Domo arigato, Mr. Roboto

Robotic Process Automation und Low-Code-Plattform als gewinnbringende Symbiose

Sathya Srinivasan

© Shutterstock / pathdoc

Robotic Process Automation (RPA) gibt es bereits seit einigen Jahren, doch erst seit Kurzem ist die Technologie so ausgereift, dass sie Arbeiter nicht nur von schweren mechanischen Aufgaben entlastet. Bei Robotic Process Automation geht es vielmehr um virtuelle Maschinen, die gesteuert werden und dabei eine deutlich höhere Anzahl von Aufgaben schneller ausführen können als Menschen. Sathya Srinivasan, Principal Solutions Architect bei Appian, erklärt das Konzept.

Im Gegensatz zu Robotern, die sich in einer Produktionsstätte breit einsetzen lassen, lenken IT-Experten die RPA Bots und setzen sie dafür ein, Prozesse zu automatisieren. Neue Entwicklungsplattformen wie Low-Code vereinfachen die bislang komplexe Robotic Process Automation. Damit sind Unternehmen in der Lage, das Potenzial von RPA nicht nur besser auszuschöpfen, sondern auch für neue Arbeitsmodelle zu nutzen.

Das Ende der Produktivität?

Viele Management-Experten sehen das Ende der Produktivität gekommen: Wirtschaftsdaten verzeichnen einen kontinuierlichen Rückgang, insbesondere in Industrienationen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Doch eines ist sicher: Trotz allen technologischen Fortschritten werden die Vorteile der digitalen Innovationen nicht vollständig umgesetzt. Einer Studie des Systemintegrators Fujitsu zufolge sind sich Führungskräfte der Vorteile bewusst, die ihnen die eine höhere Automatisierung bringt. Doch genau wie ihre IT-Teams wissen sie, dass es noch ein langer Weg ist, bis sie die Vorzüge komplett realisieren können. Was bedeutet dies für die Wirtschaft insgesamt? Besteht die Gefahr, dass es künftig kein Produktivitätswachstum mehr gibt?

Dem ist natürlich nicht so. Viele Geschäftsprozesse, die für eine höhere Effizienz implementiert wurden, reduzieren allerdings die Produktivität – so paradox dies klingt. Eine Studie von Yves Morieux, Boston Consulting Group, zeigt: In den letzten fünf Jahrzehnten wurden die Prozesse in börsennotierten amerikanischen und europäischen Unternehmen deutlich komplizierter. Im Durchschnitt wuchs sie um 6,7 Prozent pro Jahr und dies trotz des Einsatzes von Technologien. Morieux empfiehlt sechs Maßnahmen, damit Betriebsabläufe einfacher werden. Eine dieser Empfehlungen kombiniert die Vorteile von Robotic Process Automation und Low-Code.

Quantensprung nach vorne

Der Begriff Low-Code repräsentiert eine Vorgehensweise in der Softwareentwicklung, mit der sich Apps schneller bauen lassen und die das Coding deutlich reduziert. Damit sind nicht nur IT-Mitarbeiter in der Lage, intelligente Anwendungen schnell und kosteneffizient zu entwickeln. Diese Apps erledigen alltägliche Aufgaben. Während fortschrittliche Algorithmen Finanz-Dienstleister dabei unterstützen, Handelsgeschäfte schneller abzuwickeln, müssen sie gleichzeitig alle Regularien der Branche einhalten. Alle Richtlinien zu beachten kann jedoch die Geschäfte verlangsamen. Gleiches gilt für die Vorgaben zum Test von Medikamenten und Therapien. Es kann daher Jahre dauern, bis diese auf den Markt kommen. Der Einsatz von Standard-Software bedeutet beispielsweise in der schnelllebigen Biotechnologie-Industrie, nicht komplett einsatzfähig zu sein. Hier unterstützen Low-Code-Plattformen: Sie können die Einführungszeit von Medikamenten verkürzen oder den Aktienhandel beschleunigen.

Low-Code kann ein Schritt in Richtung einer höheren Produktivität sein. Kombiniert mit Robotic Process Automation gleicht das Ergebnis fast einem Quantensprung. So wie die Einführung von Maschinen die industrielle Revolution einläuteten, so symbolisieren RPA-Bots die nächste große Errungenschaft im digitalen Zeitalter.

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Repetitive Aufgaben übernehmen RPA-Werkzeuge

Laut des Analystenhauses Gartner „bildet ein RPA-Werkzeug einen Prozess ab, auf dessen Basis der Software-Bot vordefinierten Computer-Pfaden zwischen verschiedenen Bildschirmen und Data Repositories folgt“. RPA lässt sich als Bots betrachten, die viele der arbeitsintensiven und repetitiven Computing-Aufgaben erledigen, die momentan noch von den Mitarbeitern eines Unternehmens ausgeführt werden.

Dazu gehören auch solche administrativen Tätigkeiten, bei denen Team-Mitglieder-Daten in stundenlanger Arbeit manuell in Datenbanken einpflegen. Dies ist nicht nur arbeitsintensiv, sondern auch fehleranfällig, zum Beispiel wenn eine Ziffer übersehen oder an der falschen Stelle eingegeben wird. Eine Vielzahl von digitalen Mitarbeitern ist in der Lage, diese Aufgaben zu übernehmen und dabei weniger fehleranfällig zu sein.

Momentan ist RPA in den meisten Fällen bei IT- und Entwicklerteams angesiedelt. Die Mitarbeiter sind in der Lage, RPA-Systeme zu verwalten. Sie betreiben zudem die komplette IT-Infrastruktur. Damit haben sie schon eine Vielzahl von Aufgaben, um die sie sich kümmern müssen. Genau hier kommen Low-Code-Plattformen ins Spiel. Die Kombination von Low-Code und RPA ermöglicht nicht nur eine höhere Produktivität, sondern verändert auch das digitale Arbeiten nachhaltig. Dies ist weniger eine Arbeitsteilung zwischen Bots und Mitarbeitern, sondern eher eine Ergänzung. Die Zusammenarbeit von Technologien wie RPA und Menschen führt so zu einer höheren Produktivität insgesamt, bei der beide Seiten die Aufgaben übernehmen, die sie am besten realisieren.

Geschrieben von
Sathya Srinivasan

Sathya Srinivasan ist Principal Solutions Architect bei Appian. In dieser Funktion ist er nicht nur einer der technisch versiertesten Entwickler im Solutions Consulting Team, sondern arbeitet auch eng mit dem Vertrieb zusammen, damit Kunden und Partner die Lösungen erhalten, die die benötigen, um ihre Prozesse zu verschlanken. Sathya Srinivasan verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in verschiedenen internationalen IT-Unternehmen.

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