Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen

Apple löst Versprechen ein: Swift ist Open Source

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Sokolov Alexey

Im Rahmen der diesjährigen Worldwide Developers Conference (WWDC), Apples Hauskonferenz, hatte das Unternehmen angekündigt, den Compiler und die Standardbibliotheken seines designierten Objective-C-Nachfolgers Swift quelloffen zu machen. Dieses Versprechen hat Apple nun eingelöst.

Der Swift-Code findet sich ab sofort in einem brandneuen GitHub-Repository – bzw. mehreren Unter-Repositories: So teilen sich der Swift-Compiler und die Kernbibliotheken ein Verzeichnis mit dem SourceKit (das Informationen an IDEs liefert), während das Swift Foundation- (Core Utilities, Internationalisierung, OS-Unabhängigkeit), das Swift libdispatch- (Unterstützung von Nebenläufigkeit und Mehrkern-Hardware) und das XCTest-Projekt (Bibliothek für die Unterstützung von Unit Tests) sowie die „Evolutionsdokumente“ (beschreiben die künftigen Ziele der Sprache) in eigenen Repositories zu finden sind.

Des Weiteren sind zwei zusätzliche Unterprojekte verfügbar: Der Swift Package Manager ist in Swifts Build-System integriert und dient der Verteilungsverwaltung des Swift-Codes, wobei insbesondere die Kompilierung und Verknüpfung von Swift-Packages, die Verwaltung von Abhängigkeiten und die Versionierung im Mittelpunkt stehen. Mit llbuild steht eine Sammlung von Bibliotheken zur Verfügung, die für den Bau von Build-Systemen gedacht ist.

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Wie es sich für ein quelloffenes Projekt gehört, soll Swift künftig eine rege Beteiligung der Community erfahren. Zu diesem Zweck hat Apple neben der entsprechenden Projektseite (samt Blog) mehrere Mailinglisten eingerichtet. Im Hinblick auf die Verhaltensregeln der Community geht Apple den selben Weg, den in diesem bereits zahlreiche Projekte gegangen sind: Swifts Code of Conduct soll für ein respektvolles Miteinander der Community-Mitglieder sorgen und erteilt sexualisierter Sprache, persönlichen Angriffen und Co. eine deutliche Absage.

Swift läuft auf Macs und ermöglicht die Erstellung von Apps für OS X, iOS, watchOS und tvOS. Darüber hinaus steht mit der quelloffenen Version der Sprache nun auch ein Linux-Port zur Verfügung. Das Linux-Toolset bietet eine Unterstützung des Package Managers, des LLDB-Debuggers und der REPL. Insbesondere dieser Schritt dürfte der Sprache völlig neue Anwendungsbereiche eröffnen: Neben Spielen und Verbraucher-Apps wird Swift nun auch für Enterprise-Anwendungen interessant.

Mit seiner Veröffentlichung als Open-Source-Projekt steht Swift künftig unter Apache 2.0-Lizenz.

Lesen Sie auch: Kritik an Apple: Wie Open Source ist Swift 2.0?

Aufmacherbild: Swift flying over head (Common Swift / Apus apus) von Shutterstock.com / Urheberrecht: Sokolov Alexey

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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