Schöne neue Android-Welt

Claudia Fröhling

Fulminant haben die Android Days auf der MobileTech Con 2012 in Frankfurt begonnen. Der erste von insgesamt drei Tagen rund um die mobile Plattform hatte ein buntes Programm mit fünf Talks zu bieten. Los ging es mit einem Thema, das seit Ice Cream Sandwich endlich an Fahrt aufnimmt: UIDesign. Lars Röwekamp von open knowledge erklärte, was genau hinter den Design Guidelines von Google steckt. Interessant war erst einmal, dass im Zuschauerraum der Session kaum ein Teilnehmer Erfahrungen mit der Entwicklung für Android 4 hatte. Dementsprechend konnte Lars Röwekamp einen guten Überblick über die neue Unified UI, die Action Bar und Multi-Pane geben. Die Action Bar bringt endlich die lang geforderte Konsistenz zwischen Tablet und Smartphone und macht Android 4 deswegen auch so interessant für Entwickler. Derzeit laufen ca. 15 Prozent aller Android-Geräte auf Android 4, es überrascht also nicht, dass die Adaption der neuen Version bei den Teilnehmern noch weitestgehend fehlt.

Am meisten Sinn macht es momentan noch, für Android 2.x, der am meisten verbreiteten Version, zu entwickeln. Um hier aber auf die Neuerungen von Ice Cream Sandwich nicht komplett verzichten zu müssen, lassen sich zusätzliche Tools wie zum Beispiel ActionBarSherlock einsetzen. Das Open-Source-Tool schlägt die Brücke zwischen Android 2.x und den Features von Android 4. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte einen Blick in die aktuelle Ausgabe des Android360 Magazins werfen.

Weiter ging es mit Dominik Helleberg von inovex und dem Android APK. Wann ist ein Android-Gerät ein Tablet, wann ein Smartphone? Wie kann man ausreichend simulieren und testen? Das alles erklärte Dominik in seiner Session. Er führte die Teilnehmer durch den Dschungel von Android-Versionen, Bildschirmgrößen, PPIs und APIs.

Apps versilbern

Ein Problem, mit dem die Android-Plattform immer noch zu kämpfen hat, ist monetärer Art. Mit Android-Apps lässt sich Stand heute einfach noch nicht genug Geld verdienen. Android hinkt hier noch hinter Blackberry (!) und iOS hinterher. Aber welche Strategien soll man fahren, damit sich die Entwicklung einer Android-App auch finanziell lohnt? Interessante Ratschläge hatte hier Kay Glahn in seiner Session „Die App erfolgreich versilbern – Geld verdienen mit Android“ parat.

Dabei wollte Kay uns keine falschen Hoffnungen machen: „Man braucht schon eine gute Idee“, so Kay. Gerade die Dimensionen, die die großen App Stores mittlerweile erreicht haben, machen es schwer, seine App an den User zu bringen. Der User bekommt sie einfach nicht zu Gesicht.

Das hat zur Folge, dass gerade einmal 47 Prozent der Android-Entwickler mit ihrer App den Break Even erreichen, so Kay Glahn. Im Vergleich: Bei Blackberry sind es 65 Prozent und bei iOS 54 Prozent. Letzterer Wert erscheint doch sehr gering und überrascht.

Eine goldene Regel, wie man seine Android-App versilbern kann, konnte Kay uns natürlich nicht geben. App Store Optimierung (ASO) ist ein wichtiger Punkt, doch muss man hier beachten, dass jeder Store seine Eigenheiten hat und obendrein auch noch ständig seine Algorithmen ändert. ASO ist aber wichtig, denn das ultimative Ziel ist es, vom Store zumindest für kurze Zeit gefeatured zu werden, z.B. in den Charts zu landen. Um das zu erreichen, könne man die Burst-Strategie anwenden,so Kay weiter. Hierbei pusht man seine App durch Schübe von Angeboten nach oben. Landet die App dann einmal in den Charts, wird sie oft zum Selbstläufer.

Ebenso wichtig ist es, die User zu Ratings aufzufordern, am besten innerhalb der App. Auch Rabatt-Aktionen, beispielsweise vor Weihnachten, helfen, die Verbreitung zu steigern. Worauf man aber verzichten sollte, ist so genannte Black Hat ASO – Aktionen, die nicht mit den Regeln des jeweiligen Stores konform gehen. Dazu gehören beispielsweise gekaufte Ratings, der Einsatz von Bots o.ä.

Wir haben Kay nach seinem Talk noch mal zu den wichtigsten Punkten befragt. Das Interview seht ihr in Kürze hier!

Der Nachmittag des ersten Android-Days war den Themen Datenverwaltung (Markus Junginger) und NFC gewidmet. Gartner hatte NFC erst vor kurzem bescheinigt, mindestens fünf Jahre vom Mainstream entfernt zu sein. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein wichtiges Thema, mit dem man sich schon heute beschäftigen sollte. Sven Haiges von der Hybris GmbH stellte in seiner Session die aktuellen API-Versionen vor. Mit dabei: sein NFC-fähiges Nexus 7.

Wir freuen uns schon auf den zweiten Android Track am Mittwoch, wo es unter anderem um die Android Development Tools und UI-Patterns sowie Anti-Patterns gehen wird. Dann werden wir uns auch eine Wunschliste für Android 5 zusammen mit Jan Peuker überlegen. Habt Ihr Wünsche für Android 5? Dann schreibt uns (redaktion@mobile360.de) oder hinterlasst einen Kommentar hier unter dem Artikel.

Claudia Fröhling

Redakteurin Java Magazin

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Claudia Fröhling
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