Seam 3 unter der Lupe

Claudia Fröhling

In wenigen Wochen öffnet die JAX 2011 ihre Pforten. Wie gewohnt ist die Hauptkonferenz eingerahmt von jeder Menge Ganztags-Workshops. Am Freitag findet beispielsweise der Seam-Workshop von Jan Groth und Andreas Eigenmann statt. Wir sprachen mit Jan über Seam und was Teilnehmer bei diesem Workshop alles erwarten dürfen.

JAXenter: Hallo Jan! Wie groß ist eigentlich der Unterschied zwischen Seam 2 und Seam 3?

Jan Groth: Mit Sicherheit sehr groß. Wie wir in dem Workshoptext ja schon schreiben: Seam 2 war eher ein Rundum-Sorglos-Paket, welches diverse fehlende Features in JEE 5 integriert, und zwar auf einer recht tiefen Ebene, so dass man sich als Entwickler nur „ganz oder gar nicht“ für Seam entscheiden konnte. Diese Situation ist bei Seam 3 komplett anders, denn zum einen ist JEE 6 erheblich vollständiger (es ist ja auch einiges an Funktionalität aus Seam 2 eingeflossen), zum anderen gibt es nun ein definiertes Service-Point-Interface, welches es JEE-6-Erweiterungen erlaubt, sich sehr sauber in den Container zu ingrieren. In der Konsequenz ist Seam 3 ein relativ lose geschnürtes Paket solcher Erweiterungsmodule, welches man zusammenstellen kann, wie man möchte.

JAXenter: Warum nutzt du Seam?

Jan: Mit JEE 6 existiert ein wirklich guter Standard, der es erlaubt, (Web-) Applikationen einfach und elegant zu implementieren. Aber es liegt in der Natur eines Standards, dass es niemals möglich sein kann, alle möglichen Anforderungen eines realen Projekts damit abzudecken. Auch stoppt die technische Weiterentwicklung von JEE ja nicht mit dem Zeitpunkt der Erstellung des Final Relaese, sondern schreitet kontinuierlich voran. Für beide Punkte kommt Seam ins Spiel, und bietet Module, die sich entweder außerhalb des Scopes von JEE bewegen (z.B. Reporting, PDF-Generierung, Mailversand), oder sich gerade in der Inkubationsphase für zukünftige Erweiterungen befinden (z.B. Expression-Language, JSF-Erweiterungen).

Als Entwickler kann man aus inzwischen über 20 Modulen auswählen, und genau die Funktionen in die eigene Applikation einbinden, die man auch wirklich benötigt.

JAXenter: Was können die Teilnehmer in eurem Workshop erwarten? An welche Zielgruppe wendet ihr euch?

Jan: In allererster Linie einmal viel Action in Form von Live-Codings. Wir werden mit einer reinen JEE-6-Applikation starten, und diese nach und nach mit wirklich realitätsnahen Anforderungen erweitern. (z.B. sauberes ExceptionHandling, Security und RESTful Services). Dabei wollen wir natürlich möglichst viele Seam-3-Module vorstellen und anwenden, und natürlich auch jede Menge spannende Diskussionen führen. Da wir JEE 6 schon seit über einem Jahr einsetzen, haben wir bestimmt auch einige praktische Ratschläge für die Teilnehmer auf deren konkrete Fragestellungen. A propos Teilnehmer: Wir wollen natürlich niemanden ausgrenzen, aber Angst vor Code sollte man nicht gerade haben. In erster Linie wenden wir uns an Entwickler und Architekten, aber andere interessierte Personen sind herzlich eingeladen. Es wäre schön, wenn bereits Kenntnisse in JEE 6 oder aber Seam 2 vorhanden wären.

Jan Groth ist Entwickler bei den Helvetia Versicherungen in St. Gallen. Als Berater, Entwickler und Projektleiter hat er über zehn Jahre Erfahrung im Java-Enterprise-Umfeld, davon die letzten zwei Jahre mit dem Tätigkeitsschwerpunkt JBoss Seam. Dabei hat er mit dem Framework mehrere Projekte im Bereich Versicherungen und Energiewirtschaft erfolgreich umgesetzt. Zusätzlich zur projektbezogenen Tätigkeit leitet er Workshops, betreut ein Seam-Forum (xing.com/net/seam) und ist Autor mehrerer Fachartikel für das Java Magazin zu diesem Thema.

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Claudia Fröhling
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