Interview mit Florian Müller

Social Java: Relational war gestern, jetzt kommt der Graph!

Hartmut Schlosser

Soziale Vernetzung ist längst nicht mehr nur allein ein Thema für Anwendungen des Consumer-Bereichs. Auch in Enterprise-Szenarien wird das „Social“-Element zunehmend relevant – und damit für die Enterprise-Sprache Nr. 1: Java. Wie geeignet Java für Social-Anwendungen ist, und wie Graph-Datenbanken wie Neo4J hier die Java-Welt bereichern, erklärt uns Florian Müller in dieser Folge des W-JAX-Countdown.

W-JAX Countdown

Florian Müller können Sie auf der W-JAX 2012 (5. bis 9. November 2012) live erleben. Seine Session hält er zusammen mit Domenic Benz:

Social Java

Im Enterprise-Umfeld ist Java unangefochten Platzhirsch. Doch welche Position nimmt Java im Bereich sog. „Social-Systeme“ ein? Die Session zeigt, welche Technologien eingesetzt werden können, um Social-Software-Systeme zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der Graph-Datenbank Neo4J. Gleichzeitig wird der Einsatz von Neo4J im Enterprise-Umfeld behandelt: relational war gestern, jetzt kommt der Graph!

Alle Infos unter: www.jax.de

JAXenter: Java ist die Enterprise-Sprache Nr.1. Doch wie tauglich zeigt sich Java für die Entwicklung von Social-Anwendungen?

Florian Müller: Grundsätzlich gibt es bei der Entwicklung von Social-Anwendungen zwei zentrale Fragestellungen, die es zu beachten gilt: einerseits die Frage, wie gut sich eine Sprache eignet, um damit das gewünschte Social-Szenario umzusetzen, andererseits die Fragestellung, wie gut sich die Sprache dann später beim Betrieb unter „Race-Conditions“ verhält. Für Java gilt in puncto Umsetzung einer Social-Anwendung, dass Java „Out of the Box“ an dieser Stelle wenig Unterstützung bietet. Mit den passenden Erweiterungen, in unserem Fall Spring Social, wird jedoch genau diese Unterstützung geliefert. So gesehen eignet sich Java als Basis mit den entsprechenden Erweiterungen sehr gut, um schnell und effizient zum Ziel zu gelangen.

Bezüglich Skalierung einer Java basierten Social-Anwendung, beispielsweise mit einigen Millionen Concurrent Usern, gelten die gleichen Regeln wie für eine Enterprise-Anwendung: Wenn die Anwendungsarchitektur darauf ausgelegt ist, in die Breite zu skalieren, kann dieser Skaleneffekt wunderbar durch beispielsweise den Einsatz einer Amazon EC2 Cloud genutzt werden. Wir haben bisher an dieser Stelle jedoch noch leider keine Erfahrungswerte, da die Millionen Benutzer noch auf sich warten lassen… 😉

JAXenter: Kürzlich wurde ein JSR für die Spezifizierung eines Social APIs eingereicht – und vom JCP abgelehnt. Wäre ein solcher JSR aus deiner Sicht hilfreich gewesen?

Florian Müller: Grundsätzlich vereinfachen JSRs immer das Leben! Es gibt jedoch aktuell Alternativen und Ausweichmöglichkeiten (Spring Social, Agorava), die es ermöglichen, Social-Java auch ohne JSR zu praktizieren. Manchmal schadet es auch gar nicht, wenn nicht alles sofort in Form eines JSRs verabschiedet wird, sondern Ansätze außerhalb eines JSRs an Maturität gewinnen, um diese dann schließlich zu einem geeigneten Zeitpunkt in Form eines JSRs zu integrieren/standardisieren

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Hartmut Schlosser
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