Swift-Entwickler sparen sich den Java-Kurs

Man nehme Swift und baue … eine Android-App!

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/pedrosek

Die Programmiersprache Swift verbinden die meisten wohl mit nativen iOS-Applikationen. Aber halt: Auch für Android könnten Apps mit Swift programmiert werden – mit ein paar kleinen Einschränkungen, wie Romain Goyet bemerkt.

In einem kürzlich veröffentlichten Blogpost zeigt Goyet, wie man auf der Basis der Compiler-Infrastruktur LLVM eine Android-Applikation programmieren kann. Die modulare Compiler-Unterbau-Architektur LLVM wird vor allem als gemeinsame Infrastruktur für die Implementierung einer ganzen Reihe von statischen und über die Laufzeit kompilierten Sprachen genutzt, so wie auch Swift.

Um die Applikation für Android zu entwickeln, bedient sich Goyet der IDE Xcode, dem Android SDK und dem Android NDK. Hier liegt wohl auch der Haken an dem Ganzen: Eine App, die nur basierend auf dem Android NDK Toolset gebaut ist, empfiehlt sich laut Android Developers genauso wenig wie der hier zwangsläufige Verzicht auf die Swift Core Library, denn dadurch ist nur ein kleine Teilmenge der Programmiersprache verfügbar.

Auf der GitHub-Seite können Interessierte sich alle Schritte noch einmal genauer ansehen. Inwiefern es sich allerdings um ernsthafte Cross-Platform-Programmierung handelt, oder um eine kleine Spielerei, muss sich erst noch zeigen. Immerhin ist aber schon einmal ein Proof-of-Concept gelungen – und dabei nicht einmal der erste…

Silver

Die Programmierung mit Swift für Android geht auch mit weniger Verzicht: Silver ist ein auf Swift ausgelegtes Frontend für den Elements Compiler. Seit diesem Frühjahr steht Silver frei zum Download zur Verfügung und ermöglicht die Kompilierung von Swift für .NET, Java, und damit Android und Cocoa. Wir berichteten bereits über die Vorzüge von Silver, welches Teil der übergeordneten Compiler-Toolchain Elements ist.

Dass in Swift programmierte Apps bald auch auf Android Devices funktionieren, ist also kein abwegiger Gedanke mehr. Fragt sich nur, wie performant solche crosskompilierten Apps dann tatsächlich laufen, und inwiefern OS-spezifische Design- und Formfaktoren dem Traum „Write Once, Run Everywhere (Android & iOS)“ nicht doch einen Strich durch die Rechnung machen.

Aufmacherbild: Business process diagrams von Shutterstock / Urheberrecht: pedrosek

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Man nehme Swift und baue … eine Android-App!"

avatar
4000
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
Martin
Gast

Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Immer wieder ein sehr spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen.