir mein vorheriger Arbeitgeber eine Position als Teamleiter an, um den Java-Softwareentwicklungsbereich weiter auszubauen. Diese Herausforderung habe ich natürlich gerne angenommen.

JAXenter: Was war für dich persönlich das Schwierigste beim Schritt vom Entwickler zum Teamleiter?

Als Entwickler ist es manchmal schwierig sich von Entwicklungsaufgaben zu lösen und diese an sein Team abzugeben.

Benjamin Schmeling: Das Schwierigste war sich voll und ganz auf das Leiten seines Teams zu fokussieren. Wenn man einen technischen Background als Entwickler hat ist es manchmal schwierig sich von Entwicklungsaufgaben zu lösen und diese an sein Team abzugeben. Das ist meistens ein gradueller Prozess, der etwas Zeit braucht. Wenn dies aber eine Weile gut funktioniert hat und man merkt, dass auf jeden Einzelnen im Team zu 100 Prozent Verlass ist, lässt sich diese Herausforderung letztendlich gut meistern. Die Qualität eines Teamleiters wird nicht mehr nur nach der persönlichen Leistung sondern nach der Gesamtleistung seines Teams bemessen.

JAXenter: Hattest du einen Mentor? Wenn nicht, hättest du dir einen gewünscht?

Benjamin Schmeling: Einen Mentor hatte ich nicht direkt, jedoch einige Kollegen in den jeweiligen Unternehmen, von deren Erfahrung ich enorm profitieren konnte. Ein Mentor war auch nicht zwingend erforderlich, da mir die Firmenabläufe aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit im Unternehmen bekannt waren und ich auf der fachlichen Ebene überzeugen konnte. Es ist zwar hilfreich einen Mentor zu haben, letztendlich muss aber jeder Teamleiter seine eigenen Erfahrungen machen und dabei seinen eigenen Führungsstil finden.

JAXenter: Welcher Führungsskill ist für dich der wichtigste?

Es ist wichtig zu überzeugen und ein Vorlbild für sein Team zu sein.

Benjamin Schmeling: Die Rolle eines Teamleiters kann in verschiedenen Unternehmen unterschiedlich gelebt werden. Je nach dem agiert ein Teamleiter führend in der Rolle als Manager, leitender Softwarearchitekt oder als Projektleiter. Deshalb sind natürlich auch die unterschiedlichen Skills im disziplinarischen, fachlichen und organisatorischen Bereich gefragt. Für die genannten Bereiche ist es meines Erachtens wichtig zu überzeugen, ein Vorbild für sein Team zu sein und es in die richtige Richtung zu lenken.

JAXenter: Hat sich deine Sicht auf bestimmte Dinge dadurch geändert?

Benjamin Schmeling: Da ich als Teamleiter die Verantwortung dafür trage ein gut organisiertes Team zu führen, das qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt, nehme ich mir deutlich mehr Zeit dafür die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Verantwortung ist sicherlich deutlich höher, da die Auswirkungen einer Entscheidung häufig das gesamte Team, wenn nicht das gesamte Unternehmen betrifft. Im Rahmen meiner Tätigkeit versuche ich demnach auch die Arbeitsabläufe noch strukturierter zu koordinieren und zu optimieren. Ich versuche immer sicherzustellen, dass meine Teammitglieder die nötigen Informationen, Entscheidungen und das Wissen haben selbständig zu arbeiten, denn hier kann meines Erachtens die meiste Zeit verloren gehen.

JAXenter: Vielen Dank für das Gespräch!

schmeling_benjaminBenjamin Schmeling ist Teamleiter der Softwareentwicklung bei UBL Informationssysteme und dort zuständig für die Entwicklung von kundenindividuellen Softwarelösungen, Integrationslösungen und Strategy Services. Er beschäftigt sich in diesem Rahmen unter anderem mit Themen wie der modellgetriebenen Softwareentwicklung, serviceorienterten Architekturen und Cloud Computing.

 

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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