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SWT on FX: Für alle, die SWT verlassen, aber JavaFX noch nicht trauen wollen

Claudia Fröhling

Die Eclipse Community macht sich seit langem stark für JavaFX, nicht zuletzt durch Projekte wie e(fx)clipse, welches das JavaFX-Tooling nach Eclipse gebracht hat. Verantwortlich dafür zeigt sich Tom Schindl – jetzt hat er ein neues Projekt in der Pipeline, das ebenfalls mit JavaFX zu tun hat: SWT und FX.

Die grundlegende Idee von SWT (Standard Widget Toolkit) ist die Bereitstellung eines plattform-übergreifenden API, das wenn möglich native Betriebssystem-Widgets verwendet. Genau darin liegen aber schließlich auch die Grenzen von SWT – wenn beispielsweise ein Betriebssystem wie Windows nicht genügend Styling-Möglichkeiten via CSS anbietet.

Wozu „SonF“?

SWT on FX, kurz SonF ist eine SWT-Implementierung, die anstelle der nativen Widgets JavaFX Controls einsetzt. So sollen die oben beschriebenen Styling-Probleme umgangen werden. Dabei will man, so Tom, so konform mit SWT sein wie möglich – Ziel ist, alle Funktionalitäten mit SonF anzubieten, die SWT selbst auch anbietet.

Tom sieht drei potenzielle Use Cases für das neue Projekt:

  • Große SWT-Projekte mit viel Legacy-Code, die einen Technologiewechsel anstreben
  • Anwendungen, die auf RAP aufbauen sollen
  • Projekte, die sich produktiv noch nicht an JavaFX herantrauen, die aber beim Feature-Set von SWT an ihre Grenzen stoßen

SWT on FX soll also ein möglicher Migrationsweg für SWT-Projekte werden und auch die Angst von JavaFX nehmen. Denn so sehr die Technologie derzeit in aller Munde ist, so vergeblich sucht man noch nach großen Legacy-Anwendungen, die auf JavaFX migriert sind. Tom Schindl selbst sieht zumindest in SWT keine Zukunft mehr: „SWT is quite done and does not introduce new concepts as it looks like“, schreibt er im Blog. Das letzte Update gab es allerdings erst vergangenen Sommer im Zuge des Kepler Release Trains, die Liste der neuen Features war damals aber recht überschaubar.

Ganz am Anfang

SWT on FX steht noch ganz am Anfang: das Projekt ist derzeit noch in einem privaten Bitbucket-Repository gehostet und die Lizensierung ist noch unklar. Auch ist noch nicht sicher, wie sich SonF finanzieren soll – Tom bezweifelt, dass es einen Markt für kommerziellen SonF-Support geben wird, aber auch ein Kickstarter-Projekt dürfte wenig Sinn machen. Daher stellt er die Frage an die Community, ob und wenn ja welches Interesse an diesem SWT-Port besteht. Mehr Informationen finden sich im Blog.

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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