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Self Service: Der Albtraum der IT?

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Suzanne Tucker

Im Rahmen der Virtualisierung rückt das Thema Self Service vermehrt in den Fokus. Die Rechte von Virtualisierungs-Administratoren in den Händen normaler User – wie kann das gutgehen?

Mit 15 Jahren dachte Steve Wilson (Senior Solutions Engineer bei VMTurbo), dass er kein Problem damit haben dürfte, mit dem Neuwagen seines Vaters umzugehen. Bis er gleich am ersten Tag, an dem er ihn fahren durfte, gleich zwei Unfälle baute. Er dachte zwar, er könnte mit dem Fahrzeug umgehen. Die Realität sah jedoch anders aus.

Eine ähnliche Problematik kommt möglicherweise in größerem Maßstab auf die IT-Welt zu: So scheinen sich Wilson zufolge in 2015 mehr und mehr Menschen im Rahmen der Virtualisierung mit Self-Service-Technologien und deren Umsetzung zu beschäftigen. Normale User hätten somit dieselben Berechtigungen wie Virtualisierungs-Administratoren, könnten beliebige Umgebungen schaffen. Ein fataler Fehler, wie Wilson meint:

This is like handing the keys of a Ferrari to a sixteen year old boy and sending him out to face the world.

Der durchschnittliche User, so Wilson weiter, verfügt über kein Verständnis von oder Wissen über selbst grundlegende Dinge wie die Speicherzuordnung, was die Operations-Teams, die mit diesen neuen Gegebenheiten zurechtkommen müssen, unter gehörigen Druck setzt. Um Self Services in der IT richtig Ein- und Umzusetzen ist es laut Wilson deshalb eine Unabdingbarkeit, die drei Stellschrauben Dimensionierung, Platzierung und Kapazität von Anfang bis Ende mit Argusaugen im Blick zu halten.

Dimensionierung, Platzierung, Kapazität

Wilsons Erfahrung zufolge stützt sich die Dimensionierung einer Umgebung zumeist auf Bauchentscheidungen oder die Spezifikationen von Drittanbietern, was in der Regel zu über- bzw. unterdimensionierten Guests führt – man verschwendet also entweder Ressourcen oder krebst ständig am absoluten Minimum herum. Eine nachfrageorientierte Dimensionierung hingegen ist Wilson zufolge nicht nur deutlich eleganter, sondern ebnet darüber hinaus auch den Weg hin zu eine Ergänzung der internen Umgebung um eine Hybrid-Cloud-Strategie.

Die richtige Platzierung wiederum ist von entscheidender Bedeutung dafür, ob die Anwendungsumgebung optimal ist; zugleich muss auch der bereits laufende Workload berücksichtigt werden. Da man auf die Performance beider Workloads keinen Einfluss nehmen kann, stellt die Platzierung einen wichtigen Faktor dar. Da im Rahmen von Self Services die dafür eigentlich notwendige Planung entfällt, müssen die Auswirkungen der Platzierung auf die Umgebung ad hoc ermittelt werden – eine unfassbar schwierige Aufgaben, wie Wilson findet.

Die Wilson zufolge am schwersten zu kontrollierende Komponente ist schließlich die Kapazität: Vermasselt man Dimensionierung und Platzierung, zahlt man hier doppelt und dreifach, im übertragenen wie tatsächlichen Sinne. Ist der Workload weder richtig dimensioniert noch plaziert, droht entweder ein ständiges Balancieren am Abgrund oder eine unnötig teure, da viel zu üppig ausgestattete Umgebung.

Aufmacherbild: Scary hand coming out from under the bed von Shutterstock.com / Urheberrecht: Suzanne Tucker

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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