Sonne, Palmen, Bits und Bytes – Vom Karriere-Traum Programmierer in der Karibik

Hartmut Schlosser

Als Programmierer habt Ihr anderen Berufen eine wichtige Sache voraus: Flexibilität. Weshalb also klebt Ihr in Eurer kleinen Stadt in Eurem kleinen Land und macht Euch nicht auf, die Welt zu bereisen? So beginnt Ashray seinen Blogpost „Programmers, it’s time to pack your bags!„, in dem er von seiner Auswanderung in die Karibik erzählt.

Die IT-Infrastruktur-Entwicklungen der letzten Jahre machen es möglich: Immer mehr Projekte werden Remote oder in verteilten Teams entwickelt, der Outsourcing-Trend hält an, die Cloud tut ihr Übriges. Und so häufen sich derzeit Entwicklerberichte à la „Goodbye Deutschland“, in denen Entwickler von den Vorzügen sonniger Plätze erzählen. Ein Projekt ruft gar 12 Entwickler für einen zweimonatigen hackathon auf eine einsame tropische Insel, frei nach dem Motto: Gut gelaunt programmiert man besser.

Doch ist es wirklich eine Option, sich als Entwickler von seinem 40 Stundenwochen-Job zu verabschieden und sich als reisender IT-Freelancer die Brötchen zu verdienen?

Ashray versucht, einige der häufigsten Bedenken zu relativieren. Zunächst einmal gilt es das Geldproblem zu lösen. Doch gerade Entwickler haben hier den Vorzug, sich auch bei der Remote-Arbeit an hochprofessionellen und gut bezahlten Projekten beteiligen zu können. Dazu kommt, dass die Lebensunterhaltskosten in vielen Gastländern niedriger sind als im Heimatland. Ashray kam während seiner Mexico-Zeit beispielsweise mit 900 monatlichen US-Dollar aus.

Um auch im Ausland an Jobs zu kommen, rät Ashray, sein LinkedIn-Profil aktuell zu halten – gute Referenzen sind natürlich immer hilfreich. Spezielle Seiten wie oDesk bieten Freelance-Arbeit an, was man im Vorfeld schon einmal ausprobiert haben sollte.

Dass man in dem, was man tut, gut sein sollte, versteht sich von selbst. Doch besteht im Ausland nicht die Gefahr, sich vom Puls der Zeit abzunabeln und die neuesten Entwicklungen zu verschlafen?

Das ist eine große Herausforderung, meint Ashray, doch die Lösung ist nah: Open Source. An Open-Source-Projekten mitzuarbeiten macht es nötig, sich ständig mit den neuesten Problemen der IT auseinander zu setzen – und auch Open-Source-Referenzen machen sich gut im persönlichen Lebenslauf.

Zudem sollte man sich auf gängigen Blogs und Portalen auf dem Laufenden halten. Man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass man sich als mobiler Entwickler keine Projektmanager-Posten ergattern wird. Scrum-Master-Zertifikate wird man auch nicht erwerben. Wohl aber kann man sich als Blogger einen Bekanntschaftskreis aufbauen und sich in die aktuellen Webdiskussionen einklinken.

Keine Bedenken hat Ashray in Sachen Netzwerkverbindung oder IT-Ausrüstung. Wenn man sich nicht gerade in völlig abgelegenen Ecken aufhält, gibt es seiner Erfahrung nach eigentlich immer eine Lösung, sich mit dem Rest der Welt in Verbindung zu setzen. Auch die nötige Ausrüstung lässt sich auf einen Laptop beschränken.

Dennoch kann es eine Weile dauern, bis man sich an den neuen Berufsstil gewöhnt hat und auch bekannt genug ist, um regelmäßig an Jobs zu kommen. Kann man in Job-mageren Zeiten auf Ersparnisse zurückgreifen, ist man da schon sichtlich im Vorteil.

Ashray bereut seinen Schritt hin zum reisenden IT-Freelancer jedenfalls nicht und rät allen, es ihm gleich zu tun:

If you could work 40 hours a week while spending 2 hours a day commuting or work 20 hours a week while surfing in the morning and dancing salsa at night – what would you choose ?

Was hält Sie davon ab, sich auf den Weg zu machen?

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.