Sechs Prognosen für Java

Martijn Verburg ist als einer der aktivsten Vertreter der Java-User-Group-Szene in einer guten Position, die Entwicklungen, die für die Java-Community 2012 bedeutsam werden können, vorauszusehen. Martijn spannt den Bogen von der Beziehung zwischen Oracle und der Community über Cloud, Mobile und NoSQL bis zur schwelenden Android-Klage zwischen Oracle und Google.

JUGs könnten die Agenda für Java mitbestimmen

Die Java User Groups (JUGs) wachsen schnell und beteiligen sich mit Hilfe des „Adopt a JSR“ Programms mit großer Energie und Leidenschaft am OpenJDK und anderen Java-Standards. Diese Entwicklung hat potentiell einen großen Einfluss auf die Qualität und Nutzbarkeit von JSRs und dem OpenJDK selbst. Zwei Beispiele hierfür sind die von der London Java Community im JSR-310 durchgeführte Arbeit am TCK und der vor Kurzem stattgefundene OpenJDK Java 8 Compiler Warnings Hack Day, an dem über 20 begeisterte JUG Community-Mitglieder teilgenommen haben.

Unerschlossene Quellen für Cloud Start-ups

Java PaaS Provider, die es Java-Entwicklern erlauben, sich in die Riege der „coolen Technologie-Neulinge“ von Ruby, Python und PHP einzureihen, gibt es mittlerweile viele (Heroku, OpenShift, CloudBees, CloudFoundry etc.). Ich denke aber nicht, dass die Branche die Tragweite dieser Entwicklung voll erkannt hat. Auf jeden Fall gibt es nun weitere 9 bis 10 Millionen potentielle Entwickler, die sehr versiert darin sein werden, Anwendungen für die Cloud zu entwickeln und ernsthaft über das eigene Start-up nachzudenken, das sie schon immer gründen wollten.

Akzeptanz der Mehrsprachigkeit und der Aufstieg von NoSQL

Mehrsprachige Programmierung auf der JVM wird weiter in den Mainstream rücken. Sprachen wie Groovy, Scala, Clojure und JRuby mit Java zu kombinieren, gibt Entwicklern die Flexibilität, die sie für ihre verschiedenen Problemfelder brauchen.

Obwohl viele Mainstream-Entwickler bislang wohl noch keine Notwendigkeit sahen, Cloud, Mobile, NoSQL und funktionale Programmierung einzusetzen (Umfragen auf Konferenzen haben ergeben, dass weniger als 5% der Entwickler beliebige Kombinationen dieser Technologien nutzen), sind all dies aufregende Gebiete, die weiter wachsen und in den Vordergrund rücken werden.

Verbesserung der Beziehung zwischen Oracle und Java nützt allen

Oracle wird weiter mit der Java Community zusammenarbeiten, um die gegenseitigen Beziehungen zu verbessern und Ressourcen auszulagern. Obwohl es ab und zu immer noch Missverständnisse gibt, kann man doch sagen, dass sich die Verhältnisse bessern – eine Tatsache, die für das Java-Ökosystem nur positiv sein kann. Der Eigentümer von Java und die 9 bis 10 Millionen Java-Entwickler müssen gute Beziehungen aufrecht erhalten, wenn Java von Bedeutung bleiben soll.

Unternehmen kommen zurück zu Java

Mehr und mehr Organisationen werden sich wieder der JVM zuwenden. Ihre Stabilität und Skalierbarkeit sind immer noch die besten auf dem Markt, was 2011 von wichtigen Unternehmen wie Twitter bestätigt wurde.

Ein negativer Aspekt

Der Konflikt zwischen Oracle und Google scheint nicht in absehbarer Zeit beigelegt zu werden, was immer noch einen negativen Einfluss auf die Entwicklergemeinde und darüber hinaus hat. Gibt es einen möglichen Gewinn, der schwerer wiegt, als diese negativen Effekte? Da bin ich mir nicht sicher.

Martijn Verburg ist Co-Lead der JUG London (London Java Community, LJC) und aktiver Mitstreiter in den Communities Software Craftsmanship und London Graduate/Undergraduate Developer. Derzeit ist er mit der Arbeit an JCA-Konnektoren und einer Open Source Middleware-Plattform (Ikasan) beschäftigt. Verburg ist Co-Autor des Buches „The Well-Grounded Java Developer“ und tritt als Sprecher auf Konferenzen wie TSSJS, DevNexus und JAX auf.
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