Wo steht Scala heute und wohin wird die Reise gehen?

State of Scala

Heiko Seeberger

„Fremdsprachen“ sind für Java-Entwickler heute keine Überraschung mehr, und so mancher hat sich schon mit der einen oder anderen Alternative zur „Muttersprache“ befasst. Scala, eine einfache und zugleich mächtige Programmiersprache für die Java Virtual Machine (JVM), ist eine dieser Alternativen.

Alles begann damit, dass Martin Odersky, der spätere Erfinder von Scala, intensiv daran arbeitete, Java besser zu machen. Eine der größten Änderungen, die an Java bisher vorgenommen wurden, und zwar die Generics – also parametrisierte Typen – haben wir letztendlich ihm zu verdanken. Er hat auch die Grundlagen für den javac-Compiler geschaffen, der seit Java 1.3 zum Einsatz kommt. Aber nicht alle seine Ideen wurden damals von Sun Microsystems aufgegriffen. So wurden zum Beispiel Pattern Matching und Funktionen, oft auch Closures oder Lambdas genannt, verworfen; interessanterweise werden Lambdas nun in Java 8 Einzug halten. Daher entschloss sich Martin Odersky, wenn er Java schon nicht besser machen durfte, stattdessen ein besseres Java zu schaffen. So erblickte 2003 Scala das Licht der Welt. Dabei standen die volle Kompatibilität mit Java sowie die Praxistauglichkeit im Vordergrund. Scala ist Open Source unter der Scala License und steht unter dem Copyright der EPFL, also der Universität, an der Martin Odersky als Professor tätig ist.

In den folgenden zehn Jahren gab es zahlreiche Releases mit zum Teil signifikanten Verbesserungen. Heute stehen wir bei Scala 2.10, und 2.11 ist in der Mache. Es bildete sich eine stark wachsende Community, und die industrielle Verbreitung wuchs von ersten zarten Pflänzchen bis zum Einsatz in zahlreichen großen und kleinen Unternehmen und schließlich zur Empfehlung „Adopt“ im ThoughtWorks Technology Radar im Oktober 2012. Natürlich entstand auch ein lebendiges Ökosystem mit Firmen, die kommerziellen Support verschiedenster Art rund um Scala anbieten.

Geschrieben von
Heiko Seeberger
Heiko Seeberger
Heiko Seeberger is Fellow at codecentric. He has been a Scala enthusiast ever since he came to know this fascinating language in 2008. Deeply interested in distributed computing he became a contributor to the amazing Akka project in 2010. Heiko has more than 20 years of professional expertise in consulting and software development and regularly shares his expertise in articles and talks. He is also the author of the German Scala book "Durchstarten mit Scala". Heiko tweets as @hseeberger and blogs under heikoseeberger.de.
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