Startschuss für Android 4.3, Nexus 7 und Google Chromecast

Christoph Ebert

Google hat das neue Nexus 7 Tablet und die neue Android Version 4.3 vorgestellt. Da zu beiden Neuheiten bereits im Vorfeld die wichtigsten Daten und Spezifikationen an die Öffentlichkeit gelangt waren, avancierte das ebenfalls präsentierte Streaming-Dongle Chromecast zum eigentlichen Highlight des Events.

Wie der Vorgänger wird auch die Neuauflage des Nexus 7 von Asus gefertigt. Die Spezifikationen des Tablets, die schon seit Tagen durchs Netz geisterten, erwiesen sich zum Großteil als korrekt – inklusive der geleakten Bilder, die bereits das überarbeitete, leichtere Gehäuse mit einer etwas schmaleren Einfassung vorwegnahmen. Im Inneren des Nexus 7 werkelt ein 1,5 GHz Quadcore-Prozessor (Qulacomm Snapdragon S 4 Pro). Das Tablet verfügt über 2 GB RAM und ist mit einem 7-Zoll-Full-HD-Display (1.920 x 1.200 Pixel, 320 PPI) ausgestattet.

Die wichtigsten Hardware-Neuerungen sind eine 5-MP-Kamera auf der Rückseite (1,2 MP auf der Front) sowie eine Wireless-Charging-Funktion. NFC ist ebenfalls an Bord. Vorerst nur in den USA erhältlich: eine 4G-Version des Tablets. Das Tablet soll mit 16 und 32 GB internem Speicher ab 30. Juli in den USA verfügbar werden. Wann andere Länder folgen, wird noch bekannt gegegeben. Weitere Infos zum Nexus 7 gibt es auf der offiziellen Produktseite.

Dank dieser inneren Werte und der äußeren Kosmetik hat Google mit dem Nexus 7 Amazons Kindle Fire HD überholt und sich als Hauptkonkurrent für das iPad Mini positioniert. Zwar bietet iPad Mini mit 7,8 Zoll Bildschirmdiagonale knapp zwei Zentimeter mehr Display als das Nexus 7, doch angesichts des Preises von 229 Dollar (16 GB) bzw. 269 Dollar (32 GB) ist das Google Tablet in puncto Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar.

Nexus 7

Android 4.3

Neben den finanziellen Reizen will Google mit Android 4.3 auch auf Betriebssystemseite punkten. Das Nexus 7 wird das erste Gerät sein, das mit dem neuen OS ausgeliefert wird. Heraus sticht beim „sweeter Jelly Bean“, wie Google es nannte, ausgerechnet eine Funktion, auf die iOS-Nutzer schon lange (vergeblich) warten: Nutzerprofile. Damit lassen sich für bestimmte Nutzer spezifische Rechte festlegen. So kann beispielsweise der Nachwuchs von der Benutzung bestimmter Apps oder dem Tätigen von In-App-Käufen ausgeschlossen werden. In der Theorie zumindest eine sinnvolle Funktion – sowohl aus Sicht des Jugendschutzes als auch zur Kostenkontrolle.

Da lässt sich verschmerzen, dass sich auf optischer Seite wenig Neues gibt. Der Look von Android 4.3 gleicht im Wesentlichen Android 4.2. Allerdings setzte Google in seiner Präsentation dennoch sehr auf den Augenschmaus-Faktor und fokussierte stark auf den Aspekt Gaming. Kein Wunder, kann Android 4.3 doch als erstes Betriebssystem eine Unterstützung des High-End-Grafikstandards OpenGL ES 3.0 vorweisen, was für bessere Gaming-Performance sorgt und mehr Spieleentwickler für Android begeistern soll.

Ebenfalls neu in Android 4.3 sind ein überarbeitetes Kamera-Interface, eine Autocomplete-Funktion beim Eintippen von Rufnummern, die integrierte Bluetooth Smart Technologie, mit der die Verknüpfung von mobilen Apps und Self-Tracking Devices wie Fitness Sensoren vereinfacht wird und weniger Strom verbraucht. Android 4.3 verfügt ferner über DRM (Digital Rights Management) APIs. Dahinter steckt Googles Absicht, noch mehr Content-Anbieter an sich zu binden, denn diese wollen sicher stellen, dass digitale Inhalte nicht einfach weiter kopiert werden. In diesem Zuge wurde ferner angekündigt, dass Netflix künftig Videos in 1080p Auflösung auf das Nexus 7 streamen wird. Leider ist die Tatsache, dass das Nexus 7 somit zum ersten Android-Tablet mit 1080p-Streaming wird, für deutsche Kunden nur wenig relevant.

Android 4.3 wird ab sofort auf Geräte der Nexus-Familie ausgerollt. Wann andere Android-Geräte das neue OS erhalten, kommt wie immer auf die jeweiligen Hardware-Hersteller an. Weitere Details zu Android 4.3 finden sich auf dem offiziellen Android Blog.

Nexus 7

Chromecast

Eine Überraschung konnte Google dann doch noch verbuchen. Mit dem 35 Dollar teuren Streaming-Dongle Chromecast wurde ein kleines USB-Device vorgestellt, mit dem sich Medieninhalte auf den heimischen Fernseher übertragen lassen. Dies können beispielsweise Videos aus Apps wie YouTube oder Google Play Movies sein, aber auch Musik und in den USA Inhalte des Anbieters Netflix. Auf gewisse Weise macht das ab heute in den USA erhältliche Dongle (ein Termin für Deutschland wurde nicht genannt) den Fernseher zu einem Smart TV – in abgespeckter Form.

Chromecast

Die Steuerung der gestreamten Videos und Musik nimmt man bequem am Tablet, Smartphone oder PC vor. Die Inhalte werden aber nicht von den Steuerungsgeräten gestreamt, sondern kommen aus der Cloud. Rechner oder mobiles Devices müssen deshalb nicht angeschaltet bleiben. Schön für iOS-Nutzer: Via Chrome-Browser lässt sich Chromecast auch von Apple-Geräten aus steuern. Ein entsprechendes SDK, um Chromecast-Funktionalitäten in Apps zu integrieren, steht Entwicklern ab sofort hier zur Verfügung: https://developers.google.com/cast/

Hier noch das offizielle Werbevideo zu Chromecast: 

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Christoph Ebert
Christoph Ebert
Christoph Ebert stieß im Juli 2011 zum Online-Team von Software & Support Media. Als Redakteur kümmert er sich um das Portfolio von entwickler.press und ist verantwortlich für das Entwickler Magazin und entwickler.de. Davor betreute er die Portale WebMagazin.de, CreateOrDie.de und mobile360.de. Vor seiner Zeit in Frankfurt arbeitete der studierte Amerikanist und Tech-Geek als Redakteur für ein Heimkinofachmagazin im Süden Deutschlands.
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