Stand der Dinge

SWTonJavaFX

Marc Teufel, Tom Schindl
©iStockphoto.com/malerapaso

Die Eclipse-Community macht sich seit Langem stark für JavaFX, insbesondere durch das Projekt e(fx)clipse, welches JavaFX Tooling bereitstellt. Aber auch eine Runtime zum Bauen von Eclipse-4-Anwendungen mit nativem JavaFX ist im Rahmen von e(fx)clipse verfügbar. Mit SWTonJavaFX stellen die Entwickler nun eine neue SWT-Implementierung bereit. Diese bietet ein SWT-API, das zur Laufzeit JavaFX Controls anstelle nativer Widgets verwendet.

Früher war alles noch so einfach und schön. Ein Java-GUI wurde mit Swing oder SWT entwickelt. Fertig. Doch das Rad der Zeit dreht sich weiter, und in den letzten Jahren haben sich nicht nur die Anforderungen von Kunden und Entwicklern verändert, sondern es sind auch neue Konkurrenten für die bewährten Java-UI-Toolkits entstanden, die sich anschicken, Swing und SWT den Rang abzulaufen. Gerade der Siegeszug von HTML5 sorgt hier für Furore und brachte und bringt immer noch eine nachhaltige Veränderung mit sich. Nun lassen sich nämlich Webanwendungen entwickeln, die nicht nur gut aussehen und höchst portabel sind, sondern auch im Funktionsreichtum ihrem großen Bruder Desktopanwendung in nahezu nichts mehr nachstehen. Anwendungen, die auf Basis von HTML5 und JavaScript (Stichwort „Single Page Applications“) geschrieben sind, schicken sich also an, mehr und mehr in die heile Welt der Desktopanwendungen vorzudringen. Und dies ganz zu recht, denn Swing und SWT können es mit dieser Konkurrenz nur schwer aufnehmen.

Oracle musste also irgendwie reagieren. Mit der Neupositionierung – oder besser: Neuerfindung – von JavaFX versuchte der Konzern Boden gut zu machen. Und um dem Ganzen noch Nachdruck zu verleihen, verkündete Oracle gleichzeitig, dass JavaFX der offizielle Nachfolger von Swing sei. Swing ist somit also „deprecated“ und wird nicht mehr weiterentwickelt. Tatsächlich scheint es Oracle mit JavaFX auch gelungen zu sein, eine neue und moderne UI-Technologie auf den Markt zu bringen, die zwar noch nicht perfekt und bestimmt noch nicht so ausgereift wie das seit Jahren erprobte und sich im Einsatz befindliche Swing ist, aber dennoch einen großen Teil der Entwicklergemeinde zu faszinieren weiß.

(Den vollständigen Artikel finden Sie im Eclipse Magazin 6.2014)

Geschrieben von
Marc Teufel
Marc Teufel
Marc Teufel arbeitet als Projektleiter und Softwarearchitekt bei der hama GmbH & Co KG und ist dort für die Durchführung von Softwareprojekten im Bereich internationale Logistik zuständig. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel im Web-Services- und Eclipse-Umfeld. Er hat drei Bücher zu Web Services veröffentlicht, sein aktuelles Buch „Eclipse 4 – Rich Clients mit dem Eclipse 4.2 SDK“ ist kürzlich bei entwickler.press erschienen.
Tom Schindl
Tom Schindl
Tom Schindl ist Gründer und Mitbesitzer von BestSolution.at, einem auf Java- und Eclipse-Technologien spezialisierten Entwicklungs- und Consulting-Unternehmen. Er ist Committer in verschiedenen Eclipse-Projekten und Mitglied des Architecture Councils von Eclipse.
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