Torero, olé!

Rust 1.23 & Eclipse RedOx – die Eclipse IDE für Rust

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Marish

Bei Rust, der C-Alternative aus dem Hause Mozilla, wurde mit dem Update auf Version 1.23 der Speicherverbrauch verringert und die Dokumentation überarbeitet. Mehr oder weniger gleichzeitig wurde das Projekt Eclipse RedOx gestartet, bei dem es um die Erschaffung einer Eclipse IDE speziell für Rust-Entwickler geht.

Wie auch Googles Go entstand Rust als eine Alternative zur Programmiersprache C, nur eben entwickelt von Mozilla. Rust ist eine funktionale, nebenläufige, generische Systemprogrammiersprache. Sie ist statisch und stark typisiert und erlaubt ein hohes Abstraktionsniveau. Rust steht im Ruf besonders flink zu sein, Speicherfehler zu vermeiden und Threadsicherheit zu garantieren.

Rust 1.23: Geringerer Speicherverbrauch und Library-Stabilisierungen

Mit Rust 1.23 erscheint gleich zu Beginn des Jahres eine neue Version mit einigen kleineren Verbesserungen, die sich besonders auf den Speicherverbrauch von Rust auswirken. In gewissen Situationen wurden vom Compiler unnötige Kopien von Parametern erstellt, was die Mid-Level Intermediate Representation (MIR) und die Low-Level Intermediate Representation (LLVM IR) aufgebläht hat. Dies sollte nun nicht mehr der Fall sein, die Enwickler von Rust sprechen von einer Verringerung des Speicherverbrauchs von bis zu 10 Prozent.

Seit Rust 1.0 gibt es die Method AsciiExt, mit der für u8, char, [u8] und str ASCII-verwandte Funktionalität gestellt wird. Auf den erwähnten Types werden diese Methods ab Rust 1.23 nun direkt definiert, ein Import der Eigenschaften ist nicht mehr nötig. Wer ältere Versionen von Rust weiterhin unterstützen möchte, der kann die damit verbundene Warnung unterdrücken, indem er die folgenden Zeilen in den Code übernimmt:

#[allow(unused_imports)]
use std::ascii::AsciiExt;

Auch einige APIs wurden überarbeitet, so gibt hat RwLock<T> keine Send-Begrenzungen mehr. In Sachen Cargo kann der Befehl cargo check nun die Unit-Tests checken und cargo uninstall ermöglicht ein Deinstallieren mehrerer Packages in einem Kommando.

Ein weiterer großer Punkt auf der Tagesordnung für Rust 1.23 war die Überarbeitung der Dokumentation. rustdoc hat einen weiten Weg hinter sich, was die verschiedenen Markdown-Renderengines angeht, nun hat man sich auf CommonMark geeinigt. Die Dokumentation wird zwar weiterhin mit Hoedown, jetzt aber auch zusätzlich mit einem CommonMark-konformen Renderer gerendert.

Weitere Informationen zum aktuellen Update der Sprache gibt es auf dem Blog von Rust und auf GitHub, wo die detaillierten Release Notes verfügbar sind.

Eclipse RedOx – die Eclipse IDE für Rust

Innerhalb eines Jahres hat sich der Marktanteil von VSCode in Sachen Rust-Entwicklung von 3,8 Prozent auf 34 Prozent erhöht, wie die Schöpfer von RedOx, der Eclipse IDE für Rust, herausgefunden haben. Der Grund hierfür ist das die Integration des Rust Language Servers. Lucas Bullen, Software Engineer Praktikant bei Red Hat, hat sich nun die Aufgabe gestellt, Rust auch im Eclipse-Ökosystem wieder ins Gespräch zu bringen.

Der Name des ambitionierten Projektes, an dem auch Mickael Istria und Aleksander Kurtakov mitarbeiten und dessen Mentoren keine Geringeren als Lars Vogel und Doug Schaefer sind, lautet RedOx. Ziel ist es unter anderem, Nutzer der Eclipse IDE auf Rust aufmerksam zu machen und umgekehrt.

Das Projekt „rote Ochse“ soll zukünftig Entwickler-Tools für Rust selbst und Cargo-basierte Rust-Anwendungen in der Eclipse IDE zur Verfügung stellen. Nutzern soll es möglich werden, Projekte zu erstellen und Code auszuführen bzw. zu debuggen, der sich noch in der Entwicklung befindet. Auch das Ausführen von Test-Suits, Packaging und das Deployen von Projekten soll realisiert werden. Natürlich ist auch geplant, das Editieren von Sourcecode- und Manifest-Dateien möglichst komfortabel zu gestalten.

Immerhin knapp 23 Prozent der JAXenter-Leser fanden Rust 2017 interessant, 8 Prozent sogar sehr

Im Proposal wird Bezug auf die Statistiken von GitHub genommen (Octoverse), die Rust eine wachsende Popularität attestieren. In einer eigenen Umfrage in der Community von Rust konnte herausgefunden werden, dass sich jeder zehnte Rust-Entwickler einen besseren IDE-Support wünscht, 5 Prozent haben in Ermangelung dessen sogar aufgehört, Rust zu verwenden.

Das Projekt wurde der Eclipse Foundation offiziell als Proposal angetragen, welches hier zu finden ist, auf GitHub kann man einen Blick in den Quelltext werfen.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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