Apple goes Business – SAP goes Design

SAP partnert mit Apple: Das neue Dreamteam der mobilen Revolution?

Hartmut Schlosser

Apple CEO Tim Cook und SAP CEO Bill McDermott Foto Copyright: Apple/Roy Zipstein

SAP und Apple arbeiten künftig zusammen, um Business-Apps für iPhone und iPad bereit zu stellen. Die Partnerschaft wurde von Apple CEO Tim Cook und SAP CEO Bill McDermott in Cupertino bekannt gegeben. Wohin führt uns das neue Dreamteam aus Cupertino und Walldorf?

SAP und Apple: Dreamteam?

Deutschlands größter Software-Hersteller SAP hat sich mit Apple den wohl schillerndsten Partner der IT-Branche geangelt. Laut Ankündigung geht es den beiden um nichts Geringeres als eine „Revolution des mobilen Arbeitens für Unternehmen“. Zieht man hier einmal den üblichen Marketing-Jargon ab, bleibt der durchaus interessante Fakt, dass Apple Business-Apps mit SAP-Hana-Funktionalität fortan privilegiert behandeln wird.

Zum einen wollen die beiden IT-Riesen gemeinsam an „nativen iOS-Apps für geschäftskritische Kernprozesse“ arbeiten – Apps mit Hana-Plattform-Integrationen also. Außerdem ist die Bereitstellung eines SDK geplant, mit dem Entwickler auf Basis der SAP HANA Cloud Platform eigene iOS-Apps für iPhone und iPad bauen können. Diese nativen Apps sollen Zugriff auf Kerndaten und Geschäftsprozesse in SAP S/4HANA erhalten und gleichzeitig typische Smartphone-Features wie Fingerabdrucksensor, Ortungsdienste oder Mitteilungen nutzen können. Als Programmiersprache ist Swift gesetzt.

Dass SAP in Sachen Design durchaus mit dem hohen iOS-Standard mithalten kann, hatte jüngst Andreas Hauser in seiner JAX-Keynote bewiesen.

Entsprechend soll in den neuen Business-Apps die Designsprache SAP Fiori, die 2015 den Red Dot Design Award gewinnen konnte, in einer speziellen iOS-Variante für eine zeitgemäße User Experience sorgen. Zudem soll eine „SAP Academy for iOS“ eingerichtet werden, in deren Rahmen Werkzeuge und Schulungen angeboten werden – beides noch 2016.

Apple goes Business – SAP goes Design

Apple, das derzeit mit einem Rückgang der iPad-Absatzzahlen zu kämpfen hat und zuletzt auch Anteile auf dem Smartphone-Markt preisgeben musste, versucht sich offensichtlich Wettbewerbsvorteile auf dem Unternehmensmarkt zu sichern. Android lässt hier noch immer wichtige Funktionen vermissen, der einstige Business-Platzhirsch Blackberry kämpft ums Überleben. Bereits 2014 hatte eine Kooperation zwischen Apple und IBM für Furore gesorgt.

Für SAP könnte die Partnerschaft ein weiterer Schritt in die Modernität bedeuten. Die Walldorfer sind vor allem in den 1990ern mit On-Premise Business-Software groß geworden – ein leicht verstaubtes Image hängt dem Unternehmen heute noch nach. SAP will und muss also zeigen, dass es die Cloud- und Mobile-Revolution nicht verschlafen hat.

Und so zeigt sich SAP CEO Bill McDermott gerne an der Seite Apples und positioniert SAP ganz Steve-Jobs-like als visionäres Unternehmen, dem es nicht primär um Geschäftserfolg, sondern um den menschlichen Fortschritt gehe:

Wir versetzen Menschen in die Lage, immer und überall mit Echtzeitdaten arbeiten zu können. Apple und SAP verbindet das gemeinsame Ziel, die Zukunft aktiv zu gestalten und dabei nicht nur die Abläufe der weltweiten Wirtschaft, sondern das Leben der Menschen insgesamt zu verbessern.

Wir sind gespannt, ob die Rechnung aufgeht.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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