Neue Notebook-Umgebung

Netflix veröffentlicht Open-Source-Projekt Polynote

Jan Bernecke
Netflix Polynote

© Shutterstock / sitthiphong

Der Streaming-Dienst Netflix kündigte an, mit Polynote ein weiteres Open-Source-Projekt zu veröffentlichen. Das Software-Tool bietet IDE-ähnliche Funktionen und unterstützt mehrere Sprachen, darunter Scala, Python und SQL. Anvisierte Ziele waren bei der Entwicklung laut Netflix eine verbesserte Reproduzierbarkeit und erhöhte Visibility.

Dass Netflix nicht nur für Serienmarathons und actionreiche Filmabende gut ist, haben die Entwickler der Streaming-Plattform bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Veröffentlichungen von Open-Source-Software bewiesen. Als neuestes Projekt reiht sich Polynote in diese Liste ein; das IDE-inspirierte Notebook mit Scala-Support. Nach Angaben des Unternehmens bietet die Software besonders für Data Science Development und Machine Learning (ML) eine neue Notebook-Umgebung. Mit Hilfe dieser sollen JVM-basierte ML-Plattformen unkompliziert in populäre Libraries des Python-Ökosystems integrierbar sein. Während Entwickler bei Netflix dies schon nutzen, wird Polynote nun also auch für die Community zugänglich gemacht.

Reproduzierbarkeit und Funktionen

Hauptanliegen der Polynote-Software ist es, eine möglichst optimale Reproduzierbarkeit und Transparenz zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Entwickler die Code-Interpretierung von Grund auf erneuert, anstatt sich auf einen herkömmlichen REPL (Read-eval-print loop) zu verlassen. Eine verbesserte Reproduzierbarkeit soll erreicht werden, indem Polynote Konfigurations- und Abhängigkeitsinformationen direkt im Notebok gespeichert werden, anstatt auf externe Daten, bzw. eine Konfiguration auf Cluster-/Server-Ebene zu setzen.

Die Nutzung des Notebooks soll durch Funktionen erleichtert werden, die User bereits aus IDEs bekannt sind, unter anderem eine interaktive Autovervollständigung, Parameterhinweise, Inline-Fehlerhervorhebungen und einem Rich Text Editor mit LateX-Support. Das User Interface wurde so konzipiert, dass es einen leichten Überblick auf den Zustand des Kernels bietet, indem es dessen Status anzeigt, aktuelle Codes hervorhebt und ausgeführte Aufgaben auflistet.

Ausblick

Polynote steckt noch in den Kinderschuhen. Mit der Veröffentlichung des Projektes, möchte Netflix die Community bei der zukünftigen Entwicklung mit ins Bott holen und die Software Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Alle Informationen zum Polynote-Projekt von Netflix sind auf Medium einsehbar.

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Jan Bernecke
Jan Bernecke
Jan Bernecke ist seit 2019 Online-Redakteur bei S&S Media. Zuvor war der rugbyspielende Literaturwissenschaftler im Bereich Online-Marketing tätig.
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