Teil 4: Umfrage zum zwanzigsten Geburtstag von Java

„Schönheitsoperationen im Alltag sind akzeptiert“

Redaktion JAXenter

©Shutterstock/Beatricee

Wie wir alle wissen, ist Java dieses Jahr 20 Jahre alt geworden. Angst vor dem Alter muss Java aber nicht haben, denn Schönheitsoperationen sind ja heute gang und gäbe – findet zumindest Michael Johann. Im vierten Teil unserer Serie schildert er seine schönsten und schwärzesten Momente, die er in zwei Dekaden mit Java erlebt hat.

JAXenter: Wann war das erste Mal, als du sagtest: „Verdammt, Java ist ja wirklich cool!“

Michael Johann: Im Januar 1996, nachdem ich meine ersten kommerziellen Schritte mit der Programmiersprache Smalltalk hinter mir hatte. Damals erschienen mir die Möglichkeiten für den Einsatz im Web, wie vielen anderen, als der richtige Ansatz. Andere Systeme wären dazu lange nicht in der Lage gewesen. Manche sind es bis heute nicht.

JAXenter: Hand aufs Herz: Welches war dein schwärzester Java-Moment?

Michael Johann: Ich gebe zu, dass ich bei der Übernahme durch Oracle einen kalten Schauer über meinen Rücken laufen fühlte. Heute, nachdem Oracle endlich wieder mit der Community kommuniziert, sehe ich die Zukunft für Java in den Händen von Oracle wieder als gesichert.

JAXenter: Wie lauten die ersten Worte deiner Geburtstagsrede für Java?

Michael Johann: Liebes Java, mögen deine nächsten zwanzig Jahre weiterhin von einer großen Community unterstützt sein. Schönheitsoperationen im Alter sind heute akzeptiert, also nutze diese Möglichkeit, um weiterhin jung zu bleiben.

JAXenter: Nach zwanzig Jahren ist mal eine echte Aussprache fällig; ihr seht euch tief in die Augen – was würde Java über dich und deinen Programmierstil sagen?

Michael Johann: Michael, Du hast doch immer Wert auf sauberen Code gelegt. Deine Kunden haben dir durch langlaufende Projekte und seltene Releases die Möglichkeit hierzu gegeben. Warum hast du so selten dokumentiert? Es tut mir leid, dass ich die ganze Zeit über von dir verlangt habe, dass du extrem mehr Code schreiben musstest, als mit den Sprachen, die du heute nutzt (Ruby). Ich gelobe Besserung (z. B.: Lambdas) und vielleicht kann ich dich irgendwann wieder für Enterprise-Projekte begeistern.

JAXenter: Zu einer guten Geburtstagsparty gehört auch Musik; wenn Java also ein Popsong wäre – welcher?

Michael Johann: U2 „Still haven’t found, what I’m looking for“ (Lyrics).

Michael Johann war Chefredakteur des Magazins RailsWay und Autor des Buches „Ruby on Rails für JEE-Experten“ (Hanser Verlag). Er ist Berater und Trainer für JRuby on Rails und regulärer Sprecher auf Konferenzen rund um den Globus. Vor dem Switch zu Ruby on Rails wurde er als JEE-Experte und als Chefredakteur von Java-Spektrum bekannt.

Was sagt die Community?

Im vierten Teil der Serie kommen unsere Leser Sigi Dengel und Matthias Müller zu Wort.

JAXenter: Wann war das erste Mal, als du sagtest: „Verdammt, Java ist ja wirklich cool!“

Matthias Müller: Als ich während des Studiums nach einer Vorlesung in C erfuhr, dass Java seinen Speicher selbst verwaltet. Nie wieder malloc(), free() your mind from memory management!

JAXenter: Hand aufs Herz: Welches war dein schwärzester Java-Moment?

Sigi Dengel: Die diversen Updates zu den ungünstigsten Zeiten.

Matthias Müller: Als ich feststellte, dass auch eine automatische Garbage Collection mich nicht davor beschützt, Speicherlecks zu produzieren. OutOfMemoryError und PermGenSpace lassen grüßen. Nach Tagen der HeapDump-Analyse stand dann fest: PICNIC (Problem in Chair, not in Computer)!

JAXenter: Wie lauten die ersten Worte deiner Geburtstagsrede für Java?

Sigi Dengel: Liebe Kaffeetrinker und Star-Wars-Fans! Ihr seid hier falsch.

Matthias Müller: Liebes Java! Ich weiß, wir beide hatten keinen leichten Start. Du hast mich mit J2EE und Trilliarden Zeilen Deployment-Deskriptoren gequält. Du hast mich gezwungen, mit Iteratoren ziellos durch Listen von Objekten umherzuirren. Doch dann gabst du mir Generics, Annotationen und for-each-Schleifen! Seitdem hast du meinen Respekt verdient, und ich genieße jede Minute, die wir zusammen arbeiten dürfen.

JAXenter: Nach zwanzig Jahren ist mal eine echte Aussprache fällig; ihr seht euch tief in die Augen – was würde Java über dich und deinen Programmierstil sagen?

Sigi Dengel: Nicht geschimpft ist genug gelobt.

Matthias Müller: Zu Beginn hast du mich schlecht behandelt, bei deinen Schleifen wurde mir übel, das war schlimmer als jeder Looping. Du hattest keinen Schimmer von Objektorientierung, Architektur und Design Patterns. Aber du hast an dir gearbeitet, jahrelang, und heute sind wir ein gutes Team.

JAXenter: Zu einer guten Geburtstagsparty gehört auch Musik; wenn Java also ein Popsong wäre – welcher?

Sigi Dengel: Prince – „Sign o’ the Times“

Matthias Müller: KISS (Killing Interfaces Smashes Software ) – „I was made for coding you“.

Wir bedanken uns für die Teilnahme!

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Aufmacherbild: hand held microphone for interview von Shutterstock / Urheberrecht: Beatricee

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