Sicherheit, Transparenz, Teamwork

Klar wie Kloßbrühe

Auch Malte Mundt von QNX Software Systems betonte, dass in Sachen Sicherheit in eingebetteten Systemen im Idealfall das Motto „Je früher, desto besser“ gelten sollte. In seinem Vortrag „Clear SOUP and COTS Software for Safety-Critical Systems“ zeigte er Faktoren auf, die es bei der Wahl der Softwarekomponenten für sicherheitskritische Systeme zu berücksichtigen gilt. Die strikte Unterscheidung zwischen „verlässlicher“ COTS (commercial off-the-shelf software) und „nicht verlässlicher“ SOUP (software of unknown provenance) sei dabei selten hilfreich, so Mundt; ebenso der prinzipielle Verzicht auf SOUP. Eine COTS wie Microsofts Betriebssystem Windows mag zwar von einem verlässlichen Anbieter stammen, ist aber unter Umständen nicht für den eigenen Einsatzzweck geeignet. Umgekehrt kann SOUP auch dann eingesetzt werden, wenn sie zwar nicht speziell für das betreffende Produkt entwickelt wurde, sich aber aufgrund vorab klar definierter Sicherheitsanforderungen als passgenau, als „Clear SOUP“ erweist. Allgemein gelte es, keine Black Box akzeptieren und Software nicht nur in Testsimulationen, sondern in realen Szenarien zu testen. Komponenten müssten außerdem zu jedem Zeitpunkt klar voneinander isolierbar sein, um unabhängig voneinander validierbar zu bleiben.

Embedded-Ökosysteme: gemeinsam zum Internet der Dinge

Telekom und IBM, SAP und Ericsson – kurz vor der Embedded World sind wieder einige neue M2M-Allianzen bekanntgegeben worden. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich im Embedded-Universum größere und kleinere Galaxien miteinander kooperierender Anbieter bilden – ob Vertriebspartnerschaften wie die zwischen SAP und Ericsson, Industrieverbände wie die M2M Alliance oder offene Communities, die sich auf gemeinsame Standards einigen wie die OSLC. Zwar finden sich unter den Ausstellern der embedded world auch zahlreiche Unternehmen, die rein proprietäre Komplettlösungen im Alleingang anbieten; auch einzelne Bastler-Teams, die jahrelang mit größter Hingabe an einem einzelnen Gadget bauen. Doch mit dem Softwareanteil in mechatronischen Systemen und der Anzahl an einzelnen Komponenten wächst auch die Notwendigkeit der Kollaboration. Schon allein deshalb wird auch der Ruf nach gemeinsamen Standards, Transparenz und Traceability im Herstellungsprozess – sicher eine der größten Herausforderungen, denen sich die Branche in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stellen muss – immer lauter.

Abb. 2: Immer die größten Blickfänge: Gadgets aller Art

Abb. 3: Auf dem Weg zum Smart Car: „Project Knight 2000“ mit Windows Embedded
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