Interview mit Oliver Zeigermann

Schmerzfreies JavaScript für Java-Entwickler

JavaScript wird von Java-Entwicklern oft etwas belächelt, gilt die Sprache doch vielen als inkonsistent und längst nicht so sicher wie Java. Oliver Zeigermann räumt im JAX Countdown auf mit diesen Vorurteilen und gibt Tipps, wie man sich JavaScript möglichst unvoreingenommen annähern sollte.

JAX 2013

Oliver Zeigermann können Sie live auf der JAX 2013 erleben (22. bis 26. April 2013):

Schmerzfreies JavaScript für Java-Entwickler

Wer als Java-Entwickler mit Webanwendungen zu tun hat, kommt kaum um Berührungspunkte mit JavaScript herum. Was harmlos und selbstverständlich klingt, ist für viele Java-Entwickler ein Grauen. Als Mittel gegen das Grauen klärt diese Session über die typischen Missverständnisse bzgl. JavaScript auf und gibt eine Einführung in die Sprache und ihre Werkzeuge – speziell für Java-Entwickler.

Single Page Web Applications with Java


Single Page Web Applications (SPA) are the most advanced web applications. They run in the browser, do all the rendering and keep the state there as well. While those benefits of a SPAs are attractive, you might be hesitant because of the required use of JavaScript. This talk will show ways of having your SPA using Java. We will mainly have a look at the technologies GWT, Vaadin, and AngularJS.

www.jax.de

JAXenter: Java-Entwickler mögen JavaScript nicht. Weshalb eigentlich?

Oliver Zeigermann: Die grundsätzliche Schwierigkeit ist, dass JavaScript ähnlich
aussieht wie Java, sich aber oft ganz anders verhält. Das kann zu
einem emotional angespannten Verhältnis zu JavaScript führen, da es
„irgendwie komisch“ zu sein scheint. Dazu ist der Entwicklungszyklus
ganz anders als bei Java. Es gibt keinen Compiler, und auch die
IDE-Unterstützung ist im Vergleich zu Java eingeschränkt.

Zudem kann man in JavaScript Fehler machen, die in Java aufgrund der
statischen Typisierung gar nicht möglich sind. Das hat auch bei mir in
meiner JavaScript-Anfangsphase einen schlechten Eindruck hinterlassen.
Wenn man sich allerdings daran gewöhnt hat, kann man auch viele
Vorteile in der dynamischen Typisierung von JavaScript finden.

JAXenter: Kannst du ein typisches Missverständnis nennen, das dazu führt,
dass JavaScript unter Java-Entwicklern so einen schlechten Ruf hat?

Oliver Zeigermann: „JavaScript ist eine schlechte Sprache“, ist das Hauptmissverständnis. JavaScript ist keine schlechte Sprache, sie hat nur
ganz andere Eigenschaften als Java. Wenn man nun versucht, JavaScript
wie Java zu entwickeln, kann sich das sehr unangenehm anfühlen.

JAXenter: Aber letztlich kommen auch Java-Entwickler kaum an JavaScript
vorbei, wenn es um die Entwicklung von Webanwendungen geht. Wie
sollten sich Java-Entwickler JavaScript am besten nähern?

Oliver Zeigermann: Viele Java-Entwickler glauben, dass man die Programmiersprache JavaScript nicht lernen muss, sondern einfach so beherrscht. Das ist nicht richtig. JavaScript muss man lernen, wie jede andere
Programmiersprache auch. Ein Grund für diese Fehlannahme könnte das
zu Java ähnliche Aussehen sein. Vielleicht wird JavaScript aber auch
nicht immer ernst genug genommen. So als wäre JavaScript wie CSS und
HTML nicht etwas für Programmierer, sondern für Designer.

Die Antwort ist also: Nehmt JavaScript als Programmiersprache ernst
und lernt sie mit einem Buch oder in einem Kurs. Für die
Herangehensweise empfehle ich, mit JavaScript-Anwendungsentwicklern zu
sprechen. JavaScript-Anwendungsentwickler? Ja, die gibt es!

JAXenter: Nun gibt es ja auch Varianten wie CoffeeScript oder TypeScript, die dabei helfen sollen, die vermeintlichen Lücken von JavaScript zu schließen. Sollte
man sich das als Java-Entwickler mal anschauen?

Oliver Zeigermann: CoffeeScript und TypeScript haben unterschiedliche Ansätze. CoffeeScript möchte Hässlichkeiten in JavaScript durch schönere
Konzepte ersetzen und die Menge von Boiler-Plate-Code reduzieren.
TypeScript tut dies nicht, sondern fügt der Sprache JavaScript
lediglich Konzepte hinzu, die in JavaScript fehlen und für große
Projekte hilfreich sind. Dazu gehören statische Typen, Module und
Klassen. Für TypeScript gibt es IDE-Unterstützung, die in der Qualität
vergleichbar ist mit der von Java. Ich empfehle TypeScript daher
besonders für Java-Entwickler.

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