Bessere Software schneller entwickeln

Software Delivery 2016: Fünf Vorhersagen für DevOps, Microservices und Co.

Dominik Mohilo

©Shutterstock/dizain

Im vergangenen Jahr gab es viele signifikante Veränderungen in der Softwareindustrie. IoT, Microservices, Container-Technologie und DevOps sind Schlagworte, die einem beim Rückblick auf das vergangene Jahr sofort in den Sinn kommen. Im kommenden Jahr werden neue Entwicklungen innerhalb dieser Strömungen die Trends sein.

Der Einfluss von Software ist heutzutage allgegenwärtig. Betrachtet man die Entwicklungen gerade im vergangenen Jahr, so wird deutlich, dass sich nicht nur verändert hat, wie wir arbeiten, sondern Software sämtliche Bereiche unseres Lebens beeinflusst.

Auch die Softwareindustrie ist einem ständigen Wandel ausgesetzt. Im Jahr 2015 waren vier der wichtigsten Ströme das Voranschreiten des Internet-of-Things (IoT), der Aufstieg von Microservices als Architektur-Muster, Container-Technologien sowie die Etablierung von DevOps als Erweiterung agiler Softwareentwicklung.

Während das Internet-of-Things für die Welt der Software-Entwicklung nur inhaltlich interessant ist, haben die Container-Technologie und Microservices eine tatsächliche Änderung in der Art und Weise bewirkt, wie Software entwickelt und veröffentlicht wird. DevOps hat auf organisatorischer Ebene ebenfalls großen Einfluss auf die tägliche Arbeit von Programmierern und hat die agile Softwareentwicklung während des letzten Jahres als wichtigste Initiative für Software Delivery abgelöst.

Wie diese Trends sich im Jahr 2016 fortsetzen könnten, versucht Anders Wallgren auf dem ElectricCloud Blog vorauszusehen:

1. DevOps wird Mainstream

Da die vielen Vorteile von DevOps immer bekannter werden, liegt es nahe zu vermuten, dass DevOps im kommenden Jahr Mainstream werden wird. Noch ist DevOps ziemlich lose definiert und es gibt keine Allgemeinlösung für alle Unternehmen. Doch es ist zu vermuten, dass sich im kommenden Jahr immer mehr Arten und Formen zur erfolgreichen Anwendung in Unternehmen herauskristallisieren werden. Durch das Teilen dieser Erfahrungen werden laut Wallgren vor allem große Firmen dazu beitragen, dass sich DevOps weiterentwickeln und verbreiten wird. Dies soll zu größerem Erfolg bei der Einbindung in andere Unternehmen und mehr Innovationen in diesem Bereich führen.

Die Wichtigkeit von DevOps könnte sich außerdem in einer neuen Zusammensetzung von Management-Teams widerspiegeln.

2. Alles wird sicherer mit DevSecOps

DevOps wird traditionell als Risiko für Information Security (InfoSec) angesehen, da man in der schnelleren Veröffentlichung eine Gefahr für die Sicherheit, Regulierung und Verwaltung von Software sehen kann. Da verschiedene Unternehmen aber mittlerweile immer wieder beweisen, dass die Anwendung von DevOps dazu führt, potentielle Sicherheitsprobleme zu vermindern, tatsächliche Probleme schneller zu finden und diese dann schneller zu lösen, könnte 2016 das Jahr sein, in dem DevSecOps das Licht der Welt erblickt. Laut Wallgren wird InfoSec sich mit DevOps vereinen, woraus eine Implementierung von Sicherheit und Überwachung in die Software-Delivery-Pipeline entstehen wird, die es für Unternehmen leichter macht, ihre Ziele zu erreichen.

3. Microservices werden einfacher zu managen

Durch das Aufteilen einer monolithischen Anwendung in kleinere Services und das Entkoppeln der Zwischenabhängigkeiten (zwischen Applikationen, Entwicklerteams, Technologien, Umgebungen und Tooling) sind Microservices ideal, um mehr Flexibilität und Agilität zu evozieren – sehr zum Vorteil der Produktivität. Während Microservices Continuous Delivery und schnellere Veröffentlichungen unterstützt, werden mit ihnen Komplexitäten in der Architektur hervorgerufen und Mehraufwand im Management nötig, vor allem im Bereich Testen und Anwenden: Was einst eine einzige Applikation mit eng verbundenen Prozessen war, ist nun ein großes Set aus verschiedenen miteinander verbundenen Services. Dies hat natürlich Einfluss auf das automatische Testen, das Monitoring und darauf, wie man die Verwaltung und die Konformität von all den ungleichen Anwendungen gewährleistet.

Im kommenden Jahr werden laut Wallgren deshalb mehr Tools und „Best Practices“ für das Management von Microservices veröffentlicht werden – für Container-Orchestration, Service-Virtualisierung, Service-Findung und mehr.

4. Configuration Management wird sich neu erfinden

Während Docker und die Container-Technologie immer beliebter werden, lernt die Industrie, die Unterschiede zwischen Configuration Management (CM), Continuous Delivery (CD) und Application Release Automation (ARA) zu erkennen. Viele der Probleme, für die Configuration-Management-Tools entwickelt wurden – zum Beispiel die Notwendigkeit von reproduzierbaren Entwicklungsumgebungen –, sind durch Docker und die modellgetriebenen Deployment-Ressourcen von ARA-Lösungen einfacher zu handhaben.

Das heißt nicht, dass Configuration-Management-Tools verschwinden werden. Mit wachsendem Anteil von Docker und Co. wird es 2016 aber interessant zu beobachten sein, wie diese Konkurrenz sich auf die Software-Delivery-Branche auswirken wird, wenn die Entwickler von CM-Software auf diese Veränderungen am Markt reagieren.

5. Alles wird schneller

Docker und die „Containerisierung“ sind große Trends. Die große Geschwindigkeit, mit der Container gestartet werden können, ist ein Grund, weshalb sie aktuell gegenüber virtuellen Maschinen (VMs) bevorzugt werden. Doch Wallgren zufolge wird sich das im kommenden Jahr ändern. Große Firmen wie Intel, VMware und CoreOS arbeiten bereits an Lösungen, um die Startzeit von virtuellen Maschinen zu reduzieren, was in der Industrie positiv aufgenommen werden wird. Die aktuellen Entwicklungen und Innovationen auf dem Gebiet der VMs könnten Container und virtuelle Maschinen weiter vermischen, ein gutes Beispiel dafür sind Intels Clear Containers.

Wallgren sieht zudem, dass gleichzeitig die Entwicklung von Containern weiter gehen wird: Sie werden immer leichter zu implementieren, besser zu verwalten und stabiler, was sie für einen professionellen Einsatz interessanter macht. Der gesamte Sektor dürfte also im Jahr 2016 an Geschwindigkeit zunehmen.

Fazit

All diese Vorhersagen zeigen deutlich, dass der gesamte Software-Delivery-Prozess reifen wird; weg von der Unruhe stiftenden Natur hochiterativer, agilen Entwicklungsmethoden. Die Zuwendung zu DevOps, Microservices und der Unterstützung von Container-Technologie spiegelt den kollektiven Anspruch der Softwareindustrie wider, bessere Software schneller zu entwickeln. Eines ist jedenfalls sicher: Der Einfluss, den Software auf alle Facetten unseres Lebens hat, wird weiter wachsen, genau wie die Bemühungen, der wachsenden Komplexität und dem steigenden Druck, Software zu entwickeln, die wirklich Sinn hat, standzuhalten.

Aufmacherbild: DEVELOP word cloud, business concept von Shutterstock / Urheberrecht: dizain

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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