Scala Fork: Mit vereinten Kräften für einen besseren Compiler

Claudia Fröhling
©shutterstock.com/JAlcaraz

Typelevel, Anbieter diverser Open Source Scala-Bibliotheken, will Scala forken. Das berichtet Miles Sabin im Blog. Ziel ist es, eine unabhängige, non-profit Open Source Foundation zu gründen und unter deren Dach den Scala Compiler weiter zu entwickeln. Diese Idee hatte sich bereits kürzlich auf Twitter angekündigt.

Typelevel Scala

Die neue Scala-Distribution, die die Typelevel-Gründer gemeinsam mit der Community entwickeln wollen, soll ein konservativer Fork des Scala Compilers werden. Das bedeutet: Der Fork wird stets merge-kompatibel mit dem offiziellen Scala Compiler von Typesafe bleiben. Pull Requests können so in den Kern zurückfließen, eine Fragmentierung des Scala-Ökosystems wird vermieden. Aber warum ist das Forken überhaupt notwendig?

Scala Compiler

Miles Sabin verortet das Problem in der Verbindung zwischen Compiler und JVM. Im Laufe der Jahre sei die Auswahl an Compilern zwar gewachsen, jedoch der einzige, der auf die JVM abzielt und für das Gros der Scala Community sinnvoll ist, wird von Typesafe verwaltet. Und die Roadmap für diesen Compiler sei recht mäßig, so Sabin weiter. In den nächsten drei Jahren sei hier mit nur wenig Innovation zu rechnen.

Dabei stellt Sabin mehrfach klar, dass er Typesafe dafür keinerlei Schuld gibt:

Typesafe’s motivation for focusing on stability and Java 8 compatibility is very easy to understand. Typesafe is a commercial entity with products to sell in the JVM-based enterprise middleware space.“

Nichtsdestotrotz gäbe es einen wachsenden Teil der Community, deren Bedürfnisse mit dieser Roadmap nicht mehr befriedigt werden können. Das betrifft vor allem den Teil der Scala-Community, der großen Wert auf funktionale Programmierung legt. Dieser Teil stößt beim derzeitigen Stand des Scala Compilers an seine Grenzen.

Offen für alle

Selbstverständlich soll Typelevel Scala offen für alle sein. Sabin lädt sowohl einzelne Entwickler als auch Organisationen ein, egal ob man beim Bau des Forks mitarbeiten oder Kompatibilität der eigenen Bibliotheken und Frameworks mit dem Typelevel-Scala-Build sicherstellen möchte. Möglicherweise aufkommende Bedenken am Fork widerspricht Sabin direkt proaktiv:

  • Typelevel habe keine Intention, die Community zu spalten oder die Sprache zu fragmentieren. Vielfalt sei wichtig.
  • Ressourcen und Expertise für den Scala-Fork seien ausreichend vorhanden („many of the most able Scala programmers on the planet“)
  • Der Fork soll nicht zu konservativ werden. Klar sei, dass ein Fork, der mit dem offiziellen Compiler merge-kompatibel bleiben muss, Grenzen in Sachen Innovation hat.

Thumbs Up von Typesafe

Derweil hat der neue Fork bereits seinen Segen von Typesafe und Scala-Gründer Martin Odersky erhalten. Dieser schrieb gestern im Blog, dass er die Initiative von Typelevel begrüße. Typesafe sei dem Open-Source-Modell stets verpflichtet und der neue Fork ein hervorragendes Beispiel für die Kraft der Open-Source-Community.

Typesafe has focused on improving stability, simplicity, and performance of the Scala language based on the feedback from the broader community and our beliefs that improving these areas will open the Scala language to a broader audience. This has not always been easy. Balancing the disparity between providing what newcomers and enterprise shops need, and what some of the more advanced users in the Scala community want has proven to be a tough problem to solve.“

Typesafe unterstützt daher die Typelevel-Initiative und zeigt sich offen für Contributions neuer Features. Inwieweit Typesafe selbst eine Rolle in der neu gegründeten Typelevel Foundation spielen könnte, dazu äußerte sich Odersky im Statement nicht.

Scala Roadmap

Erst vor kurzem hatte Typesafe die Roadmap für Scala bekannt gegeben. Die Sprache solle einfacher, robuster und performanter werden. Mehr Informationen dazu gibt es hier auf JAXenter: „Das ist die Scala Roadmap“.

Aufmacherbild: Cutlery heart von Shutterstock / Urheberrecht: JAlcaraz

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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