Agilität ist Trumpf

State of Scrum Report 2015: Popularität und Nachfrage steigen

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Vladimir Arndt

Die Vorteile agiler Methoden im Hinblick auf die Steigerung der Effizienz und eine bessere Zusammenarbeit im Team haben in den vergangenen Jahren zu einer wachsenden Verbreitung von Scrum und Co. gesorgt. Der Frage, wie es aktuell um Scrum bestellt ist, ging die Scrum Alliance im Februar dieses Jahres nach. Nun liegen die Ergebnisse in Form des State of Scrum Report 2015 vor.

Rund 5.000 Personen aus 108 Ländern nahmen an der 40 Fragen umfassenden Erhebung teil. Die Teilnehmer repräsentieren dabei mehr als 14 Industriezweige und eine Vielzahl von Anwendungsbereichen, darunter neben Software- und Produktentwicklung u. a. auch Operations, Human Resources sowie Vertrieb und Marketing.

Insgesamt deuten die die Ergebnisse des State of Scrum Report darauf hin, dass Scrum zunehmend populärer und gefragter wird: Beinahe 50 % der Umfrageteilnehmer gaben an, Scrum mindestens während der Hälfte der Arbeitszeit anzuwenden; 29 % nutzen die Methode sogar deutlich häufiger.

Die wichtigsten Erkenntnisse im einzelnen:

  • Scrum-Nutzung: 82 % der Teilnehmer gaben an, Scrum zur Zeit zu nutzen. Weitere 11 % gaben an, Scrum versuchsweise anzuwenden.
  • Kundenzufriedenheit als Hauptmotivation: 49 % der Teilnehmer gaben an, dass die Erfüllung von Kundenbedürfnissen die höchste Priorität von Scrum-Projekten darstellt. Zweithöchste Priorität genießt demnach die zeit- und budgetgerechter Auslieferung von Inkrementen. Die meisten Teilnehmer berichteten, dass sie den Kernelementen und Standardempfehlungen von Scrum folgen, was beispielsweise die Einhaltung der empfohlenen Teamgrößen und -rollen umfasst.
  • Mischung von Ansätzen und Methoden:
    – 42 % nutzen ausschließlich Scrum
    – 63 % praktizieren Scrum in Kombination mit dem Wasserfallmodell.
    – 43 % kombinieren Scrum mit Kanban.
    – 21 % kombinieren Scrum mit Lean.
  • Steigender Erfolg mit Scrum: Die durchschnittliche Erfolgsrate von Scrum-Projekten beträgt 62 %.
  • Rolle der Zertifizierung: 81 % gaben an, dass eine Zertifizierung positive Auswirkungen auf die Scrum-Praxis zur Folge hatte.
  • Scrum-Nutzung geht über Software hinaus: Scrum wird mittlerweile häufig auch außerhalb von IT-Projekten eingesetzt. Darunter fallen u. a. die Bereiche Operations, Produktion, Forschung und Entwicklung, sowie Vertrieb und Marketing. Den Berichten der Teilnehmer zufolge hat dabei die Größe der jeweiligen Organisation einen deutlichen Einfluss auf den Erfolg von Scrum: Je größer die Organisation, desto länger die Sprints (wobei die durchschnittliche Dauer bei Teams mit 10 oder mehr Mitgliedern 2,7 Wochen beträgt) und desto eher verschiebt sich die größte Herausforderung von der Messung des Scrum-Erfolgs hin zum Übergang vom Wasserfallmodell zu Scrum.

Insgesamt deutet der State of Scrum Report darauf hin, dass die Nutzung von Scrum in den kommenden Jahren stabil bleibt: 95 % der Teilnehmer gaben an, Scrum auch weiterhin nutzen zu wollen. Insbesondere aufgrund des Übergreifens von Scrum auf Unternehmensbereiche abseits von Software geht die Scrum Alliance in ihrer abschließenden Einschätzung allerdings davon aus, dass die Verbreitung von Scrum und damit die Nachfrage nach qualifizierten Scrum-Experten noch weiter steigen wird.

Aufmacherbild: The diaphragm of a camera lens aperture von Shutterstock.com / Urheberrecht: Vladimir Arndt

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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