Makro- vs. Mikroarchitektur

Im Selbsttest zu mehr Architektur: Entwickler an die Macht

Melanie Feldmann

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Der Microservice-Ansatz verspricht schnelle Reaktion auf Veränderungen durch kleine, unabhängige Einheiten. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Entwickler selbst über Technologien und Konzepte entscheiden dürfen. Doch wo beginnt die Autarkie der Teams und wo endet sie? Die Trennung in eine Makro- und Mikroarchitektur hilft dabei, das richtige Maß zu finden. Im Selbsttest kann jeder herausfinden, was für seine Software ein gangbarer Weg ist.

Doch was ist Makro- und was ist Mikroarchitektur? Innerhalb eines Bezugsrahmens wie einer Systemlandschaft, einer Anwendung oder einer Microservice-Lösung sind bestimmte Dinge einheitlich geregelt – also Makroarchitektur – und andere individuell zu entscheiden – Mikroarchitektur. „Die Makroarchitektur legt einen Rahmen für alle fest, die Mikroarchitektur ist der Spielraum, in dem sich einzelne Teile unterscheiden,“ erklärt Java-Magazin-Autor und W-JAX-Speaker Stefan Zörner. Durch diese Unterscheidung lässt sich festlegen, welche Themen übergreifend festgelegt sein sollten und welche Themen Teams eigenständig entscheiden können. Die Abgrenzung ist jedoch nicht immer einfach, gibt Zörner zu bedenken: „Die Entscheidung, ob eine einheitliche Lösung angestrebt wird, ist mitunter nicht schwarz-weiß.“

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Der Trend Entwicklern mehr Freiräume zu geben und sie auch mehr Architektur machen zu lassen, zeigt sich in den vergangenen Jahren immer deutlicher. „Heute machen mehr Entwickler Architektur“, bringt Zörner es auf den Punkt. Ein klarer technologischer Treiber sind dabei Microservices. Die eigenständigen Services verlangen geradezu nach eigenständigen Teams. Doch auch bei den Entwicklern selbst macht sich immer mehr der Wunsch breit mitzugestalten. Sie suchen nach Herausforderungen und finden sie in den neuen Architekturentscheidungen.

Der Selbsttest

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Wie sieht Ihre Makroarchitektur aus? Welche Entscheidungen müssen übergreifend getroffen werden? Welche Themen gehören zur Mikroarchitektur und damit in die Teams? Beantworten Sie diese Fragen im Selbsttest.

Wie sieht die Situation in Ihrem Umfeld aus? Dafür hat Stefan Zörner in Zusammenarbeit mit dem Java Magazin einen Selbsttest vorbereitet, den Sie als einzelner Entwickler oder gemeinsam in Ihrem Team durchführen können. Sie können ihn als PDF-Vorlage herunterladen. Als Erstes grenzen Sie dabei das Umfeld ein, das Sie betrachten wollen. Das kann das Projekt oder die Anwendung sein, an der Sie arbeiten, eine Produktfamilie, eine Plattform oder Ihre Systemlandschaft. Sie sind dabei frei, bleiben Sie aber für die weiteren Schritte bei dieser Abgrenzung. Anschließend ordnen Sie sich selbst in diesen Kontext ein und arbeiten heraus, was zur Makroarchitektur gehört. Sie beleuchten zentrale Anforderungen und ob sich einzelne Elemente (z. B. Komponenten, Services) einheitlich darstellen oder variieren. Dann identifizieren Sie vorherrschende Lösungsansätze in Makro- und Mikroarchitektur und überprüfen, ob die Trennlinie zwischen Ihrer Makro- und Mikroarchitektur stimmig ist. Zum Schluss leiten Sie in der Auswertung mögliche nächste Schritte daraus ab und stoßen Veränderungen an. Unterschiedliche Lösungen für einzelne Teile (z. B. Services) sind dort interessant – und vielleicht sogar erforderlich –, wo sich diese Einflüsse für die einzelnen Teile stark unterscheiden. Wenn Sie als Team mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert werden, ist typischerweise auch das Risiko größer – ein klassischer Treiber für Architekturarbeit.

Wie schätzen Sie Ihre Umgebung ein? Präferiert Ihr Unternehmen eher einheitliche Lösungen oder fördert es unterschiedliche Ansätze? Und sind Sie oder Ihr Team eher auf der Seite der Konsumenten von Entscheidungen, oder gestalten Sie solche Dinge aktiv mit? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit der JAXenter Community in den Kommentaren!

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Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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1 Kommentar auf "Im Selbsttest zu mehr Architektur: Entwickler an die Macht"

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Guido Zockoll
Gast

Hallo Stefan,

wir haben den Fragebogen im Team gestern ausprobiert und hatten uns viieeelll zu wenig Zeit dafür eingeräumt. Entsprechend ergebnislos blieb das Meeting.

Wie viel Zeit würdest du einplanen? Wenn die Fragebögen vom Team vorher schon vorbereitet wurden, schätze ich immer noch mind. einen halben Tag, oder?