Riot Games überlebt durch Open-Source-Technologien [Slides]

Eric Herrmann

Weil der Verwaltungsaufwand für die alten Technologien zu immens wurde, bediente sich der US-amerikanische Spielehersteller Riot Games (League of Legends, 32 Millionen aktive Spieler) in der Open-Source-Schatzkiste. Hadoop, GitHub, Jenkins und Co. haben den Entwicklern in ihrer alltäglichen Arbeit enorm geholfen.

In der Spielentwicklung gibt es tausende Datenposten zu verwalten. Früher nutzte Riot dafür eine monolithische Datenbank, die mit MySQL und Excel verwaltet wurde. Dieses System wurde irgendwann träge und starr. Neue Probleme ließen sich mit dem alten Ansatz einfach nicht mehr bewältigen. Also zeigte die Spieleschmiede auf der Big-Data-Konferenz StampedeCon in St. Louis, wie sie mit dem Distributed-Computing-Framework Apache Hadoop ihre Datenflut wieder in Ordnung bringen konnten. Im Folgenden sehen Sie die Folien des genannten Vortrags.

Mit der Überführung ihres Systems in Hadoop gingen weitere Schritte in die Open-Source-Welt einher. So nutzt Riot jetzt Honu für Streaming Logs und Event Processing, Platfora für die Analyse der Business Intelligence, Oozie für Workflows, Hive als Data Warehouse, Chef fürs Deployment von Code und Konfigurationen, GitHub zum Versionieren und Fehler-Tracken, Jenkins als Build-System und Eureka für die Service Discovery.

Bei der Arbeit mit diesem großen Stack haben die Entwickler einige Unterschiede der Open-Source-Welt zur geschlossenen Enterprise-Welt kennen gelernt. So ist man häufiger zu Updates gezwungen, da die Open Source Community nicht alte Versionen wartet und Probleme ausschließlich in neuen Versionen behoben werden. Daher sollte man seine Pipeline weitgehend automatisieren, um mithalten zu können. Und anstatt neue Probleme stets im neuen Core-Features zu lösen, sollte man immer zuerst passende Erweiterungen suchen. Diese werden eventuell extern gewartet, womit man sich diesen Aufwand erspart. Umgekehrt kann man auch selbst die Open-Source-Welt um neue Schnittstellen bereichern. Und der letzte Punkt ist, dass man keine Scheu haben sollte, die Community nach passenden Lösungen für Problem X zu fragen. Oft wird man zur Antwort verwiesen, bevor man selbst das Rad mühevoll neu erfindet.

Riot Games ist seit zwei Jahren Mitglied und hat inzwischen 73 Repositorys auf GitHub. Und ihren Service hätten sie wahrscheinlich nie so schnell in die Breite skalieren können, hätten sie nicht den Schritt in Richtung Open Source Tools gewagt.

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Eric Herrmann
Eric Herrmann
Eric Herrmann war von 2012 bis 2013 als Redakteur bei Software & Support Media tätig. Sein Themenschwerpunkt liegt bei Webtechnologien, insbesondere PHP und JavaScript. Vor seiner Zeit als Online-Redakteur hat er Wissenschaftsjournalismus (B. A.) an der Hochschule Darmstadt studiert.
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