Scrum-Rollen

Der Weg zur Meisterschaft: Vom Dude bis ins agile Nirvana

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Carlos Amarillo

Um den vollgepackten Zeitplan seines Managers zu entlasten, übernahm der IT-Veteran John Vester erstmals in seiner Karriere die Rolle eine ScrumMasters. Für ihn überraschend, folgte sein eigener Werdegang fast buchstabengetreu dem von Angel Medinilla (Gründer und Lead Consultant von Proyectalis und Improvement21) skizzierten Scrum Master Maturity Model: Der dort beschriebene Weg führt vom ScrumDude bis ins agile Nirvana.

ScrumDude

Die unterste Stufe in Medinillas Scrum Master Maturity Model wird von den sogenannten „ScrumDudes“ eingenommen. Auf dieser Ebene kümmert sich ein angehender ScrumMaster um die Planung von Meetings und ähnliche alltägliche Dinge – er ist praktisch der Sekretär des Teams. Schon alleine durch die Bezeichnung „Dude“ wird seine konfliktvermeidende, unterstützende und verständnisvolle Rolle im Team unterstrichen

ScrumMom

Mami ist die Beste – oder ein Hausdrache. Auf die nächste Stufe auf dem Treppchen zum ScrumMaster trifft eher letzteres zu. Zur Veranschaulichung greift Medinilla auf das Bild einer ältlichen, durchgreifenden Mutter mit griffbereitem Nudelholz zurück – der Unterschied zum kumpelhaften ScrumDude wird dabei für jeden ersichtlich. Die ScrumMom ist allzeit bereit, ihr Team mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, kümmert sich um die Zuweisung von Aufgaben und hat gleichzeitig einen wachen Blick auf den Terminkalender. Auf dieser Stufe ist der ScrumMaster in spe das Sprachrohr seines Teams.

Scrum Master

Die höchste „formelle“ Stufe in Medinillas Scrum Master Maturity Model wird von den ScrumMastern eingenommen. Ein ScrumMaster ist sozusagen der Gärtner des Teams: Als Mentor, Coach und Trainer zeichnet er in erster Linie für das (geistige) Wachstum des Teams verantwortlich. Dabei hat er sowohl kurzfristige Ziele, als auch langfristig angelegte Visionen im Blickfeld – nicht nur im Hinblick auf das Team als Ganzes, sondern auch die individuellen Mitglieder betreffend.

Das agile Nirvana

Jede Stufe des Scrum Master Maturity Model baut auf die vorhergehende auf. Der angedachte Endpunkt ist dabei jedoch nicht – wie vielleicht viele denken würden – die Weihen eines ScrumMasters, sondern das „Agile Nirvana“: Ein Status, der es dem ScrumMaster erlaubt, einfach da zu sein und alles, was geschieht, zu reflektieren. Das Team sollte zu diesem Zeitpunkt in der Lage sein, mit lediglich minimaler Einmischung von Seiten des ScrumMasters erfolgreich zu arbeiten. Des Weiteren soll der ScrumMaster Medinilla zufolge auf dieser Ebene als Spiegel des Teams dienen – und vor allem schweigen.

Aufmacherbild: e learning von Shutterstock.com / Urheberrecht: Carlos Amarillo

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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