Frühlingserwachen für Enterprise Java

Task-orientiertes Eclipse mit der SpringSource Tool Suite

Eberhard Wolff und Christian Dupuis

Mit der SpringSource Tool Suite steht eine Eclipse-Distribution zur Verfügung, die es sich nicht nur zum Ziel gesetzt hat, Spring als die dominierende Enterprise-Java-Infrastruktur zu unterstützen, sondern gleichzeitig auch das innovative Task-basierte Vorgehen des Mylyn-Plug-ins optimal zu unterstützen.

Die Kombination von Spring und Mylyn spiegelt sich auch darin wider, dass die SpringSource Tool Suite in enger Kooperation zwischen SpringSource, der Firma hinter dem Spring-Portfolio, und Tasktop entwickelt wird, der Firma hinter dem Mylyn-Eclipse-Plug-in.

Was ist nun das Besondere an Mylyn? Es unterstützt den Entwickler dabei, mehrere Tasks (Aufgaben) parallel mit Eclipse zu bearbeiten. Für jeden dieser Tasks wird das komplette Layout des Eclipse-Workspaces abgespeichert. Außerdem sind jeweils nur die Dateien wie Java-Klassen oder XML-Dateien sichtbar, die im Kontext des gerade aktiven Tasks bearbeitet werden. Dadurch kommt man von dem projekt- oder dateigetriebenen Ansatz klassischer IDEs zu einem Prozedere, in dem der Task, an dem der Entwickler gerade arbeitet, im Mittelpunkt steht. Durch die Integration eines Bug Trackers wie Atlassian JIRA oder BugZilla können solche Tasks sogar automatisch aus anderen Quellen in die IDE übernommen werden. Der Ansatz stellt also die logische Erweiterung eines Konzepts dar, das bei Werkzeugen zur Unterstützung von Softwareentwicklung – abgesehen von IDEs – sowieso schon etabliert ist.

Die SpringSource Tool Suite implementiert auf Basis von Mylyn und der Spring IDE, die zur Unterstützung von Spring-Entwicklungen dient, eine kommerzielle Eclipse-Distribution, die außerdem die typischerweise für die Enterprise-Java-Entwicklung benötigten Eclipse-Plug-ins wie die Web Tools Platform (WTP) oder die Data Tools Platform (DTP) enthält. Eine Bemerkung vorweg: Mylyn wird genauso wie Spring IDE Open Source bleiben. Es ist sogar so, dass es durch die Entwicklung der SpringSource Tool Suite möglich war, Spring IDE von einem Hobbyprojekt zu einem Bestandteil einer Vollzeitbeschäftigung zu machen und so mit einer höheren Priorität an dieser Technologie zu arbeiten.

Features

Der erste Punkt bei der SpringSource Tool Suite ist die Begrüßung: Sie hat ein eigenes Dashboard, das den Zugriff auf die Blogs von SpringSource und die Community-Neuigkeiten von springframework.org erlaubt. Von hier aus kann auch auf die zuletzt aktivierten Mylyn-Tasks zugegriffen werden, und man kann sehr einfach eine neue Tomcat-Instanz zum Deployment von Webanwendungen innerhalb von Eclipse installieren und zur Verwendung mit WTP konfigurieren – Tomcat ist ebenfalls in der SpringSource Tool Suite enthalten.

Über das Dashboard besteht auch Zugriff auf ein Feature der SpringSource Tool Suite, mit dem das Erlernen der verschiedenen Spring-Technologien entscheidend vereinfacht wird: Die Tool Suite bietet eine breite Auswahl von Tutorials zu verschiedenen Themen im Spring-Bereich wie zu den neuen Features von Spring 2.5 aber auch zu anderen Enterprise-Java-Technologien wie OSGi. Diese Tutorials bestehen aus einem interaktiven Cheat Sheet – ein Name, bei dem die gelungene Aussprache nicht ganz einfach ist.

Abb. 1: Task-basiertes Tutorial zu Spring 2.5

Zu Beginn eines jeden Tutorials werden ein oder mehrere Beispielprojekte in den Eclipse-Workspace importiert. Anschließend kann man das Tutorial schrittweise abarbeiten. Abbildung 1 zeigt ein Beispiel. In dem Cheat Sheet bekommt man Informationen zu dem aktuellen Schritt des Tutorials. Gleichzeitig sieht man die in diesem Kontext relevanten Dateien aus dem Beispielprojekt – in diesem Fall die Spring-XML-Konfiguration. Um die irrelevanten Teile auszublenden, wird Mylyns Task-Fokussierung genutzt: Im Rahmen des Tutorials entsteht also ein Task, der jeweils nur die relevanten Ausschnitte des Beispielcodes zeigt. In Abbildung 1 sieht man ihn in der Task-List, er heißt „What’s new in Spring 2.5“. Dadurch ist es sehr einfach, den Inhalten des Tutorials zu folgen. Auch kann man das Tutorial problemlos für andere Tätigkeiten unterbrechen und später durch Aktivierung des Tutorial-Tasks wieder genau an die Stelle zurückkehren, an der man aufgehört hat.

Geschrieben von
Eberhard Wolff und Christian Dupuis
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