Task-orientiertes Eclipse mit der SpringSource Tool Suite

Fehleranalyse

Ein weiteres Feature ist die so genannte Runtime Error Analysis. Mit ihr ist es möglich, einen Fehler, der zur Laufzeit einer Anwendung auftritt, durch die SpringSource Tool Suite analysieren zu lassen. Die Runtime Error Analysis kann man in der Konsole mit einem rechten Mausklick anwählen und erhält dann nähere Erläuterungen zu dem Fehler. Abbildung 2 zeigt ein Beispiel. Hier werden auch gleich Lösungen vorgeschlagen. Die Analyse kann nicht nur von dem Typ der Exception abhängen, sondern von beliebigen Teilen der Konsolenausgabe. Die Runtime Error Analysis greift auf eine Knowledge Base zurück, die von SpringSource begründet wurde, aber zu der man auch seine eigenen Lösungen und Erklärungen einreichen kann. Dadurch ist die SpringSource Tool Suite auf die eigene Situation anpassbar.

Abb. 2: Runtime Error Analysis mit der SpringSource Tool Suite

Des Weiteren sind Best-Practices-Regeln in die Entwicklungsumgebung integriert. Die SpringSource Tool Suite überprüft den geschriebenen Code und die Spring-Konfigurationen auf Verstöße gegen etablierte Best Practices. Dies ist nicht nur für weniger erfahrene Entwickler interessant, sondern auch für Spring-Experten. Spring führt in neuen Versionen immer wieder weitere Vereinfachungen ein, sodass man oft Mühe hat, auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Durch die Best Practices wird man automatisch auf Optimierungspotenziale hingewiesen und kann durch Verwendung der hinterlegten Quick Fixes die Probleme meinst auch gleich beheben.

Ein Beispiel zeigt Abbildung 3: Die verwendete JndiObjectFactoryBean kann ab Spring 2.0 durch ein jee:jndi-lookup-Element ersetzt werden, und auch die Angabe eines Property-Werts durch ein eigenes value-Element entspricht schon länger nicht mehr dem Stand der Kunst: Mittlerweile sollte man lieber das value-Attribut verwenden, das eine deutlich kürzere Schreibweise darstellt. Auf diese Art und Weise können aber nicht nur solche neuen Features leichter erlernt werden, sondern man wird auch vor typischerweise problematischen Codefragmenten bewahrt. So wird beispielsweise erkannt, ob eine ineffiziente DriverManagerDataSource anstatt einer poolenden DataSource-Implementierung verwendet wird.

Abb. 3: Spring-Best-Practices-Hinweise
Und was kostet es?

Mittlerweile sollte klar geworden sein, dass die SpringSource Tool Suite mehr als ein Entwicklungswerkzeug mit einer konsequenten Umsetzung des Task-Ansatzes ist: Sie bietet außerdem Zugriff auf das Wissen der Macher von Spring. Daher ist die SpringSource Tool Suite als Teil von SpringSource Enterprise, der Subscription von SpringSource, erhältlich, die auch Support per E-Mail oder Telefon umfasst. Sie enthält neben der SpringSource Tool Suite auch die Application Management Suite zur Überwachung von Spring-Anwendungen und das Advanced Pack für Oracle-Datenbanken mit einigen speziellen Features für solche Umgebungen.

Fazit

Durch die Kombination von etablierten Open-Source-Technologien wie der Spring IDE und Mylyn ist die SpringSource Tool Suite ein wesentlicher Schritt, um dem Task-basierten Ansatz zum Durchbruch zu verhelfen. Die SpringSource Tool Suite ist aber gleichzeitig tatsächlich mehr als die Summe ihrer Einzelteile: Sie umfasst durch die Tutorials, die Best Practices und die Runtime Error Analysis viele Features, mit denen die Entwicklung von Spring-basierten Enterprise-Java-Anwendungen vereinfacht wird. Die Vision ist der „Consultant in a Box“: Die IDE dient nicht einfach nur dazu, das, was der Entwickler programmiert, zu kompilieren und zu editieren, sondern sie hilft auch konstruktiv dabei, den Code zu verbessern und neue Features kennen zu lernen.

Eberhard Wolff arbeitet als Regional Director bei SpringSource, der Firma hinter dem Spring-Portfolio. Er ist Gründungsmitglied der Java-Champions, regelmäßiger Autor in verschiedenen Publikationen und Sprecher auch auf internationalen Konferenzen.

Christian Dupuis ist Senior Software Engineer bei SpringSource. Dort ist er für die SpringSource Tool Suite verantwortlich. Außerdem leitet er seit 2004 das Spring-IDE-Projekt und hat seit 1997 in verschiedenen Bereichen Enterprise-Java-Anwendungen entworfen und entwickelt.

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