Suche
Eine Arbeitsgruppe für Eclipse-Nutzer in der Wissenschaft

Startschuss für die Eclipse Science Working Group

Philip Wenig
© Eclipse Foundation

Am 4. Juni 2014 gab Mike Milinkovich den offiziellen Startschuss für die Science Working Group der Eclipse Foundation. Nach über zweijähriger Planungsphase ist die Eclipse Foundation nun auch im Bereich der Software für den wissenschaftlichen Betrieb vertreten. Passend dazu fand sich die Arbeitsgruppe am 5. und 6. Juni zum ersten offiziellen Treffen beim Institut „Diamond Light Source“ nahe Oxford in England ein.

Neben einer Vorstellung der Arbeitsgruppe durch Andrew Ross sowie verschiedener Open-Source-Softwareprojekte wie DAWNSci, Passerelle, SIMA, Bioclipse und OpenChrom konnte die Gruppe an einer Führung durch den Ringbeschleuniger des Instituts teilnehmen. Die Gastgeber Alun Ashton und Matthew Gerring hatten einen guten Zeitpunkt für das Treffen gewählt, da sich der Ringbeschleuniger gerade im Wartungsmodus befand.

Institut "Diamond Light Source" bei Oxford, Tagungsort des Auftakttreffens

In Ringbeschleunigern werden Elektronen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit gebracht. Bei der Ablenkung der Elektronen auf der Ringbahn entsteht elektromagnetische Strahlung, so genannte Synchrotronstrahlung, die für verschiedenste Experimente benutzt werden kann. Dazu zählt unter anderem die Materialforschung, wie sie z. B. zur Untersuchung von Rotorblättern von Flugzeugturbinen eingesetzt wird. Darüber hinaus kann die entstehende Strahlung auch zur Analyse von Proteinen verwendet werden. Zur Auswertung der Daten wird die vom Institut entwickelte Software DAWNSci verwendet, die zusammen mit der „Integrated Computational Environment“ als Eclipse-Proposal vorliegt.

Die Eclipse Science WG

Am zweiten Tag widmete sich die Arbeitsgruppe den technischen Details der Plattformen sowie möglicher Kooperationen. Es waren zwei arbeitsreiche, hochinteressante Tage. Ich freue mich schon auf die nächsten Treffen und kann Programmierer nur dazu ermutigen, sich auf das Abenteuer wissenschaftlicher Software einzulassen. Es lohnt sich.

Mehr Hintergründe zur Eclipse SWG lesen Sie in Philip Wenigs JAXenter-Artikel „Die Zeit ist reif für eine gemeinsame, Eclipse-basierte Plattform für die Wissenschaft„. Ein Interview mit einigen Beteiligten erscheint in Kürze auf JAXenter.de. Die Webpräsenz der Arbeitsgruppe finden Sie unter http://science.eclipse.org.

Geschrieben von
Philip Wenig
Philip Wenig
Dr. Philip Wenig ist Gründer der Open-Source-Software OpenChrom (http://www.openchrom.net) und Geschäftsführer der Lablicate UG (http://lablicate.com). Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung von Software für den Bereich der Chromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS). Darüber hinaus beteiligt sich seine Firma Lablicate UG aktiv an der Science Working Group (WG) der Eclipse Foundation (http://science.eclipse.org).
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: