Auf den Scala Days 2013

Rod Johnson: Scala in 2018

Heiko Seeberger
Screenshot: www.scaladays.org

Vom 10. bis 12. Juni fanden in New York – unweit vom Times Square – die Scala Days 2013 statt. Am Mittwoch hielt Rod Johnson – Begründer des Spring Frameworks und seit 2012 im Board of Directors von Typesafe – eine Keynote, die ich aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert fand.

Zunächst einmal überraschte Rod das Publikum mit dem angeblich in gültigem Scala-Code geschriebenen Gedicht „Ode to Scala“! Für viele war das die erste Begegnung mit „Computer-Poesie“ und so mancher wird nun wohl versuchen, die nicht gezeigten fehlenden Pusselstücke zu finden, um damit das Gedicht zu kompilieren.

Dann wandte sich Rod dem eigentlichen Thema zu, und zwar einem Blick in die Glaskugel auf Scala im Jahr 2018. Nach seiner Meinung wird Scala die führende „neue Sprache“ sein, das „biggest thing since Java“. Java wird auf lange Sicht führend bleiben, aber das sei gut für Scala, da Scalas Schicksal durch die JVM mit dem von Java verknüpft sei. Scala werde sich neben „Twitter-like high demand consumer apps“ vor allem im Bereich der traditionellen Enterprise-Applikationen durchsetzen.

Um dorthin zu gelangen sei es erforderlich, dass Scala sich dem Mainstream zuwende, das Java-Ökosystem voll einbeziehe, nur Schlachten schlage, die gewonnen werden können, und insbesondere die Geschwindigkeit der Innovation reduziere und dafür die Backward Compatibility und das Tooling verbessere.

Weitere Aspekte, auf die er besonders abzielte, waren die große Bedeutung von Offenheit der Scala Community gegenüber Einsteigern sowie die Wichtigkeit von einfach verständlichem und idiomatischem Code: „If you hate OO programming, go write Haskell or Lisp“. Rod zeigte einige Beispiele von Fehlverhalten in Mailinglisten und Foren sowie Beispiele von „cleverem“ aber unverständlichem Code. Das war mit Sicherheit der kontroverseste Teil der Keynote, denn, auch wenn er keine Namen nannte, waren die Adressaten zum Teil bekannt und auch im Publikum anwesend.

Rod schloss seine Keynote mit einem weiteren kurzen Gedicht und erntete stehende Ovationen. Im anschließenden Gespräch mit dem Autor gab er sich positiv überrascht, dass seine zum Teil provokative und bewusst kontrovers ausgelegte Rede überwiegend sehr positiv aufgenommen wurde. Wir sind auf alle Fälle gespannt wie die nächsten Jahre für Scala verlaufen und ob Rod auch einen guten Wahrsager abgibt.

Geschrieben von
Heiko Seeberger
Heiko Seeberger
Heiko Seeberger is Fellow at codecentric. He has been a Scala enthusiast ever since he came to know this fascinating language in 2008. Deeply interested in distributed computing he became a contributor to the amazing Akka project in 2010. Heiko has more than 20 years of professional expertise in consulting and software development and regularly shares his expertise in articles and talks. He is also the author of the German Scala book "Durchstarten mit Scala". Heiko tweets as @hseeberger and blogs under heikoseeberger.de.
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