Scala muss einladender werden: Rod Johnsons Scala-Keynote ist Online

Hartmut Schlosser

Auf den ScalaDays 2013 hat Rod Johnson, Mitbegründer des Spring-Frameworks, eine emblematische Keynote über die Zukunft der Scala-Programmiersprache gehalten. Ein Videomitschnitt ist nun auf parleys.com veröffentlicht worden.

Johnson sieht Scala als eine der führenden Enterprise-Sprachen im Jahr 2018. In 15 Jahren werde Scala seine Nische gefunden haben und vor allem in traditionellen Enterprise-Apps, oft in Verbindung mit Java, sowie in hochperformanten Consumer-Apps à la Twitter verwendet werden. Eine mit Java vergleichbare, millionenfache Verbreitung werde Scala indes nicht finden. Auch Startups sieht Johnson nicht unter den typischen Scala-Nutzern, zu groß sei die „irrationale Abneigung“ der JVM gegenüber in diesem Segment.

Als Rezept für den Erfolg von Scala sei es allerdings nötig, sich nun mehr dem Mainstream anzunähern, sich stärker in das Java-Ökosystem zu integrieren und auch die Innovationsgeschwindigkeit in Sachen neuer semantischer Erweiterungen zu drosseln – zugunsten von Abwärtskompatibilität, Compiler-Verbesserungen und Tooling-Ausbau.

Mehr als die Sprache muss sich jetzt die Community entwickeln, sagt Johnson: Mehr Pragmatismus, größerer Fokus auf Real-World-Probleme und eine einladendere Haltung Scala-Newbies gegenüber sei gefragt. 

Nun, wir werden sehen, wie sich das Scala-Rad weiter dreht. Johnson selbst ist ja im Typesafe Board of Directors und kann hier einen gewissen Einfluss ausüben. Seine doch recht provokanten Aussagen wurden übrigens vom Publikum fast einhellig positiv aufgenommen – mit stehenden Ovationen, wie auch Heiko Seebergers ScalaDays-Bericht bestätigt. Ein gutes Zeichen also, dass die Community den Fingerzeig verstanden hat…

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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