Martin Lippert über die Neuerungen in der Spring Toolsuite

Spring Boot Tooling – die nächste Generation: Microservices-Development-Center im Fokus

Hartmut Schlosser

Die nächste Generation des Spring Boot Toolings stellt Martin Lippert (Pivotal) heute um 15:00 auf der JAX 2017 vor. Vorab gibt er einen Einblick in die Neuerungen und erklärt, wie sich die Spring Toolsuite als echtes „Microservices Development Center“ nutzen lässt.

JAXenter: Im Vergleich zu monolithischen Anwendungen stellen Microservices neue Herausforderungen an die Gesamtarchitektur. Welche sind das zum Beispiel?

Es gibt vielfältige Herausforderungen beim Bau von guten Cloud-Native-Anwendungen auf Basis von Microservices.

Martin Lippert: Ich glaube, es gibt vielfältige Herausforderungen beim Bau von guten Cloud-Native-Anwendungen auf Basis von Microservices. Dazu zählt vor allem auch, das Gesamtsystem nicht einfach nur aus einer Vielzahl von miteinander kommunizierenden Microservices zu implementieren. Stattdessen müssen die Services als möglichst isolierte und voneinander unabhängige Einheiten realisiert werden, die zudem oft auch skalierbar und ausfallsicher sein sollen.

Trotzdem soll dem Benutzer eine möglichst homogene und durchgängige User-Experience präsentiert werden. Diese Anforderungen unter einen Hut zu bekommen, ist gar nicht so einfach.

JAXenter: Du stellst auf der JAX das „Next Level Spring Boot Tooling“ vor – auch „Microservices-Development-Center“ genannt. Wie hilft das neue Tooling dabei, die eben beschriebenen Herausforderungen zu meisten.

Martin Lippert: Wir haben uns für das Spring Tooling sehr genau angesehen, was eigentlich die Probleme sind, mit denen sich Entwickler in ihren IDEs heutzutage herumschlagen müssen, wenn sie Cloud-Native-Apps auf Basis von Spring Boot implementieren. Dazu zählen vor allem viele kleine Probleme und “Unwägbarkeiten”, die in heutigen IDEs existieren und für Cloud-Native-Anwendungen unangenehm sind.

Beispielsweise existiert in vielen IDEs kein Weg, um mehrere Apps möglichst schnell und gleichzeitig zu starten (oder wiederholt neu zu starten), den Port des Servers in den Log-Ausgaben zu finden, schnell zur URL eines Services zu browsen, Cloud-Services lokal nutzen zu können, und Ähnliches. Auch wenn diese Probleme klein und trivial erscheinen (und mit Sicherheit jeder Workarounds für sie hat), kosten sie Zeit. Das Boot-Dashboard, das wir in der Spring-Tool-Suite implementiert haben, löst diese Probleme auf eine sehr elegante Art.

Lesen Sie auch: Spring-Boot-Anwendungen überwachen – das Tutorial

Darüber hinaus erfordern Cloud-Native-Anwendungen oftmals, mit einer Cloud-Plattform zu interagieren, um Beispiele oder Teile des Systems darauf zu deployen oder auch direkt zu debuggen. Deshalb haben wir (als eine erste Cloud-Plattform) Cloud Foundry in das Boot-Dashboard integriert. Es wird zu einem Kinderspiel, eine App aus dem Workspace heraus auf Cloud Foundry zu deployen, zu starten, zu stoppen, Log-Ausgaben direkt in der IDE zu sehen, direkt auf der Cloud-Plattform zu debuggen oder sogar Updates aus der IDE heraus innerhalb von Sekunden in die App in der Cloud zu übertragen. Die Cloud-Plattform wird zu einem Teil der eigenen IDE.

JAXenter: Kannst du mal ein Beispiel zeigen?

Martin Lippert: Der Screenshot gibt eine kleine Übersicht über das Spring-Boot-Dashboard in der Spring Tool Suite:

Spring Boot Tooling

Das Boot Dashboard zeigt sowohl die lokalen als auch die Boot-Apps auf Cloud Foundry, ihren Status, ihre URL (ggf. den lokalen Port) und weitere Informationen und Details. Mit einem einzigen Klick kann man mehrere Apps starten, stoppen, deployen, etc. Es wird extrem einfach, selbst bei einer Vielzahl von Microservice-Projekten den Überblick zu behalten und mit ihnen umzugehen. Aus meiner Sicht eine große Hilfe beim Bau von Cloud-Native-Anwendungen.

JAXenter: Wie ist der aktuelle Stand des „Microservices-Development-Center“ in Eclipse/STS. Was sind eure weiteren Pläne?

Martin Lippert: Alle Features sind in der aktuell verfügbaren Version der Spring Tool Suite (3.8.4) enthalten und nicht nur für jedermann verfügbar, sondern auch komplett Open Source.

Das nächste große Release (STS 4) wird wahrscheinlich im Dezember 2017 vorgestellt werden.

Mit der nächsten Version (3.9.0) werden wir auf Eclipse Oxygen als Plattform updaten und viele Detail-Verbesserungen vornehmen. Das nächste große Release (STS 4) wird wahrscheinlich im Dezember 2017 vorgestellt werden und revolutionärere Neuerungen beinhalten. Aber dazu kann ich noch nicht allzu viel verraten.

JAXenter: Was ist die Kernbotschaft deiner Session, die jeder mit nach Hause nehmen sollte.

Martin Lippert: Tipps und Tricks, wie man mit der Spring-Tool-Suite noch einfacher und noch schneller Spring-Boot-Anwendungen implementieren kann. Mein Ziel ist es, das Leben der Entwickler zu vereinfachen, die mit Spring und Spring Boot Anwendungen bauen. Wenn jeder Besucher der Session anschließend ein paar Tipps und Tricks mitnimmt, die ihm helfen, jeden Tag ein bisschen effizienter mit Spring Boot zu arbeiten, bin ich happy.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

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Martin arbeitet bei Pivotal an Entwicklungswerkzeugen und IDEs für Spring, Spring Boot und Cloud Foundry. Er ist langjähriges aktives Mitglied der Eclipse Community, diente im Program Committee für zahlreiche internationale Konferenzen und blickt auf eine lange Historie von Konferenzvorträgen zurück. Er liebt es besonders, Vorträge hauptsächlich aus Livedemos zusammenzusetzen, über eigene Projekte zu sprechen und das Publikum für Neues zu begeistern.
Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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