Auf dem Weg zur digitalen Transformation

Microsoft Security Survey: Mehr Cyberangriffe – mehr langfristige Sicherheit?

Maika Möbus

© Shutterstock / 13_Phunkod

Microsoft hat sich der Frage gewidmet, inwiefern die Coronavirus-Pandemie die digitale Transformation von Cybersicherheit vorantreibt und wie sich dieser Trend fortsetzen könnte. Dazu wurden Führungskräfte sowohl zu bisherigen und geplanten Investitionen in sicherheitsrelevante Bereiche als auch zur Neueinstellung von Security-Experten befragt.

In der letzten Woche widmeten wir uns dem RSA Fraud Report 2020, der aufzeigte, dass Kriminelle die Corona-Krise vermehrt für Angriffe ausnutzen, und auch Microsoft hat sich bereits im Juni mit der Problematik erhöhter Angriffe befasst. Wie aber können Unternehmen dem entgegenwirken? Dieser Frage geht Microsoft in einem neuen Survey nach, der auf dem Microsoft Security Blog vorgestellt wurde.

Der Survey wurde unter 800 Führungskräften aus Indien, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA durchgeführt, die an der Spitze von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern stehen. Er beleuchtet, welche Maßnahmen die Unternehmen ergriffen haben bzw. planen, um den vermehrten Sicherheitsangriffen entgegenzusteuern – und welche langfristigen Auswirkungen das haben könnte.

Investitionen in Cybersicherheit

Die größte Herausforderung ist laut der Studie, sicheren Remotezugriff auf Ressourcen, Apps und Daten zu gewährleisten. Dementsprechend haben die befragten Unternehmen seit der Pandemie im Bereich Cybersicherheit vor allem in Multi-Faktor-Authentifizierung (20 %) investiert. Danach folgen Investitionen in Endpoint-Device-Schutz (17 %), Anti-Phishing-Tools (16 %), VPN (14 %) und die Weiterbildung von Endnutzern in Sicherheitsbelangen (12 %).


Insgesamt ist der Stellenwert der Sicherheit in Unternehmen offenbar angestiegen, denn das Security-Budget wurde von 36 Prozent der Unternehmen um 1-25 % gesteigert – und von 22 Prozent wurde es sogar um über 25 % erhöht. Über alle Länder der Studie hinweg betrachtet entschlossen sich nur 8 Prozent der Unternehmen dazu, ihr Budget in diesem Bereich zurückzufahren. Deutschland fällt hier allerdings mit einem etwa doppelt so hohen Wert als Ausreißer auf.

Security-Experten sind gefragt

Natürlich wirken sich die veränderten Anforderungen nicht nur auf das Budget, sondern auch auf das Einstellen neuer Mitarbeiter im Unternehmen aus. Zusätzliche Security-Experten wurden von 42 % der befragten Unternehmen eingestellt, während sich 40 % für ein Outsourcing einiger Security-Anforderungen entschieden. Keine Veränderung gab es in 16 % der Fälle, während sich 19 % der Unternehmen verkleinerten und 31 % einen Einstellungsstopp verhängten.

Langfristige Auswirkungen

Microsoft sieht in den Auswirkungen der Pandemie einen Cybersicherheits-Paradigmenwechsel hin zur digitalen Transformation, wie Ann Johnson, CVP SCI Business Development, bereits im letzten Monat in einem Blogeintrag darlegte. Satya Nadella, President & CEO, Microsoft, wird darin wie folgt zitert: „Wir haben zwei Jahre an digitaler Transformation in nur zwei Monaten gesehen.“

In Zeiten des Homeoffice spielt die Cloud eine tragende Rolle, und so rückt auch der Sicherheitsaspekt weiter in den Fokus. Integrierte Sicherheitslösungen werden nun laut Microsoft als notwendig angesehen, und im aktuellen Survey gaben 39 % der Unternehmen an, bis zum Ende des Jahres in Cloudsicherheit investieren zu wollen. Daten- und Informationssicherheit wurden von 28 % der Unternehmen genannt. Darauf folgen Netzwerksicherheit (27 %), Anti-Phishing-Tools (26 %) und Endpoint Detection & Response (EDR) mit 22 Prozent.

Diese und weitere Ergebnisse des Surveys können auf dem Microsoft Security Blog nachgelesen werden.

Geschrieben von
Maika Möbus
Maika Möbus
Maika Möbus ist seit Januar 2019 Redakteurin bei Software & Support Media. Zuvor studierte sie Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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