Außerdem: Schweizer Post steigt auf Drohnen um

Inside IoT: Security-Update für Raspbian-PIXEL, Microsoft in Konkurrenz zu Amazon Echo & Apples autonome Autos

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock/withGod

Die Highlights aus dem IoT-Universum. In dieser Woche gibt es ein Security-Update für Raspbian-PIXEL, Apple arbeitet wohl doch an autonomen Autos und Microsoft stellt mit dem WIndows 10 HomeHub einen Konkurrenten zu Amazon Echo vor. Außerdem wurde Kafka Connect für Azure IoT Hub vorgestellt, die Schweizer Post steigt auf Drohnen um und die Apple Watch befindet sich auf dem absteigenden Ast.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Security-Update für Raspbian-PIXEL

Im Zuge der vielen Meldungen über die Unsicherheit des Internet of Things in der letzten Zeit (man denke nur an das Mirai-Botnet und die Dirty-COW-Schwachstelle) konnte einem als IoT-Entwickler schon etwas flau werden. Um Nutzer von Raspbian-PIXEL besser zu schützen, hat die Raspberry Pi Foundation jetzt ein Update für das Betriebssystem veröffentlicht. Dafür wurde die bislang standardmäßig aktivierten SSH-Port und –Dienst deaktiviert. Da diese in einem öffentlichen Netzwerk allen zugänglich und zudem bei einer Erstinstallation Nutzer und Kennwort vorkonfiguriert waren, dienten sie als Einfallstor.

Wer weiterhin SSH nutzen möchte, kann dies per raspi-config aktivieren. Benötigt man den Dienst bereits beim Booten, kann dem /boot/-Verzeichnis einfach die leere Datei ssh hinzugefügt werden. Das voreingestellte Passwort kann über die Raspberry-Pi-Einstellungen oder die Eingabe passwd in der Kommandozeile geändert werden. Das aktuelle PIXEL-Image steht auf der Download-Website bereit; ausführliche Informationen zu allen Änderungen bietet der Eintrag im Raspberry-Pi-Blog.

Apple arbeitet an autonomen Autos

Gerüchte um selbstfahrende Autos von Apple gibt es schon länger: So wurde unter dem Codenamen Project Titan darüber spekuliert, dass das Unternehmen an smarten Fahrzeugen arbeite. Allerdings gab es dazu bislang weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Nun sieht es allerdings so aus, als sei Apple tatsächlich daran interessiert, auf dem Connected-Car-Markt mitzumischen. In einem Brief an die National Highway Traffic Safety Administration teilt das Unternehmen mit, dass es „heavily in the study of machine learning and automation“ investiere und „excited about the potential of automated systems in many areas, including transportation“ sei.

Dieser Brief ist das offizielle Statement zu den Richtlinien für automatisiertes Fahren der US-amerikanischen Bundesbehörde, die im September veröffentlicht wurden. Unternehmen wie Google und Ford haben darauf bereits geantwortet. Apropos Ford: Unterzeichnet ist Apples Antwortschreiben von Steven Kenner, der bis vor kurzem noch Global Director of Automotive bei Ford war. Ob allerdings mit einem „Apple Car“ zu rechnen ist, oder ob nur entsprechende Software entwickelt werden soll, bleibt weiterhin offen.

Windows 10 HomeHub – Konkurrenz für Amazon Echo?

Laut Insider-Informationen arbeitet Microsoft an einem Konkurrenten zu Google Home und Amazon Echo. Das sogenannte HomeHub-Feature soll für alle Windows-10-Devices kommen, und zwar über Updates in 2017 und 2018. HomeHub soll im Gegensatz zu den bekannten Geräten Home und Echo aber kein physisches Device sein, sondern ein Dienst bzw. Feature, das auf jedem Windows-10-Gerät läuft. Nach Aktivierung von HomeHub schaltet sich Cortana ein und liefert dem Nutzer die gewünschten Informationen.

Der Fokus für HomeHub liegt auf der Erstellung eines „family environment“ für den PC. Über das Feature sollen etwa Termine, Apps und andere Daten geteilt werden können, ohne dass man sich dafür einloggen muss: „This would allow a PC to be used like a Google Home or Amazon Echo, for queries via Cortana and for simple access to apps.“ Ob Microsoft sich damit jetzt noch vor Google und Amazon auf dem Smart-Home-Markt positionieren kann, ist allerdings fraglich.

Kafka Connect für Azure IoT Hub

Bei Kafka handelt es sich um eine verteilte Streaming-Plattform, die insbesondere der Verarbeitung von Datenströmen dient. Protokolldateien können ausgewertet, analysiert und versendet werden. Microsoft hat nun Kafka Connect für Azure IoT Hub veröffentlicht. Der neue Kafka-Source-Connector kann dafür eingesetzt werden, um Telemetriedaten von mit Azure IoT Hub verbundenen Geräten zu lesen. Mit Kafka Connect können Entwickler den IoT-Hub mit anderen Open-Source-Systemen verbinden, um so eine mächtige und performante IoT-Lösung zu erhalten. Kafka Connect steht auf GitHub zur Verfügung.

Schweizer Post steigt auf Drohnen um

Die Schweizer Post ist der Deutschen Post einen Schritt voraus: 2017 starten kommerzielle Drohnenflüge. So sollen ab der ersten Jahreshälfte 2017 Pakete per Drohne ausgeliefert werden, geplant ist ein Luft-Shuttle, der zwei Firmenstandorte verbindet. Wo diese Standorte sich genau befinden, ist allerdings nicht bekannt. Die Drohnen sollen Pakete bis zu fünf Kilogramm befördern können und dabei bis zu 60 km/h schnell und 20 km weit fliegen. Bereits seit Sommer 2015 testet die Schweizer Post den Drohneneinsatz, genauso wie die Deutsche Post in Reit im Winkl. Einen kommerziellen Einsatz gab es aber bislang noch nicht.

Apple Watch auf dem absteigenden Ast

Die Apple Watch mag zwar die erfolgreichste Smartwatch aller Zeiten sein, scheint aber dennoch nicht langfristig bei den Kunden anzukommen. Die Uhr verkauft sich im Vergleich zu anderen Watches weiterhin gut, schaut man sich aber die Verkaufszahlen des letzten und diesen Jahres an, sieht das schon anders aus: Im Vergleich zum dritten Quartal 2015 brachen die Verkäufe der Apple Watch im dritten Quartal 2016 um 71 Prozent ein, so die Ergebnisse des Marktforschungsunternehmens International Data Corporation.

Einer der Gründe dafür findet sich in der Dominanz der günstigen Fitnesstracker von Firmen wie Fitbit und Xiaomi. Trotzdem muss man den Teufel nicht an die Wand malen: Die Apple Watch 2 ist im dritten Quartal auf den Markt gekommen – viele Kunden werden die Smartwatch erst im vierten Quartal 2016 kaufen. Ob sich die Zahlen dann wieder normalisieren, bleibt aber angesichts der wenigen neuen Features der Apple Watch 2 unklar.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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