Microservice-Architekturen visualisieren: Ordina präsentiert neues Dashboard für Spring Boot

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / Juergen Faelchle

Im Rahmen der SpringOne-Konferenz wurde das Ordina-Dashboard für Spring-Boot-Anwendungen vorgestellt. Ziel des quelloffenen Projektes ist die Visualisierung von Beziehungen zwischen Microservices mit dem umgebenden Komponenten-Ökosystem.

Ein Microservice-Dashboard für Spring Boot

Spring Boot hat sich in den letzten Monaten zu einem Standard für Java-basierte Microservices-Anwendungen entwickelt. Da im Vergleich zu monolithischen Architekturen die Komplexität von Microservice-Systemen in der Regel höher liegt, sind Werkzeuge für das Monitoring und die Verwaltung solcher Anwendungen gefragt. Ein solches Tool hat nun der IT-Dienstleister Ordina vorgestellt: Das Microservices Dashboard visualisiert Spring Boot Microservices und die damit verknüpften Komponenten und erlaubt somit das schnelle Erfassen der Gesamtarchitektur.

Beim Ordina Dashboard handelt es sich technisch gesehen um eine AngularJS-Anwendung, die in Verbindung mit einem Microservices-Dashboard-Server steht. Der Server fragt Spring-Boot-Anwendungen nach Actuator-Endpunkten ab, sammelt Informationen über deren Status und Abhängigkeiten und stellt diese Daten der Dashboard-Anwendung zur Verfügung.

Das Dashboard selbst verfügt über vier Spalten: UI, Resources, Microservices und Backends, mit deren Hilfe die Relationen zwischen den Knotenpunkten sichtbar gemacht werden können.

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Ordina Microservice-Dashboard, Bild: https://github.com/ordina-jworks/microservices-dashboard

Wozu?

Wie die Macher berichten, wurde das Microservice Dashboard aus einer Unzufriedenheit mit existierenden Tools heraus geboren. So zeigt etwa der Spring Boot Admin lediglich Details über individuelle Services an, und auch Hystrix bietet keine Komplettansicht über die Architektur, sondern beschränkt sich auf die Integrationspunkte.

Mit dem Dashboard sollen Analysten in der Lage sein, auf einen Blick zu erkennen, welche Ressourcen von welchen Microservices konsumiert werden. Beispielsweise kann so schnell eruiert werden, welche Services von einer Änderung einer Komponente betroffen sind. Aus Entwickler-Sicht kann das Werkzeug Hilfestellung für Architektur-Dokumentationen leisten. Außerdem bietet es einen Überblick darüber, welche Versionen der jeweiligen Komponenten deployt wurden.

Das Ordina Dashboard wird unter der Apache-2.0-Lizenz entwickelt und steht in der Version 1.0 auf GitHub bereit. Die beiden Komponenten – Dashboard und Server – können entweder zusammengepakt als Spring-Boot-Anwendung deployt oder separat als eine NodeJS und eine Spring-Boot-Anwendung genutzt werden. Der Server setzt momentan ein aktuelles Java ab Version 8 voraus.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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4 Kommentare auf "Microservice-Architekturen visualisieren: Ordina präsentiert neues Dashboard für Spring Boot"

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Reiner
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Microservices – was für ein ärgerlicher und sinnloser Hype!

Es wird Zeit für eine kritische Diskussion zum Thema Microservices. Der Hype darum schlägt die Nützlichkeit und Anwendbarkeit um ganze Größenordnungen. Hier wird etwas verkauft was kein Mensch braucht. Oder sagen wir: was niemand außer vielleicht Riesenfirmen wie Netflix jemals brauchen wird. Und trotzdem wird uns Software-Entwicklern dieser ideologische Hype-Müll permanent unter die Nase gerieben.

Wenn ich eine laufende Anwendung (der böse „Monolith“) in kleinere Anwendungen zerlege, spare ich überhaupt nichts. Weder an Resourcen noch an LOCs.

Jan
Gast
Oh oh, da wird Dir die gesammelte Armada von Microservicetechnikern gleich erstmal den Marsch blasen. Kein Microservice? Voll 2014! Wo lebst Du denn? Monolithen sind nicht per se böse. SOA oder Micro-SOA auch nicht. Ganz einfaches Beispiel aus der Praxis: Ich lese 1000 Datensätze mit Vorgängen. Jetzt möchte ich zu jedem Vorgang den Namen des Sachbearbeites anzeigen. Also rufe ich jetzt 1000x einen Service auf, um zur Benutzerid den Namen zu laden. Das ist langsam. Das ist sehr langsam. ein JOIN auf der Datenbank erledigt das in weniger als dem Hundertstel einer Sekunde. Aber Microservices sind bestimmt cool. Bestimmt. Irgendwas… Read more »
Kosch
Gast

Monolith first gilt auch weiterhin. Und auch: Wenn du nicht 100% sicher bist, dass Microservices deine aktuellen Probleme lösen, dann ist Monolith auch weiterhin fein.
Und wenn du keine Probleme hast, warum machst du dir Sorgen? 🙂
Wer schon Probleme hat in seinem Monolithen die Schnittstellen sauber zu gestalten, der würde mit Microservices erst recht auf die Nase fallen. Als Entwickler kann man aber zumindest aus der Notwendigkeit zu sauberen Schnitten lernen und diese auch in den Monolithen einfliessen lassen.

Reiner
Gast

> Und wenn du keine Probleme hast, warum machst du dir Sorgen? 🙂

Ich bin hochgradig hypophob