Wie man neue Software einfacher und schneller lernt

Spielerisch lernen? Lieber lernen um zu spielen!

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Ollyy

Neue Frameworks und Tools erscheinen am laufenden Band. Gerne würde man viele davon auch lernen zu verwenden – um seinen Horizont und auch sein Portfolio zu erweitern. Aber wie geht das besonders einfach? Cidy Potvin schlägt vor: Lernt erst mal die Grundlagen, damit ihr damit spielen könnt!

Ein bisschen Spaß muss sein, so die Bloggerin Cidy Potvin, daher sollte man spielerisch an das Lernen neue Software herangehen. Und das heißt nicht etwa, dass man über Spiele oder Apps lernt zu coden. Vielmehr geht es darum, den Spaß am lernen zu erhalten. So sei es gerade für Anfänger eines bestimmten Gebiets – sei es die Webentwicklung oder Datenbanken – besonders wichtig, erst mal die Grundlagen des jeweiligen Gebiets zu studieren. Cidy Potvin rät, im Anschluss daran zunächst kleinere Projekte umzusetzen. Darin könne man mit der neuen Software etwas spielen und herumprobieren und diese kleineren Projekte dann später zu einem größeren, komplexen Projekt zusammensetzen. Es sei um einiges leichter, in kleinerem Rahmen mit den einzelnen Komponenten zu experimentieren, als gleich ein großes Projekt in Angriff zu nehmen.

Die Botschaft ist also: Erst Grundlagen lernen, um dann damit zu spielen. Wenn man ein solides Grundwissen aufgebaut hat, kann man nicht nur leichter mit neuen Tools experimentieren, sondern diese auch schneller erlernen, schließlich ist man vielen ähnlichen Elementen, Funktionen und Co. bereits begegnet, so Cidy Potvin:

You’ll have seen many similar things before and will have a basic mental model of how things work. Even if your first impression turns out to be wrong, you won’t be completely in the dark and you’ll understand how to debug something that doesn’t work as planned.

Am Ende habe diese Vorgehensweise einen entscheidenden Vorteil: Innovation. Denn erst durch stabiles Grundlagenwissen und das Experimentieren mit neuem Code sei ein Entwickler in der Lage, selbst innovativen Code zu schreiben.

Ist Learning-by-doing also schlechter als sein Ruf?

Bei der Absicht, eine bestimmte Anwendung parallel zu verstehen und produktiv bei der Arbeit einzusetzen, kann vieles schief gehen. So kann das Fehlen gewisser Grundlagen schnell zur Frustration sowohl des lernenden Entwicklers als auch des Projektleiters führen, da so immer wieder Fehler passieren können. Außerdem sind viele durch den Arbeitsalltag und seine – eigentlich eher nebensächlichen – Aufgaben wie Meetings, Mails und Co. schon so beansprucht, dass man dem Ausprobieren neuer Software nur schwer die nötige Zeit einräumen kann. Auch wenn man sich für die Learning-by-doing-Methode entscheidet, so raten Experten dazu, diesem Prozess genügend Zeit einzuräumen. Ist man hier nachlässig oder möchte zu schnell zum Abschluss des Projekts kommen, so können schnell Lücken entstehen, die auf lange Sicht fatal sein könnten.

Was meinen Sie? Lieber erst learning und dann doing? Oder learning by doing? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar.

Aufmacherbild: Bored young woman studying von Shutterstock / Urheberrecht: Ollyy

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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2 Kommentare auf "Spielerisch lernen? Lieber lernen um zu spielen!"

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Sven
Gast

„Ist Learning-by-doing also schlechter als sein Ruf?“ -> Hä? Hat sich gar keiner gesagt. Wenn man etwas im kleinen oder prototypischen ausprobiert, ist das für mich genauso Learning-By-Doing. Wenn man sich wochenlang durch die Doku liest und alles erstmal lange in der Theorie plant und evaluiert, ist das für mich nicht Learning-By-Doing.