Studie bestätigt: Entwickler werden immer wichtiger

Stripe Report 2018: „Jährlich wird Entwicklerproduktivität im Wert von 300 Milliarden Dollar verschwendet“

Katharina Degenmann

© Shutterstock / Andrey_Popov

Die Payment-Plattform Stripe hat in Zusammenarbeit mit Harris Poll eine Studie durchgeführt, die die zunehmende Bedeutung von Entwicklern für Unternehmen aufzeigt. Wie die Ergebnisse zeigen, sind Entwickler weit mehr als ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.

Um herauszufinden, wie Unternehmen ihre Entwickler heutzutage einsetzen und wo eventuell Verbesserungsbedarf besteht, hat Stripe eine Studie mit 1.400 Entwicklern und Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen gestartet. An der Studie nahmen Befragte aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA und Singapur teil, darunter 279 Personen aus Deutschland.

Der Fachkräftemangel bleibt ein großes Problem

Das Entwickler für Unternehmen ungemein nützlich und wichtig sind, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Bereits Anfang des Jahres veröffentlichte Stripe seine Studie von 2017, in der der wachsenden Einfluss von Softwareentwicklern auf Unternehmen hervorgehoben wurde.

Ein wesentliches Problem bleibt jedoch der Fachkräftemangel. Wie die aktuelle Stripe-Studie belegt, ist es für Unternehmen offenbar leichter an Kapital zu kommen (27 Prozent), als an benötigte Spezialisten (34 Prozent). Und gerade in diesen fehlenden, ausgebildeten Fachkräften sehen Unternehmen die größte Gefahr (55 Prozent) für ihr Wachstum.

Dabei sieht 44 Prozent der Führungskräfte (C-Level) gerade im Tech-Bereich die größte Wettbewerbsbedrohung durch andere Unternehmen. Anschließend folgen die Bereiche Banking and finance (36 Prozent) und Engineering services (27 Prozent).

60 Prozent der deutschen Entwickler verbringen zu viel Zeit mit der Wartung veralteter Systeme

Neben fehlender Verfügbarkeit von ausgebildeten Entwicklern, liegt ein weiteres Problem in der Relation von Aufgabengebieten und Arbeitszeit. Demnach verbringen Entwickler über 17 Arbeitsstunden wöchentlich mit Wartungsproblemen, Fehlersuche und Refactoring. Etwa die Hälfte dieser Zeit sind sie damit beschäftigt, einen fehlerhaften Code zu reparieren. Sowohl Unternehmen, als auch Entwickler beklagen daher, dass zu wenig Zeit in neue Systeme investiert werde. Was für die Unternehmen daraus resultiert, ist ein jährlicher Produktivitätsverlust von knapp 300 Milliarden Dollar.

Wenn Software Engineers an den wirklich wichtigen Dingen arbeiten, dann läuft auch das Unternehmen. Wenn nicht, entstehen Milliardenverluste. – Stripe

Es geht also nicht darum, wie viele Softwareentwickler in einem Unternehmen arbeiten, sondern darum, wie ihr Talent eingesetzt wird. Laut Stripe kreieren gute Entwickler neben neuen Produkten und Dienstleistungen auch ganze Firmen. Glaubt man der Studie, haben Entwickler Einfluss auf eine schnellere Markteinführung von Produkten (71 Prozent), auf Umsatzsteigerungen (70 Prozent), Differenzierungen von Prdoukten bzw. Dienstleistungen gegenüber Wettbewerben (69 Prozent) und internes Berichtswesen bzw. Transparenz (65 Prozent). Ein produktiverer Einsatz der weltweiten Entwicklerressourcen könne die globale Wirtschaftsleistung in den nächsten zehn Jahren um 2,6 Billionen Euro steigern, so Stripe.

Deutschland hat Nachholbedarf und investiert zu wenig in neue Software

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Entwickler und Software Engineers in Unternehmen weltweit gestiegen. Allerdings gaben in Deutschland lediglich 46 Prozent der Befragten an, dass dies auch in ihrem Unternehmen der Fall war – im weltweiten Vergleich ist das der niedrigste Wert. Hinzu kommt, dass veraltete Software-Systeme die Produktivität in Deutschland besonders stark einschränken: 60 Prozent der Befragten stimmten in Deutschland der Aussage zu, dass Entwickler zu viel Zeit mit veralteten Systemen vergeuden. In den USA hingegen geben das „nur“ 47 Prozent an.

Dass Entwickler zukünftig noch gefragter sein werden, darüber sind sich die internationalen C-Level Executives mehrheitlich einig. 81 Prozent geht davon aus, des Entwickler im Vergleich zu heute, viel bzw. etwas wichtiger sein werden. Auf welchem Wege man bis dahin den Fachkräftemangel lösen könnte, wird in der Studie allerdings nicht erklärt.

Der vollständige Stripe Report 2018 ist online abrufbar.

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Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann studiert Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH. Nebenbei ist sie als freie Journalistin tätig, ihre ersten redaktionellen Erfahrungen hat sie bei einem regionalen Radiosender gesammelt.
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