SEPA leben statt Deadlines abarbeiten

All diese Veränderungen müssen die Finanzunternehmen innerhalb eines Zahlungsverkehrsmarktes verwirklichen, der außerdem noch neue Preis- und Gebührenstrukturen mit sich bringt. Diese neuen Strukturen wollen auch in der IT-Infrastruktur abgebildet sein. Die immer knapper werdenden Gewinnspannen bei nationalen und grenzübergreifenden Transaktionen setzt Banken zusätzlich unter Druck, wettbewerbsfähig zu sein und die neuen Vorgaben möglichst schnell und ohne großen Aufwand umzusetzen. Denn unter diesen Rahmenbedingungen werden nur die Finanzunternehmen erfolgreich sein, die ihre Prozesse und Systeme möglichst schnell und flexibel an die veränderten Vorgaben anpassen können.

Die Zeit für die Modernisierung der Banken-IT drängt

Die Banken-IT spielt bei der Erfüllung der SEPA-Regularien eine wichtige Rolle und muss für die Verwirklichung der Vorgaben mehrere Anforderungen erfüllen. So müssen Banken künftig mit 22-stelligen IBAN- und BIC-Codes arbeiten. Dies ist besonders schwierig, weil die Code-Strukturen für Kontonummern und Bankidentifizierungen jedes SEPA-Landes unterschiedlich sind. Diese Umstellung ist zu großen Teilen vergleichbar mit den Veränderungen zur Jahrtausendwende, als die Datumsangaben für Jahreszahlen umgestellt werden mussten. Wenn Banken statt der kurzen Codes nach den vollständigen internationalen Standards arbeiten wollen, müssen viele ihre Systeme komplett verändern. Dies konnte zwar bis 2007 verwirklicht werden. Die Umstellung hatte jedoch insgesamt sechs Jahre gedauert – eine sehr große Zeitpanne, die sich Banken in einem sich täglich weiterentwickelnden Wettbewerb nicht leisten können. Hier müssen sie unbedingt schneller werden.

Änderungen ohne Prozessunterbrechung einpflegen

Doch die Umstellung auf IBAN und BIC ist nicht die einzige Herausforderung. Schwierig ist auch die Veränderung von Programmen, Systemen, und Software, um wichtige international eingesetzte Produkte wie Karten oder Kredite nach den neuen Vorgaben besser grenzübergreifend einsetzen zu können. Zudem müssen alle Aspekte der laufenden Geschäftsprozesse verändert werden, um die neuen Richtlinien und Produkte abzubilden. Neben neuen Datums- und Zeitrahmenangaben in den Kreditverträgen für Privatkunden sind dies beispielsweise auch Gebühren für Unternehmenskunden. Dazu kommt, dass es in den von SEPA betroffenen Ländern komplett unterschiedliche Systeme für die Vergabe von Krediten gibt. Um die verschiedenen Strukturen aneinander anzugleichen, helfen meist nur Lösungen, in denen neue und alte Systeme übergangsweise parallel laufen und nach und nach die neuen Anforderungen erfüllen. Die neuen Rahmenbedingungen müssen dabei über mehrere Monate hinweg in die Software und Systeme eingearbeitet und ständig aktualisiert werden, ohne laufende Geschäftsprozesse der Banken zu unterbrechen.

Flexible IT-Infrastrukturen sind ein Muß

Richtlinien wie SEPA, von denen in den kommenden Jahren noch weitere zu erwarten sind, können nur mit einer passenden IT-Infrastruktur langfristig umgesetzt werden. Solch eine Infrastruktur muss nicht nur flexibel sein und eine schnelle Anpassung der Geschäftsprozesse an neue Gesetze und Regeln ermöglichen. Sie muss darüber hinaus auch sicherstellen, dass die wichtigen Transaktions- und Zahlungsdaten zentral vorgehalten werden und dass alle berechtigten Anwender jederzeit problemlos darauf zugreifen können. Als Rahmen für eine so aufgestellte IT-Infrastruktur eignen sich Service-orientierte Architekturen. Im Rahmen einer SOA-Strategie können die Finanzunternehmen dann Services entwickeln, mit denen die neuen Vorgaben eingeführt werden. Beispiele dafür sind die Prüfung der IBAN- und BIC-Nummern oder die Eingabe neuer Gebührenstrukturen. Die Dienste werden auf Basis von Geschäftsregeln in den Geschäftsprozessen einer Bank umgesetzt. Sie geben beispielsweise vor, wie Transaktionen durchgeführt werden oder unter welchen Umständen eine Zahlung in dem jeweiligen System übertragen und weitergeleitet wird.

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