Strategiewechsel: Eclipse Foundation finanziert Weiterentwicklung von Eclipse-Projekten

Hartmut Schlosser

Die Eclipse Foundation wird zukünftig direkt in die Weiterentwicklung von Eclipse-Projekten investieren. Diese neue Finanzierungsstrategie wird von Eclipse-Foundation-Direktor Mike Milinkovich auf seinem Blog angekündigt. Bisher hatte sich die Foundation vor allem als vermittelnde Instanz verstanden und die Entwicklung ihren Mitgliedsunternehmen bzw. Einzelcommittern überlassen.

Das Programm richtet sich laut Milinkovich an Eclipse-Anwender und Unternehmen, die selbst nicht die Zeit und Ressourcen aufbringen können, um sich aktiv an der Verbesserung von Eclipse-Projekten zu beteiligen. Anwender sollen Spenden allokieren können, die von der Foundation gezielt für die Weiterentwicklung von Eclipse-Projekten eingesetzt werden. Der Fokus soll zu Beginn auf der Verbesserung der Kernplattform, der Java Development Tools und der Web Tools liegen.

Wie genau die Finanzierungsmittel zugewiesen werden sollen, wird derzeit noch verhandelt. Fest steht bereits, dass alle Spenden aus dem Friends-of-Eclipse-Programm in die Finanzierung von Eclipse-Entwicklungen fließen wird. Im letzten Jahr sind über dieses Programm 120.000 Euro zusammen gekommen; Milinkovich erhofft sich eine Steigerung dieser Summe, da nun der Verwendungszweck klar und deutlich ausgesprochen ist.

Direkt-Finanzierungen dieser Art wurden in der Vergangenheit zwar schon sporadisch durchgeführt. So hatte Ericsson beispielsweise Gelder bereit gestellt, um die Projekte SWT, GTK3 und PDE voranzubringen; die Foundation selbst hatte Entwicklungsarbeiten für den Eclipse Marketplace in Auftrag gegeben. Dennoch galt diese Finanzierungsform stets als Ausnahme der Regel, die Entwicklung von Eclipse-Projekten allein den Mitgliedern der Foundation zu überlassen.

Ob es soweit kommt, dass Anwender direkt Gelder für die Behebung bestimmtere Bugs zuweisen können, bleibt fraglich. Auf eine entsprechende Nachfrage eines Anwenders hin antwortet Milinkovich, dass dies zwar diskutiert werde, aber auch einen großen Verwaltungsaufwand mit sich bringen würde.

Die genaue Ausgestaltung des neuen Finanzierungsprogrammes darf also mit Spannung weiterverfolgt werden. Zu begrüßen wäre sicherlich, wenn dadurch das Problem der schwindenden Zahl an Entwicklern für die Eclipse-Kernplattform abgemildert werden könnte.

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Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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