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Studenten und Open Source – eine perfekte Kombination?

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Dragon Images

Open-Source-Projekte sind ständig auf der Suche nach fähigen und motivierten Mitarbeitern. Informatik-Studenten und -Absolventen andererseits haben es häufig schwer, ihre künftigen Arbeitgeber von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Warum nicht beide zusammenbringen?

Open Source und Studenten: Zwei Dinge, die dem Programmierer und Blogger Radek Pazdera zufolge eigentlich perfekt zusammenpassen. Denn durch die Mitarbeit an quelloffenen Projekten, so Pazdera weiter, können letztere, bereits bevor sie die Hochschule Richtung Arbeitsmarkt verlassen, ein ansehnliches Portfolio an Praxiserfahrungen aufbauen.

Anfängerfreundlichere Projekte

Doch damit diese Möglichkeit gegeben ist, und die meist im Überfluss vorhandene Zeit und Motivation der Studenten in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann, müssen sich Pazdera zufolge viele Projekte darum bemühen, die Einstiegshürde für potentielle Committer zu senken. Als besonders wichtig identifiziert Pazdera in diesem Zusammenhang ein ausführliches, klar verständliches und nachvollziehbares Issue Tracking, das auch einige Hinweise und Tipps, die zur Lösung des jeweiligen Problems führen können, umfasst.

Auch über Mentoring sollte man Pazdera zufolge nachdenken. Da die Frischlinge noch etwas flatterhaft sein können, empfiehlt er jedoch, sie erst dann unter die Fittiche zu nehmen, wenn sie einige kleinere Commits beigesteuert und so gezeigt haben, dass sie dem Projekt nicht von heute auf morgen den Rücken kehren. Um gleich mehrere Neulinge auf einmal zu versorgen, bietet sich auch das Verfassen von detaillierten Projektleitfäden an.

Was sollen Studenten tun?

Den Studenten legt Pazdera ans Herz, zunächst insgesamt kleinere Brötchen zu backen: Demnach sollen sie sich auf die Erlernung von Teamwork, Git, Code-Reviews, das Zurechtfinden in unbekanntem Code sowie das Lesen (und Schreiben) von Dokumentationen konzentrieren.

Was die Schritte hin zu einer direkten Mitarbeit betrifft, so empfiehlt er, sich im Rahmen eines kleineren Projekts zu engagieren, das man bereits selbst genutzt hat und das in einer vertrauten Sprache geschrieben ist. Bevor man ernsthaft loslegt, sollte man sich zunächst den Quellcode besorgen und ihn (sowie die Testsuite) auf der eigenen Maschine zum laufen bringen. Erst danach folgt die Kontaktaufnahme mit den Maintainern. Neben der für die Berufswelt so wichtigen Erfahrung kann in der folgenden Projektarbeit quasi nebenbei Kontakt zu alten Hasen des Gewerbes geknüpft werden. Und, so Pazdera weiter, vielleicht springt am Ende ja sogar ein Job in deren Unternehmen heraus?

Aufmacherbild: Students having computer class at the university von Shutterstock.com / Urheberrecht: Dragon Images

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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