Digitalisierung und Fachkräftemangel helfen Freelancern

Rosige Zeiten für IT-Freiberufler

Melanie Feldmann

© Shutterstock / Iconic Bestiary

Die Digitalisierung und der Fachkräftemangel treiben den Mittelstand quasi in die Arme der freien IT-Schaffenden. Eine Studie zum Einsatz von IT-Freiberuflern kam zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Unternehmen auf externe Kräfte setzt.

67 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen greifen für ihre IT-Projekte auf die Hilfe von außen zurück. Eine Zusammenarbeit mit IT-Freelancern ist für weitere 13 Prozent vorstellbar. Vor allem der Handel (20 Prozent) möchte sich Hilfe holen. Fehlende Personalressourcen im Unternehmen sind ein Grund für die Zusammenarbeit mit externen IT-Experten. 80 Prozent sind auf Fachwissen angewiesen, das sie selbst im Unternehmen nicht haben. Für ein Viertel des Befragten kommt eine Zusammenarbeit auf gar keinen Fall in Frage. Gründe hierfür sind nicht nur fehlende finanzielle Mittel, sondern auch fehlendes Vertrauen. Außerdem verfügen Externen naturgegeben nicht über unternehmensinternes Prozess-Know-how. Dadurch sei die Einarbeitungszeit einfach zu lang.

Bei der Auswahl der IT-Spezialisten ist den Unternehmen die „Qualifikation“ des Freiberuflers am wichtigsten. 56 Prozent lassen sich bei ihrer Wahl von Empfehlungen durch Kollegen oder Mitarbeiter leiten. Das spricht dafür, als Freiberufler ein gutes Netzwerk zu pflegen. Mit 52 Prozent ebenfalls stark genannt sind „Erfahrungswerte“. Wer also einmal den Fuß in der Tür eines Unternehmens hatte und einen guten Eindruck hinterlassen hat, sollte gute Chancen für den nächsten Job haben. Die Kosten spielen mit 40 Prozent ebenfalls eine große Rolle. Weniger wichtig sind den Unternehmen hingegen Zertifikate und Zeugnisse. Hier punktet die Praxiserfahrung. Nur der Öffentlichen Verwaltung sind Erfahrungen in Schwarz auf Weiß überdurchschnittlich wichtig.

Lesen Sie auch: IT-Freiberufler: Stundensätze ziehen insgesamt nur leicht an

Die Studie „IT-Mittelstandsindex 2016: Fokusthema Externes und freies IT-Personal im Mittelstand“ wurde im Auftrag von GULP Information Services von techconsult durchgeführt. Insgesamt befragten die Marktanalysten 200 Unternehmen mit 10 bis 999 Mitarbeitern. 35 Prozent der der Unternehmen kamen aus der Industrie, 38 Prozent aus dem Handel, 10 Prozent aus dem Bereich Dienstleistungen und Finanzgewerbe sowie 17 Prozent aus der Öffentlichen Verwaltung. Die Studie steht hier zum Download bereit.

Aufmacherbild: Professional programmer von Shutterstock / Urheberrecht: Iconic Bestiary

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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3 Kommentare auf "Rosige Zeiten für IT-Freiberufler"

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Jens Schumann
Gast
Sorry Melanie, aber die Zeiten für IT-Freiberufler sind alles andere als rosig. Ja. Es ist richtig. Der Bedarf ist riessig. Allerdings gefährden die Bestrebungen der Bundesregierung einmal mehr den gesamten Berufsstand der IT-Freiberufler. Viele grosse Unternehmen/Konzerne haben in den letzten 1-2 Jahren die Zusammenarbeit massiv ausgedünnt, da die rechtliche Situation einer Beschäftigung alles andere als einfach ist. Zu weiten teilen geht es dabei um den Anfangsverdacht einer Arbeitnehmerüberlassung mit all seinen problematischen Komsequenzen für den Auftraggeber. Selbst die Beauftragung von IT-Beratungsunternehmen hat sich bei einigen Auftraggebern erheblich verschlechtert, da der „normale“ im Team integrierte Arbeitsmodus ueber einen längeren Zeitraum die… Read more »
Jens Schumann
Gast

Kein Ursache.

Kleine Ergänzung zu meinem Kommentar vorhin. Man sollte seine Antworten nicht auf einem mobilen Device formulieren.

‚[…] der „normale“ im Team integrierte Arbeitsmodus ueber einen längeren Zeitraum die formalen Kriterien von Sachbearbeitern erfüllt.‘

sollte

‚der „normale“ im Team integrierte Arbeitsmodus ueber einen längeren Zeitraum die formalen Kriterien der Sachbearbeiter erfüllen, die über Arbeitnehmerüberlassung und Co entscheiden‘.

Man kann aus dem Blickwinkel der IT nur den Kopf schütteln, wenn versucht wird, IT-Freiberufler vor den prekären Beschäftigungsverhältnissen in „Leiharbeit“ zu schützen.